Das neue Formel-1-Reglement sorgte in den letzten Wochen für viel Kritik. Die FIA reagierte – und beschloss gemeinsam mit den Teams Änderungen, die beim Großen Preis von Miami getestet werden sollen.
Allerdings reicht das vielen nicht. Fahrer wie Max Verstappen sehen ein generelles Problem, und vor allem der Elektro-Anteil des Hybrid-Motors wird enorm kritisiert.
Die FIA muss sich zurzeit viel Kritik anhören. © IMAGO / NurPhotoErhöht die FIA den Anteil des Verbrennungsmotors?
Wie The Race berichtet, soll schon jetzt darüber nachgedacht werden, wie das Reglement im nächsten oder übernächsten Jahr aussehen könnte. Größere Änderungen wären möglich, wenn man sich in den nächsten Wochen entscheidet.
Ein wichtiger Diskussionspunkt ist dabei der Anteil der Batterie an der Leistung der Boliden. Zurzeit liegt das Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Batterie bei 50/50.
In Zukunft könnte der Anteil des Verbrennungsmotors höher liegen. Ein möglicher Schritt wäre, das Verhältnis auf 60/40 anzupassen. Das bedeutet, der Verbrennungsmotor würde bei einer Leistung von 450kW gedeckelt, die Batterie würde maximal 300 kW hinzusteuern.
Im Rennen könnte es sein, dass 350-kW-Batterieleistung erlaubt seien, dann wäre das Verhältnis bei 55/45.
Andrea Stella übt Druck auf die FIA aus. © Bearne / XPB ImagesStella macht Druck – die Zeit rennt
Doch wie schon erwähnt müsste sich die FIA mit den Teams in den kommenden Wochen einigen, denn große Regeländerungen würden einen Mehraufwand für die Mechaniker bedeuten.
McLaren-Teamchef Andrea Stella machte jüngst klar, dass sich etwas ändern kann und muss.
„Es sollten einige Hardware-Änderungen in Betracht gezogen werden, vor allem mit Blick auf die längerfristige Perspektive, damit wir den Betriebspunkt des Antriebsaggregats so einstellen können, dass aus Sicht des Chassis oder aus Sicht des Fahrers weniger Kompromisse erforderlich sind. Wir halten dies für möglich und sind der Meinung, dass alle Beteiligten bereit sein sollten, einen Beitrag zu dieser Diskussion zu leisten.“
Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies stärkte seinem Kollegen den Rücken und verdeutlichte, dass die Miami-Änderungen nur ein Schritt seien.
Mattia Binotto steht Regeländerungen offen gegenüber. © Batchelor / XPB ImagesAuch Audi offen für Änderungen
Doch was ist mit Audi, die erst kürzlich in die Formel 1 eingestiegen sind? Wurde der Rennstall nicht mit dem jetzigen Reglement in die Königsklasse gelockt? Teamchef Mattia Binotto erklärte, welche Punkte Audi wichtig waren.
„Als Audi sich für den Einstieg entschied, ging es sicherlich um hocheffiziente Motoren, nachhaltige Kraftstoffe, einen wesentlichen Anteil an der Elektrifizierung und schließlich um den Verzicht auf die MGU-H, da Audi der Ansicht war, dass das Wissen darüber den bisherigen Herstellern einen Wettbewerbsvorteil verschafft hätte. Audi war jedoch nicht an den Diskussionen über die 50/50-Regelung beteiligt.“
Klingt danach, als würde auch das Team von Nico Hülkenberg einem höheren Verbrenner-Anteil offen gegenüberstehen. Es könnte sein, dass sich die Formel 1 im nächsten Jahr bereits wieder verändert. Doch eine Entscheidung muss bald fallen – und die Zeit rennt.

































