Mercedes geht nach den ersten Rennen der Saison deutlich selbstbewusster durch das Formel-1-Paddock als noch vor wenigen Monaten. Im exklusiven Gespräch mit CHAMP1 spricht der zweite starke Mann nach Toto Wolff, Bradley Lord über die Diskussionen rund um die umstrittenen 2026er-Regeln, die überraschend starke Form von Kimi Antonelli, die aktuellen Probleme der Konkurrenz – und auch über Max Verstappen.
©Mercedes AMG F1„Das war eher ein Kompliment“ – Mercedes reagiert auf die Motoren-Debatte
Besonders ausführlich äußerte sich Lord zu den Diskussionen rund um den Mercedes-Antrieb und die Vorwürfe, das Team habe sich bei den neuen Regeln möglicherweise einen Vorteil in einer Grauzone verschafft.
Für den stellvertretenden Teamchef war die öffentliche Debatte allerdings kein Problem. Im Gegenteil: Solche Diskussionen gehörten zur Formel 1 dazu. Mercedes habe jederzeit im engen Austausch mit der FIA gestanden und sei sich sicher gewesen, regelkonform gearbeitet zu haben.
Dabei machte Lord auch deutlich, dass die aktuelle Formel 1 aus seiner Sicht häufig extremer bewertet werde, als sie tatsächlich sei. Zwar erkenne auch Mercedes Verbesserungsbedarf beim Reglement, gleichzeitig verwies er aber auf steigende Zuschauerzahlen, mehr Überholmanöver und ein insgesamt spannenderes Racing.
©Mercedes AMG F1Antonelli überrascht selbst Mercedes – Russell bekommt Rückendeckung
Natürlich spielte auch Kimi Antonelli eine große Rolle im Gespräch.
Lord räumte offen ein, dass die Geschwindigkeit und der frühe Erfolg des erst 19-Jährigen selbst intern überrascht hätten. Gleichzeitig warnte er aber davor, den Hype um Antonelli zu überdrehen. Gerade bei jungen Fahrern werde es zwangsläufig auch schwierigere Phasen geben.
Gleichzeitig stellte sich Mercedes demonstrativ hinter George Russell. Die Berichterstattung sei aktuell sehr stark auf Antonelli fokussiert, erklärte Lord. Intern wisse man aber genau, welchen Wert Russell für das Team habe. Besonders dessen Konstanz und Arbeitsweise hob er ausdrücklich hervor.
Großer Respekt vor Aston Martin – trotz Krise
Auch Aston Martin und die Probleme rund um Honda sowie Adrian Newey wurden thematisiert.
Trotz der schwierigen Saison warnte Lord davor, das Team abzuschreiben. Gerade Mannschaften mit den Ressourcen, Ambitionen und Persönlichkeiten eines Adrian Newey würden früher oder später zurückschlagen. Deshalb unterschätze Mercedes Aston Martin keineswegs – weder für 2026 noch für die Zeit danach.
©IMAGO / speedshotVerstappen im Mercedes? „Das sind zwei getrennte Welten“
Natürlich durfte auch die Frage nach Max Verstappen nicht fehlen.
Lord reagierte dabei spürbar vorsichtig auf Spekulationen über ein mögliches Formel-1-Zukunftsszenario mit Verstappen bei Mercedes. Dessen Einsätze im Mercedes-AMG-GT seien klar vom Formel-1-Thema zu trennen. Für Mercedes-AMG sei Verstappen als Fahrer im GT-Sport zwar ein Gewinn – daraus automatisch Rückschlüsse auf die Formel 1 zu ziehen, halte er aber für deutlich zu einfach.
Generell glaubt Lord derzeit eher nicht an einen baldigen Abschied Verstappens aus der Formel 1. Vieles habe sich in den vergangenen Wochen beruhigt – auch weil Red Bull sportlich wieder konkurrenzfähiger geworden sei.




































