Wenn der Weltmeister geht, steht der nächste schon bereit. Und der kommt ausgerechnet von McLaren.
Das Personalthema ist in dieser Saison ein brisantes Thema. Jetzt werden wohl auch immer mehr die Fahrer mit ins Geschehen gezogen. | © Charniaux / XPB ImagesRed Bulls Plan B: Piastri im Visier
Red Bull denkt weiter als bis zur nächsten Saison und offenbar auch ohne deren Superstar. Nach Informationen aus dem Paddock gilt Oscar Piastri als klare Wunschlösung, sollte Max Verstappen das Team verlassen.
Teamchef Laurent Mekies und Konzernboss Oliver Mintzlaff treiben diese Überlegungen dabei aktiv voran. Denn eines ist klar: In einem Team mit über 2.000 Mitarbeitern ist der Fahrer nicht einfach ersetzbar. Er ist der Dreh- und Angelpunkt für Entwicklung, Stabilität und wirtschaftlichen Erfolg.
Die hauseigene Nachwuchsstrategie? Die reicht aktuell nicht. Zwar wird Isack Hadjar aufgebaut, doch als tragende Säule kommt er noch zu früh. Red Bull schaut deshalb gezielt nach außen und landet bei einem der spannendsten Talente der Gegenwart.
Strategiewechsel nach Marko-Ära
Der mögliche Piastri-Deal steht sinnbildlich für einen tiefgreifenden Wandel bei Red Bull. Mit dem Abgang von Helmut Marko verliert das Team seinen langjährigen Architekten einer klaren Philosophie. Denn er war als Schlüsselfigur an der Nachwuchsförderung beteiligt, entdeckte dabei Top-Talente wie Sebastian Vettel und Max Verstappen und war entscheidend am Gewinn von acht Fahrerweltmeisterschaften beteiligt.
Diese Linie beginnt zu bröckeln. Schon die Verpflichtung von Sergio Perez war eher pragmatisch als strategisch. Unter Mekies scheint Red Bull nun endgültig auf ein flexibleres Modell umzuschwenken. Dabei aber nicht unbedingt auf Nachwuchsförderung (schließlich stände Yuki Tsunoda ja nicht nur in den Startlöchern, sondern sogar schon im eigenen Rennstall) sondern eher mit einem deutlich stärkeren Fokus auf den aktuell aktiven Fahrermarkt.
Piastri passt perfekt in dieses neue Raster. Seine jüngsten Podien in Japan und Miami unterstreichen das eindrucksvoll. Und seine solide Saison 2025.
Auffällig ist auch die Entwicklung abseits der Strecke. Piastri hat sich bewusst von Manager Mark Webber im operativen Tagesgeschäft distanziert und arbeitet enger mit seinem ehemaligen Prema-Ingenieur Pedro Matos zusammen. Dieser Schritt sorgt intern auf jeden Fall für mehr Ruhe und trägt sportliche Früchte.
Poker um die Zukunft: Ist McLaren unter Druck?
Offiziell ist Piastri bis 2027 an McLaren gebunden. Doch Verträge in der Formel 1 sind bekanntlich eher Richtlinien als Mauern. Siehe Verstappen. Sollte sich der Australier ernsthaft mit einem Wechsel beschäftigen, dürfte Bewegung in die Sache kommen.
Eine Schlüsselrolle würde dabei McLaren-CEO Zak Brown spielen. Der US-Amerikaner gilt als harter Verhandler und könnte aus einer potenziell brisanten Situation ein lukratives Geschäft machen.
Auch interessant, dass Mark Webber im Hintergrund wieder eine Rolle spielen könnte. Eine Rückkehr zu Red Bull (seinem früheren Team) würde zumindest ins Gesamtbild passen.
Ein Dominoeffekt mit Sprengkraft
Aber noch ist alles Spekulation. Doch allein die Tatsache, dass Red Bull bereits konkret über eine Zukunft ohne Verstappen nachdenkt, zeigt, wie fragil selbst scheinbar stabile Konstellationen in der Formel 1 geworden sind.
Und falls dieser Dominostein tatsächlich fällt, könnte Oscar Piastri schneller im Red Bull sitzen, als es dem Rest des Feldes lieb ist.




































