Im Sprintrennen in Singapur kam es in der letzten Runde zur Berührung zwischen beiden McLaren-Fahrern Lando Norris und Oscar Piastri. Für den letzteren war der Sprint vorbei. Die FIA vergab keine Strafe für den Vorfall. Intern bei McLaren soll es aber Konsequenzen geben. Andrea Stella findet deutliche Worte nach dem Wochenende.
Im Sprint kam es zur Kollision zwischen Norris und Piastri | © Sky Sport F1Keine FIA-Strafe nach Norris-Piastri-Kollision
Bei einem Überholmanöver in der letzten Runde versuchte Lando Norris an Teamkollege Oscar Piastri vorbeizukommen. Es kam zur Berührung, beide Autos drehten sich. Piastri landete in der Bande – ausgeschieden. Norris konnte sich auf Platz 8 noch retten.
Nach der Kollision zwischen Norris und Piastri im Sprint war der amtierende Weltmeister eher uneinsichtig. McLaren CEO Zak Brown und Teamchef Andrea Stella waren so sauer, dass sie für den restlichen Tag alle Interviews verweigerten. Der Vorfall ging zu den Stewards, doch dort sprach man keine Strafe für Norris aus. Sie kamen zu dem Entschluss, dass beide Autos für die Kollision verantwortlich gemacht werden müssen.
Norris rudert nach Rennen zurück
Nach dem Rennen änderte sich die Haltung von Lando Norris. Nach dem Sprint war er noch uneinsichtig und angespannt, nach dem Hauptrennen wirkte er deutlich reflektierter. „Ich kann das, was ich getan habe, nicht wiederholen. Ich hätte es gar nicht erst versuchen sollen“, gab er nach dem Rennen zu.
Ich muss einfach mehr an das Team denken, das ich vertrete, und weniger an mich selbst. Es war ein Fehler meinerseits. Ich habe das Team im Stich gelassen. Ich habe mich auch bei allen entschuldigt – ich schulde ihnen allen eine Entschuldigung. Beim nächsten Mal werden wir es besser machen.
Während des Rennens fragte Norris über Funk, ob er Piastri irgendwie helfen soll. Der Australier steckte hinter Hamilton fest, während Norris Antonelli nicht weiter einholen konnte und den Mercedespiloten fahren ließ. Piastri kam letztendlich ohne Hilfe an Hamilton vorbei und beendete das Rennen auf Platz 5 hinter Norris.
„Oscar hatte Pech mit einem Reifenschaden“, erklärte Norris. „Ich hatte selbst auch ein paar Probleme mit dem Auto. Daher war die Chance, durch eine Positionsänderung mehr Punkte für Oscar herauszuholen, größer als die Aussicht, dass ich Kimi noch einholen könnte.“
Norris und Piastri belegten am Ende Plätze 4 und 5 | © Moy / XPB ImagesStella enttäuscht
Teamchef Andrea Stella bezeichnete den Vorfall zwischen den beiden als „inakzeptabel“ und „sehr ernst“. Für ihn war es wichtig den Fahrern klarzumachen, dass keiner größer ist und wichtiger als das Team. Er ist froh, dass beide Fahrer dies genau sähen. Ihm geht es primär darum, als Team an solchen Situationen zu arbeiten und in Zukunft zu vermeiden. Schuldzuweisungen und Entschuldigungen erwartet er nicht.
Ich erwarte keine Entschuldigungen. Ich kenne die Fahrer. Sie sind zwei hervorragende Menschen. Hier geht es um das Geschäftliche, und als Geschäftspartner möchte ich wissen – und diesen Gedanken möchte ich weiterverfolgen –, wie wir zusammenarbeiten können, um sicherzustellen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.
Stella ist enttäuscht über die Kollision seiner Fahrer | © Batchelor / XPB ImagesDass Norris während des Rennens fragte, wie und ob er Piastri helfen könne, fand Stella sehr positiv. Er machte deutlich, dass er ein solches Verhalten von nun an vermehrt von ihm fordere. Ob es sich dabei um die interne Konsequenz für Norris handle, ließ Stella offen.
„Ich war daher erfreut über das, was Lando in den letzten Rennrunden sagte, und ich erwarte, in Zukunft weitere Beispiele dafür zu sehen – sei es per Funk während des Rennens, hinter verschlossenen Türen bei unseren Besprechungen oder wenn wir Strategien diskutieren“, meinte Stella im teaminternen Rennbericht.
Klar ist, dass Kollisionen zwischen Teamkollegen nicht akzeptabel sind und mehr Schaden anrichten, als irgendeine Hilfe. McLarens Problem aktiv an ihrem Papaya-Family-Image festzuhalten und Aussagen wie „Wir haben zwei Nummer-1-Fahrer“ bestehen seit letzter Saison. Genau das muss und sollte man nun intern klären, um so hoffentlich solche Vorfälle zu vermeiden.































