Das erste Qualifying der Formel-1-Saison 2026 ist vorbei – das große Chaos blieb zwar aus, doch an Drama mangelte es nicht. George Russell und Kimi Antonelli sichern sich die Doppel-Pole vor Isack Hadjar auf Platz 3 für den Großen Preis von Australien. Während Mercedes dominiert, sorgte ein früher Crash von Verstappen, technische Probleme und ein vergessener Ventilator für bemerkenswerte Momente.
Q1 – Verstappen Crash aus dem Nichts
Für einige Fahrer begann das erste Qualifying des Jahres bereits mit Problemen. Lance Stroll und Carlos Sainz konnten gar nicht erst auf die Strecke gehen. Aston Martin entschied sich nach den anhaltenden Schwierigkeiten, nur Fernando Alonso ins Qualifying zu schicken – doch auch der Spanier hatte keine Chance und schied schon im Q1 aus.
Carlos Sainz wiederum hatte bereits im dritten freien Training mit technischen Problemen zu kämpfen. Den Williams-Mechanikern ist es nicht gelungen, das Auto rechtzeitig für das Qualifying fahrbereit zu machen, sodass der Spanier keine Runde fahren konnte – ein bitterer Start in die neue Saison.
Für den dramatischsten Moment im heutigen Qualifying sorgte Max Verstappen, noch bevor er überhaupt eine gezeitete Runde setzen konnte. Schon zu Beginn seiner ersten schnellen Runde verlor der viermalige Weltmeister die Kontrolle über seinen Red Bull. Beim Anbremsen in Kurve 1 blockierte die Hinterachse, wodurch Verstappen über das Kiesbett hüpfte und anschließend fast frontal in die Streckenbegrenzung einschlug.
Über Funk erklärte Max Verstappen anschließend:
„Das Auto hat einfach an den Hinterachsen blockiert. Fantastisch.“
Der Unfall löste eine rote Flagge aus und beendete somit das Qualifying von Verstappen, bevor es überhaupt richtig angefangen hat. Anfangs schien es, als hätte der Niederländer sich an den Handgelenken verletzt, konnte aber nach kurzer Zeit im Medical-Center Entwarnung geben. Dennoch startet er morgen ohne eine Zeit weit hinten im Feld.
Neben Verstappen und Alonso schieden auch die beiden Cadillac-Piloten Sergio Pérez und Valtteri Bottas aus.
Q2 – Bitteres Ende für Bortoleto
Das zweite Segment verlief deutlich ruhiger. George Russell bestätigte einmal mehr die starke Pace von Mercedes und setzte erneut die Bestzeit, während sie die übrigen Teams dahinter ein enges Duell um die letzten Plätze für das Q3 lieferten.
Vor allem zwischen Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg entwickelte sich ein teaminternes Duell um den Einzug in die Top Ten. Am Ende setzte sich der junge Brasilianer knapp durch und sicherte sich hinter beiden Racing Bulls Platz 10.
Doch die Freude währte nicht lange: Auf seiner In-Lap nach dem Ende von Q2 trat ein technisches Problem auf. Bortoleto rollte noch in der Boxeneinfahrt aus und kam zu stehen. Daher konnte er im Q3 nicht mehr teilnehmen.
Q3 – Mercedes dominiert und Norris hat Pech
Im finallen Qualifying-Segement setze Mercedes ein dickes Ausrufezeichen. Trotz des schweren Unfalls von Kimi Antonelli im dritten freien Training gelang es dem Team das Auto noch geradeso rechtzeitig zu reparieren – und der Italiener zahle es dem Team mit einer starken Leistung zurück.
So sah Antonellis Auto noch am Morgen aus. | ©IMAGO / Michael PottsZunächst setzte Antonelli die Bestzeit, doch Teamkollege George Russell konterte mit einer noch schnelleren Runde und sicherte sich unangefochten die Pole-Position. Der Brite war fast drei Zehntel schneller als Antonelli.
Russell zeigte sich anschließend begeistert:
„Es war ein toller Tag. Wir wussten das eine Menge Potenzial in dem Auto steckte, aber bis zu diesem ersten Samstag der Saison weißt du es nie genau. Aber diese Nachmittag erwachte [das Potenzial] zum leben.“
Dennoch verlief für Mercedes nicht alles reibungslos. Beim Herausfahren aus der Box vergaßen die Mechaniker, einen Kühlventilator aus Antonellis Auto zu entfernen. Teile davon fielen anschließend auf die Strecke. Über eine Strafe für das Team wird noch verhandelt. Kurz darauf fuhr Lando Norris drüber und beschädigte sich dabei den Frontflügel.
McLaren versuchte noch, den Flügel rechtzeitig zu reparieren, doch Norris letzte schnelle Runde wurde durch ein schleifendes Teil stark beeinträchtigt. Daher muss sich der amtierende Weltmeister nur mit Rang sechs zufrieden geben, während sein Teamkollege Oscar Piastri vor heimischen Publikum auf Platz fünf landete.
Überraschungen im Mittelfeld
Hinter den Topteams sorgten vor allem die Racing Bulls für eine Überraschung. Liam Lawson und Rookie Arvid Lindblad qualifizierten sich auf den Plätzen acht und neun und schafften damit beide den Sprung in die besten zehn.
Auch Red Bull-Neuzugang Isack Hadjar überzeugte mit Platz drei bei seinem Debüt für das Team.
Alle Zeiten im Überblick
| Fahrer | Zeit | Rückstand |
|---|---|---|
| George Russell (Mercedes) | 1:18.518 (Q3) | |
| Kimi Antonelli (Mercedes) | 1:18.811 (Q3) | +0.293 |
| Isack Hadjar (Red Bull) | 1:19.303 (Q3) | +0.785 |
| Charles Leclerc (Ferrari) | 1:19.327 (Q3) | +0.809 |
| Oscar Piastri (McLaren) | 1:19.380 (Q3) | +0.862 |
| Lando Norris (McLaren) | 1:19.475 (Q3) | +0.957 |
| Lewis Hamilton (Ferrari) | 1:19.478 (Q3) | +0.960 |
| Liam Lawson (Racing Bulls) | 1:19.994 (Q3) | +1.476 |
| Arvid Lindblad (Racing Bulls) | 1:21.247 (Q3) | +2.729 |
| Gabriel Bortoleto (Audi) | – | – |
| Nico Hülkenberg (Audi) | 1:20.303 (Q2) | |
| Oliver Bearman (Haas) | 1:20.311 (Q2) | +0.009 |
| Esteban Ocon (Haas) | 1:20.491 (Q2) | +0.188 |
| Pierre Gasly (Alpine) | 1:20.501 (Q2) | +0.198 |
| Alexander Albon (Williams) | 1:20.941 (Q2) | +0.638 |
| Franco Colapinto (Alpine) | 1:21.270 (Q2) | +0.967 |
| Fernando Alonso (Aston Martin) | 1:21.969 (Q1) | |
| Sergio Pérez (Cadillac) | 1:22.605 (Q1) | +0.636 |
| Valtteri Bottas (Cadillac) | 1:23.244 (Q1) | +1.275 |
| Max Verstappen (Red Bull) | – | – |
| Carlos Sainz (Williams) | – | – |
| Lance Stroll (Aston Martin) | – | – |
Quelle: F1





