Die FIA und die Formel 1 standen in der unfreiwilligen Saisonpause unter gehörigem Druck. Zahlreiche Fahrer und auch die Fans kritisierten das neue Reglement und sorgten dafür, dass in Miami Regeländerungen getestet und danach fest vereinbart werden sollen.
Doch, kann man diese Formel-1-Saison wirklich nicht genießen? Ist es so schlimm, wie viele sagen?
Stefano Domenicali kann die Kritik an der Formel-1-Saison nicht ganz nachvollziehen. © Bearne / XPB ImagesDomenicali schwärmt von der Formel-1-Saison
Laut Formel-1-Boss Stefano Domenicali sind die Probleme nicht so groß, wie sie gemacht werden. Er geht sogar noch einen Schritt weiter, wie er im F1-Podcast von The Race klarmachte.
„Die Formel 1 hat keinerlei Probleme, sie ist in bester Verfassung – nur damit das allen klar ist. Die überwiegende Mehrheit der Fans steht dem Renngeschehen von Anfang an sehr positiv gegenüber.“
Doch wie kommt Domenicali trotz der großen Kritik, die von allen Seiten auf ihn und die Verantwortlichen einprasselte, zu diesem Schluss? Es gibt Daten, die den Italiener stützen.
Einer Analyse der Top-14-Übertragungsmärkte zufolge, war bislang jedes Rennen deutlich stärker als in der letzten Saison. Das Rennen in Australien verzeichnete einen Anstieg der Zuschauer um 26 %, China war sogar 32 % stärker und Suzuka immerhin 19 %. Zahlen, die zeigen, dass die Formel 1 trotz der Kritik boomt. Auch die Tribünen bei den Rennen waren gut gefüllt.
© Bearne / XPB ImagesFan-Umfrage stützt Domenicali-Aussagen
Die F1-Fan-Voice-Community wird von der Formel 1 als wichtiges Feedback-Tool genutzt. Nach jedem Rennen gibt es eine Abstimmung, bei der man das Geschehene bewerten kann. Jeder Fan kann sich dort registrieren.
Die Optionen, die man auswählen kann, sind: Excellent, Good, OK, Poor, Awful, Didn’t follow. Und bisher haben bei jedem Rennen ca. 2000 Fans abgestimmt – das reicht bei einer Umfrage für ein verlässliches Ergebnis.
Das sind die bisherigen Ergebnisse:
| Australien 2026 | Australien 2025 | China 2026 | China 2025 | Japan 2026 | Japan 2025 | |
| Excellent | 20 % | 49 % | 27 % | 11 % | 12 % | 4 % |
| Good | 41 % | 37 % | 41 % | 39 % | 36 % | 14% |
| OK | 21 % | 10 % | 17 % | 33 % | 26 % | 29 % |
| Poor | 9 % | 3 % | 7 % | 13 % | 13 % | 32 % |
| Awful | 8 % | 1 % | 7 % | 3 % | 11 % | 20 % |
| Didn’t follow | 1 % | 0 % | 1 % | 1 % | 2 % | 1 % |
Zur Erklärung muss man vordergründig bei Melbourne anbringen, dass es im letzten Jahr ein chaotisches Regen-Rennen mit mehreren Crashs war. Durch solche Ereignisse sind die Ratings traditionell hoch.
Bei den Rennen in China und Japan ist jedoch ein klarer Trend zu erkennen: Das Racing und die Geschehnisse werden positiver bewertet als in der vergangenen Saison.
© IMAGO / Anadolu AgencyIst die Formel 1 doch auf dem aufsteigenden Ast?
Domenicali ist sich sicher, dass die Zukunft der Formel 1 in den richtigen Händen ist und die Sorgen vieler Fans unbedründet sind.
„Ich bin gespannt auf die Zahlen. Ich bin gespannt darauf, wie groß das Interesse der Leute ist, die kommen, uns folgen wollen und daran interessiert sind, unsere Partner zu werden. Glaubst du, dass Sponsoren oder Partner daran interessiert wären, hier dabei zu sein, wenn sie bei ihren Anhängern das Gefühl haben, dass es mit diesem Sport bergab geht?“
Auch machte er klar, dass immer mehr Länder an der Ausrichtung eines Grand Prix interessiert seien. Zuletzt wurde bestätigt, dass die Türkei im nächsten Jahr in den Formel-1-Kalender zurückkehrt.
Gleichzeitig bekräftigte er, dass die Formel 1 zuhören würde. „Wenn wir auf niemanden hören wollten, hätten wir sagen können: ‚Hört mal, so ist es nun mal‘“, verdeutlichte der Italiener.
Das neue Reglement in der Formel 1 wird auch weiterhin die Anhänger spalten. Allerdings zeigen die Zahlen, dass wohl doch nicht alles so schlimm ist, wie es die Kritiker sagen. Trotzdem wird es spannend zu sehen sein, wie sich die neue Ära der Königsklasse des Motorsports in den kommenden Monaten und Jahren entwickelt.
































