Nicht nur Aston Martin, auch Newey scheint seine Wehwehchen zu haben. Der Star-Designer sorgt für Unruhe, mitten in einer ohnehin wackligen Saison.
Ein Abwesender, der alles verändert
Beim Grand Prix in Miami klaffte eine Lücke im Aston-Martin-Lager. Und zwar keine kleine. Adrian Newey, sonst omnipräsent, fehlte erneut. Laut übereinstimmenden Medienberichten, allen voran der britischen Daily Mail, steckt mehr dahinter als ein einfacher Terminengpass.
Die Rede ist von „großen“ gesundheitlichen Beschwerden. Newey soll in den vergangenen Wochen sogar zeitweise im Krankenhaus behandelt worden sein. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht. Aston Martin hüllt sich konsequent in Schweigen.
Wir kommentieren keine persönlichen Angelegenheiten unserer Teammitglieder.“
Gleichzeitig betont der Rennstall, Newey sei weiterhin aktiv gewesen und habe zuletzt in Silverstone gearbeitet.
Krise auf allen Ebenen
Der Zeitpunkt könnte schlechter kaum sein. Aston Martin steckt mitten in einem sportlichen Tief. Der Honda-Antrieb entwickelte sich zum Problemfall: massive Vibrationen, ein kaum fahrbares Auto, frühe Ausfälle. Erst in Miami gelang ein kleiner Fortschritt, als die schlimmsten Probleme zumindest abgeschwächt wurden und auch beide Fahrer die Ziellinie überschritten. Was bei dem Team in dieser Saison aktuell keine Selbstverständlichkeit ist.
Doch damit nicht genug. Auch das Gesamtpaket steht in der Kritik und damit indirekt auch Newey selbst. Das aggressive Chassis, an dem der Star-Designer maßgeblich beteiligt war, bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück. Insider sprechen von einem Konzept, das schlicht nicht funktioniert wie erhofft.
Ein Rückzieher aus gesundheitlichen Gründen? | ©IMAGO / MAXPPPWenn selbst das Genie fehlt
Newey galt lange als eine Art „Daniel Düsentrieb“ der Formel 1, also ein Mann, der Probleme löst, bevor andere sie überhaupt verstehen. Doch was passiert, wenn genau dieser Problemlöser plötzlich selbst ausfällt?
Sollten sich die Berichte über ernsthafte gesundheitliche Probleme bestätigen, wäre das für Aston Martin eine Art Hiobsbotschaft. Gerade in einer Phase, in der das Team dringend Stabilität und Führung braucht. Da stellt sich auch die Frage, ob Newey seinen Posten als Teamchef aus genau diesen gesundheitlichen Gründen abgegeben hat.
Denn eines zeigt sich gerade ziemlich gnadenlos: Ohne einen funktionierenden Motor, ohne ein konkurrenzfähiges Chassis und womöglich ohne seinen wichtigsten technischen Kopf droht Aston Martin endgültig den Anschluss zu verlieren. Zumal sie seither eh nur im hinteren Mittelfeld bzw. im Schlusslicht verweilen.
Zwischen Hoffnung und Realität
Noch ist vieles Spekulation, es gibt keine offizielle Bestätigung und noch arbeitet Newey, zumindest laut Teamangaben. Wenn auch überwiegend von zu Hause.
Aber in der Formel 1 gilt selten das Prinzip Hoffnung. Hier zählt Performance, Präsenz und Kontrolle, wovon Aston Martin aktuell erschreckend wenig zu haben scheint.




































