Wer sich an Marcus Ericsson erinnert, dem kommt sicherlich sein Horrorcrash beim Großen Preis von Italien 2018 in den Sinn. Ericsson galt in der Königsklasse nie als Überflieger und stand kaum im Rampenlicht – dennoch hielt er sich mehrere Jahre in der Formel 1. Doch was macht der Schwede eigentlich heute?
Marcus Ericsson während seiner Zeit beim Schweizer Sauber-Team. | ©IMAGO / HochZweiEricssons Weg in die Formel 1
Marcus Ericsson wurde im Jahr 1990 geboren und begann seine Motorsportkarriere 1999 im Alter von neun Jahren im Kartsport. Dort blieb er bis 2006 aktiv, ehe er in den Formelsport wechselte: In der britischen Formel BMW gewann er mit nur 16 Jahren auf Anhieb sieben von 18 Rennen. 2008 folgte der Aufstieg in die britische Formel 3, die er auf dem fünften Gesamtrang beendete. Bereits ein Jahr später triumphierte er in der japanischen Formel 3 und sicherte sich dort den Meistertitel.
Im Anschluss an diesen Erfolg verbrachte Ericsson fünf Saisons in der GP2-Serie (heute Formel 2). Mehr als vereinzelte Rennsiege für diverse Teams sprangen jedoch nicht heraus.
Zur Saison 2014 gelang ihm schließlich der Sprung in die Formel 1 mit einem Cockpit bei Caterham.
Formel-1-Karriere und Horrorcrash in Monza
In seiner Debütsaison für das chronisch unterlegene Caterham-Team schaffte es Ericsson nie in die Punkteränge; ein elfter Platz beim Großen Preis von Monaco blieb sein bestes Resultat. Da der Rennstall mit finanziellen Problemen kämpfte und das Rennwochenende in Austin auslassen musste, löste der Schwede seinen Vertrag vorzeitig auf.
Schwieriges Debüt: 2014 ging Ericsson für das finanziell angeschlagene Caterham-Team an den Start. | ©IMAGO / BildbyranFür 2015 sicherte sich Ericsson ein Cockpit bei Sauber und sammelte gleich beim Saisonstart in Melbourne seine ersten WM-Zähler. 2016 blieb er gänzlich ohne Punkte. Auch 2017 ging er für das Schweizer Team an den Start – damals an der Seite des jungen Deutschen Pascal Wehrlein – und beendete das Jahr auf Rang 20 in der Fahrerwertung.
Teamkollegen bei Sauber: Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein in der Formel-1-Saison 2017. | ©IMAGO / EibnerTrotz ausbleibender Top-Ergebnisse hielt Sauber auch 2018 an ihm fest. Für große Aufmerksamkeit sorgte damals sein schwerer Unfall im zweiten Freien Training in Monza: Am Ende der Start-Ziel-Gerade schloss beim Anbremsen die DRS-Klappe am Heckflügel nicht, woraufhin Ericsson bei über 300 km/h die Kontrolle verlor. Er schlug mit Wucht in die linke Streckenbegrenzung ein und überschlug sich mehrfach, bevor sein zerstörter Bolide zum Stehen kam. Wie durch ein Wunder blieb Ericsson unverletzt.
Nach Rang 17 in der Fahrerwertung 2018 erhielt er allerdings keinen neuen Formel-1-Vertrag mehr.
Das neue Leben in den USA
Direkt nach seinem Formel-1-Aus zog es Ericsson 2019 in die US-amerikanische IndyCar Series. In der Saison 2021 feierte er in Detroit seinen ersten Rennsieg, und 2022 gelang ihm der größte Coup seiner Karriere, als er mit Chip Ganassi Racing das legendäre Indianapolis 500 gewann.
©IMAGO / DepositphotosSeit 2024 geht er für Andretti Global an den Start.
Doch seinen größten Sieg dürfte der Schwede im Jahr 2025 gefeiert haben: Er heiratete seine Frau Iris, mit der er in der rennfreien Zeit gerne um die Welt reist.































