Seit Wochen und Monaten wird bei Mercedes die Frage aufgeworfen, ob Kimi Antonelli bei Mercedes bevorzugt wird.
Toto Wolff bestreitet das vehement und auch die Fahrer machen nicht den Eindruck, als würden sie diese Behauptung mitgehen.
Toto Wolff hatte ein interessantes Gespräch mit Alain Prost. © Batchelor / XPB ImagesWolff will keine Prost-Senna-Dynamik
Und das hat einen Grund: Wolff will bei Mercedes eine klare Transparenz-Politik fahren, sollte ein Fahrer irgendwann einmal bevorzugt werden. Gegenüber motorsport.com machte er auch deutlich, warum er diese Einstellung hat.
Grund dafür ist ein Gespräch mit Alain Prost am Anfang seiner Formel-1-Karriere. Damals gehörte er zu den Verantwortlichen von Williams. Wolff habe den Franzosen gefragt, wieso die Situation zwischen ihm und seinem großen Rivalen Ayrton Senna damals so eskaliert sei.
Er sagte, das Problem sei, dass man nie wusste, ob man bevorzugt wurde. Er sagte, manchmal hatte ich das Gefühl, dass, na ja, ich es war … und dann gab es im Laufe der Jahre Phasen, in denen Senna bevorzugt wurde. Und er sagte, das habe eine Dynamik des Misstrauens im Team ausgelöst, und man hatte das Gefühl, dass der direkte Konkurrent vielleicht Vorteile erhielt.
Mercedes will nun beide WM-Titel klarmachen. © Moy / XPB ImagesMercedes will geeint ins Saisonfinale gehen
Bei Mercedes soll das anders sein. Die Fahrer sollen klare Taktikanweisungen erhalten und wissen, woran sie sind. Das ist dem Teamchef besonders wichtig.
Wolff beschrieb, dass es das Selbstvertrauen eines Fahrers negativ beeinflussen könne, wenn man zu ihm nicht ehrlich sei. Fahrer müssten „emotional beschützt“ werden.
Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt: Das geht für mich nicht; so etwas kann ich niemals tun. Ich muss transparent sein. Und wenn wir uns eines Tages entscheiden, das Teamspiel in welcher Form auch immer zu spielen, werde ich das sagen. Ich werde sagen: Das sind jetzt die Regeln, und wir werden sehr offen und transparent sein. Und wenn es zu einer Diskussion kommt, weil der Fahrer anderer Meinung ist … dann gut, lassen wir die Diskussion stattfinden.
Aufgrund einer klaren Transparenz und Hierarchie glaubt der Österreicher, dass Mercedes geeint ist. Auch für die letzten Rennen der Saison glaubt er an die Zusammenarbeit im ganzen Team. Vielleicht gibt es ja sogar in Austin schon etwas zu feiern – den möglichen WM-Titel von Kimi Antonelli.































