Für McLaren hätte der Triple-Header nicht schlimmer starten können. Oscar Piastri schmiss durch einen Verbremser einen potentiellen Platz auf dem Podium weg. Lando Norris startete das Rennen sowieso schon mit Problemen und wurde dann noch in einen Crash verwickelt und schied aus. Teamchef Andrea Stella blickt auf ein frustrierendes Wochenende für die amtierenden Konstrukteursmeister zurück.
Baku war eine Nullnummer für McLaren | © Rew / XPB ImagesStella betont: Wir sind zu langsam auf den Geraden
Gerade die Geraden auf dem Stadtkurs durch Baku machten dem McLaren zu schaffen. Insgesamt verließ man das Rennwochenenden mit null Punkten. Ein Wochenende zum Vergessen. „Ohne Punkte aus Baku abzureisen, ist ein schwer zu akzeptierendes Ergebnis, aber wir müssen als Team die Verantwortung dafür übernehmen“, sagte Andrea Stella nach dem Rennen am Samstag.
Wir haben es unseren Fahrern heute unnötig schwer gemacht. Uns wurden die grundlegenden Schwächen unseres Fahrzeugpakets zum Verhängnis: zu viel Luftwiderstand, zu wenig Topspeed auf den Geraden und zu wenig Tempo in den Kurven – all das zwang unsere Fahrer dazu, sich im Rennen eher zu verteidigen, als Boden gutzumachen.
„Wir müssen ihnen ein Auto zur Verfügung stellen, das berechenbarer ist und sich besser für Zweikämpfe eignet, damit sie sich auf Angriffe konzentrieren können, anstatt ständig verteidigen zu müssen“, betonte der Teamchef.
Lob an Piastri
Gegeben der Umstände, habe gerade Oscar Piastri ein gutes Rennen gefahren, lobte der Italiener. „Oscar hat dieses Rennen, in dem es vor allem auf die Verteidigung ankam, sehr gut gemeistert“, sagte Stella zu F1.com. „Er fuhr sehr präzise. Sein Rennen erinnerte mich stark an seinen Sieg im Jahr 2024, als er [Charles] Leclerc über lange Zeit hinter sich halten konnte.“
Doch leider blockierten nach dem Boxenstopp – als er auf Medium-Reifen unterwegs war, die schlechter funktionierten als die Soft-Reifen – seine Räder, und damit war sein Rennen beendet.
Piastri war nach seinem Boxenstopp eigentlich auf dem dritten Platz. Durch den Verbremser fiel der Australier dann auf den fünfzehnten Platz zurück. Am Ende konnte er noch zwei Positionen gut machen und rollte auf dem dreizehnten Platz über die Ziellinie. Das Podium wäre besonders für sein Selbstbewusstsein gut gewesen, da er länger Zeit braucht um sich auf das 2026er Auto einzustellen, meinte Stella: „Es ist wirklich schade für Oscar, denn er hätte es verdient gehabt, um das Podium zu kämpfen – auch weil er das ganze Wochenende über sehr stark gefahren ist. Wir wissen zudem, dass Oscar sich gerade in einer Lernphase befand, um sich an das Auto für 2026 anzupassen. Daher wäre es schön gewesen, wenn er dafür belohnt worden wäre.“
Frustration bei Norris | © Charniaux / XPB ImagesGroßes Pech bei Norris
Für den amtierenden Weltmeister Lando Norris lief das Wochenende in Baku noch schlimmer als bei seinem Teamkollegen. Er ging bereits mit einem Benzineinspritzproblem ins Rennen – welches bestehen bleiben wird, bis man den Motor wechseln wird. Dadurch hatte er große Probleme mit der generellen Power und so ging sein Rennen eher rückwärts als vorwärts. Gerade das Problem mit dem Benzin tauchte auch auf der Seite Piastris auf – dieses Problem zu beheben, habe hohe Priorität im Team, bestätigte Stella.
Ich würde sagen, dass dies für Lando insgesamt eines der schwierigsten Ereignisse war, die er 2026 erlebt hat – ein Punkt, den wir aufgreifen und analysieren müssen, um zu sehen, was sich verbessern lässt.
Durch den Crash gingen einige Teile am MCL40 zu Bruch, doch Stella macht sich keine Sorgen, dass der Ersatz nicht pünktlich eintreffen wird. „Leider sind bei dem Unfall wohl einige Teile verloren gegangen – ein weiterer Nachteil, wenn man in solche Situationen gerät. Aber zum Glück ist bereits Nachschub an neuen Teilen unterwegs, sodass wir für die kommenden Rennen gut aufgestellt sein sollten“, meinte er zuversichtlich.
Außerdem bestätigte der Teamchef, dass man sich bei McLaren nun auf die Entwicklung für das nächste Jahr konzentriere. Bisher geplante Upgrades für den MCL40 sollen trotzdem noch dieses Jahr kommen.
„Es steht noch eine Reihe von Teilen aus, die an der Rennstrecke eintreffen werden. Wir werden also noch einige neue Komponenten am MCL40 sehen“, sagte Stella abschließend. „Doch zum jetzigen Zeitpunkt konzentrieren sich alle Bemühungen bereits auf das Auto für das nächste Jahr, und was wir aktuell an der Strecke sehen, ist das Ergebnis von Teilen, die bereits vor einigen Wochen freigegeben wurden.“































