Die Formel-1-Saison ist erst zwei Rennen alt und schon werden die Reifen von Pirelli wieder zu einem Thema.
Und das hat einen Grund: Denn Mercedes konnte in beiden Rennen mit einer lockerleichten One-Stop-Strategie zum Sieg eilen. Auch andere Teams hatten wenig Probleme mit dem Verschleiß.
In einem Sport, in dem Reifenstrategien eigentlich für Spannung sorgen sollen, ist das natürlich nicht zufriedenstellend, wenn die Top-Autos locker und lässig mit dem Pflicht-Boxenstopp ins Ziel fahren.
Mario Isola lässt die Kritik an den Reifenmischungen kalt. © Moy / XPB ImagesIsola verteidigt Pirelli-Reifen
In China äußerte sich Pirellis Motorsport-Boss Mario Isola, der das Unternehmen im Sommer verlassen wird, zum Saisonstart aus Sicht des Reifenherstellers.
„Das Ziel für die neuen Reifen war ähnlich wie im letzten Jahr: eine Mischung aus Ein- und Zweistopp-Strategien mit den drei für das Rennen geeigneten Mischungen. Wir haben also auf der Grundlage dieses Konzepts gearbeitet, um zu versuchen, die gleiche Situation wie im letzten Jahr zu schaffen, da wir nicht genau wussten, wie leistungsfähig die neuen Autos waren und wie sie die Reifen einsetzten oder nutzten.“
Isola verteidigte die Wahl der Reifenmischungen in Melbourne und China.
„Die Abtriebswerte sind anders, das Drehmoment ist anders, es gibt andere Faktoren. Wir haben jetzt diese Daten, und ich glaube, dass wir in Melbourne und auch hier ohnehin nicht weit vom Ideal entfernt waren, sodass die Entscheidungen für die ersten Rennen nach wie vor gut sind.“
Reifen-Strategien haben in den ersten beiden Rennen keine große Rolle gespielt. © Moy / XPB ImagesWeichere Reifen als Spannungselement?
Trotzdem ist es natürlich alles andere als gut, wenn Two-Stop-Strategien durch den geringen Reifenverschleiß verpuffen. Eine mögliche Idee wäre, weichere Reifenmischungen zu verwenden. Isola steht dem offen gegenüber.
„Wir werden das generell berücksichtigen; wenn wir also auf manchen Rennstrecken eine Stufe weicher fahren müssen, besteht die Möglichkeit, die Auswahl zu ändern.“
Der 56-Jährige glaubt allerdings auch, dass sich das Problem von selbst lösen könnte.
„Hinzu kommt, dass sich die Autos, die derzeit im Einsatz sind, wahrscheinlich deutlich von denen unterscheiden, die in der zweiten Saisonhälfte fahren werden. Das bedeutet: Wenn die Autos deutlich schneller sind, ist auch die Belastung für die Reifen viel höher, und die Reifenwahl könnte sich als ideal erweisen. Zu Beginn ist das Entwicklungstempo also ziemlich hoch. Das wissen wir aus den vergangenen Saisons.“
Damit spricht der Italiener ein Thema an, das bisher ohnehin den Saisonstart betrifft. Denn um die Batterie ideal aufladen zu können, müssen die Boliden oft ungewöhnlich langsam fahren – besonders auf den Geraden. Isola glaubt also daran, dass die Autos schon bald wieder schneller sein werden. Dann würde auch das Reifenthema wieder heißer werden – im wahrsten Sinne des Wortes.









