Er hatte soeben Geschichte geschrieben – am Tag zuvor als jüngster Polesetter, am Sonntag als zweitjüngster Grand-Prix-Sieger und als erster Italiener seit 20 Jahren ganz oben. Und dann das: Sein Name wurde einfach ausgetauscht. Was folgte, war einer der komischsten Momente der bisherigen Formel-1-Saison.
Kimi wer? | ©Bearne / XPB ImagesDer größte Moment – und ein Fauxpas für die Ewigkeit
Shanghai, 15. März 2026. Andrea Kimi Antonelli hatte gerade seinen ersten Grand-Prix-Sieg eingefahren – beim Großen Preis von China, im zweiten Rennen seiner zweiten Saison in der Formel 1. Der 19-jährige Italiener stand kurz vor dem Moment, auf den er sein ganzes Leben hingearbeitet hatte: das Erklimmen der obersten Stufe des Siegertreppchens. Doch dann stockte er – sichtlich irritiert – auf halbem Weg.
Der Grund? Der Sprecher hatte in einem historischen Patzer den Sieger des Rennens folgendermaßen angekündigt: „Aus Italien… Kimi Räikkönen!“ Räikkönen – der eiskalte Finne, Weltmeister 2007, zuletzt 2021 in der Formel 1 aktiv – hatte damit kurzzeitig ein spektakuläres Comeback in Shanghai hingelegt. Zumindest im Mikrofon.
Das Netz brennt – und Mercedes macht mit
Ein Mercedes-Video, das die Szene dokumentiert, ging innerhalb kürzester Zeit viral. Fans auf der ganzen Welt kommentierten den Vorfall mit einer Mischung aus Belustigung und echtem Mitgefühl. „Was für ein peinlicher Patzer. Er holt seinen ersten Sieg und wird dann als jemand anderes vorgestellt“, schrieb ein User. Ein anderer kommentierte trocken: „Er hatte genau einen Job.“
Auch Ex-Formel-1 Pilot und TV-Experte Marc Surer konnte sich in unserer Formel 1 Experten Analyse RACE CONTROL am Montag einen scherzhaften Kommentar dazu nicht verkneifen. Denn er hat die Schuldigen für den Patzer schnell gefunden: Es sind Antonellis Eltern. Hätten sie ihrem Sohn damals einen weniger verwechselbaren Namen gegeben, wäre das alles nie passiert. Eine bahnbrechende Analyse. Wir sind dankbar, dass der Fall damit eindeutig geklärt ist.
Auch die beiden anderen Treppchen-Beisteiger schienen sichtlich irritiert. | ©IMAGO / Matrix ImagesNicht nur ein lustiger Moment für Antonelli selbst
Das Gelächter zieht sich durch: Teamkollege George Russell und Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton konnten sich ein breites Grinsen nach dem Fauxpas nicht verkneifen. Das Podium selbst war ohnehin außergewöhnlich: Mit Antonelli als Sieger, Russell als Zweitem und Hamilton als Drittem versammelten sich drei Mercedes-Generationen auf dem Treppchen: der aktuelle Superstar, ein langjähriger und tief mit Mercedes verwurzelter Vorgänger im Ferrari-Rot und der hausgewachsene Nachfolger.
Fun-Fact am Rande, wie Eurosport anmerkt: Als Antonelli im August 2006 zur Welt kam, war Kimi Räikkönen noch nicht einmal Weltmeister. Er fuhr damals für McLaren, während Michael Schumacher seine letzte Ferrari-Saison bestritt.
Echte professionelle Rennfahrer-Mentalität: Kimi fokussiert sich auf die Renngeschehnisse. | © Bearne / XPB ImagesAntonelli bleibt geerdet
Trotz allem blieb Antonelli nach dem Rennen bemerkenswert sachlich. In der Pressekonferenz räumte er ein, gegen Rennende zu sehr relaxt zu haben und sich dadurch einen Fehler erlaubt zu haben: „Ich muss immer den Fokus wahren. Heute ist es gut ausgegangen, aber es hätte richtig schlimm ausgehen können.“ Ein Satz, der zeigt: Der junge Italiener weiß genau, wo er steht und dass der nächste Kimi-Moment nicht durch einen Ansager, sondern durch konstante Leistung entstehen muss.
Fazit: Ein Fauxpas, der Geschichte schreibt
Was dem Podium-Sprecher an diesem Sonntag in Shanghai widerfahren ist, wird die F1-Community noch Jahre lang begleiten. Ob als viraler Clip, als Running Gag im Paddock oder als Fußnote in Antonellis Biografie – die Verwechslung der beiden Kimis ist unvergesslich. Und dem echten Kimi auf dem Podium? Dem dürfte es ehrlich gesagt herzlich egal sein. Er hat, ganz in der Tradition seines finnischen Namensvetters, den Fauxpas mit dem coolsten Gesichtsausdruck des Abends quittiert.









