Nach dem Software-Chaos von Malaysia zieht die FIA erste Konsequenzen und will ihre Prüf- und Validierungsprozesse verschärfen. George Russell trifft es derweil nach seinem Motorschaden besonders hart: Der Mercedes-Pilot muss in Singapur von ganz hinten starten. Gleichzeitig drängt McLaren auf einen früheren Wechsel von Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase – und Audi stellt klar, dass die Formel-1-Zukunft trotz Volkswagen-Krise nicht zur Debatte steht. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Donnerstag.
Vor dem Sprint-Wochenende in Singapur beschäftigen die Formel 1 weiter die Nachwirkungen des Bahrain-GP in Malaysia. Die FIA hat die Ursache des Software-Problems inzwischen genauer eingegrenzt und kündigt technische Maßnahmen an. Parallel verschärft sich für George Russell die ohnehin schwierige Situation im WM-Kampf, während bei Red Bull die nächste wichtige Personalfrage aufkommt.
FIA reagiert auf die Software-Farce von Malaysia
Die FIA hat ihre Untersuchung nach dem Motoren- und Software-Chaos von Sepang abgeschlossen.
Beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia hatten mehrere Autos auf der Einführungsrunde plötzlich massiv Leistung verloren. Einige Fahrer wurden extrem langsam, andere mussten sogar anhalten. Der Start wurde abgebrochen und deutlich verzögert.
Auslöser war eine spezielle Software-Konfiguration für das Energiemanagement bei nassen Bedingungen. In bestimmten Streckenabschnitten trafen niedrige Motordrehzahl und eine Leistungsreduzierung um 250 Kilowatt aufeinander. Der dadurch entstehende Leistungsverlust konnte anschließend nicht wie vorgesehen wieder ausgeglichen werden.
Noch während der Rennverzögerung verteilte die FIA deshalb ein Software-Update, das die Energiebeschränkung in den betroffenen Bereichen aufhob. Erst danach konnte der Grand Prix gestartet werden.
Die Kritik blieb dennoch deutlich. Max Verstappen bezeichnete die neuen Motoren nach seinem Sieg als zu kompliziert und zu softwareabhängig. Auch Helmut Marko sprach von einer Blamage und nutzte den Vorfall zugleich für die Forderung nach einfacherer Motorentechnik.
Nun sollen die Test- und Verifikationskapazitäten für die Antriebssoftware erweitert und der gesamte Validierungsprozess verbessert werden. Für Austin ist zudem bereits ein weiteres Regenwetter-Software-Update geplant.
Mit Blick auf Singapur ist das besonders relevant: Auch dort könnte Regen eine Rolle spielen. Die FIA muss nun beweisen, dass sich ein derartiger Fehler nicht noch einmal wiederholt.
©XPB ImagesRussell muss in Singapur von ganz hinten starten
Für George Russell kommt es nach dem Ausfall in Malaysia noch dicker.
Mercedes hat bestätigt, dass der Brite in Singapur eine neue Antriebseinheit benötigt. Weil sein erlaubtes Kontingent bereits ausgeschöpft ist, muss Russell unabhängig vom Qualifying-Ergebnis vom Ende des Feldes starten.
Besonders bitter ist die Strafe deshalb, weil Russell in Sepang lange auf Podiumskurs lag und erst fünf Runden vor Schluss mit einem Motorschaden ausfiel. Sein Rückstand auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli beträgt inzwischen 84 Punkte.
Mercedes nutzt das Singapur-Wochenende zudem für weitere Vergleiche beim Aero-Paket. Das neue Update aus Malaysia brachte offenbar nicht den erhofften Fortschritt. Deshalb sollen sowohl die aktuelle als auch die vorherige Spezifikation erneut bewertet werden.
Russell steht damit vor einem besonders schwierigen Wochenende: Start von ganz hinten, wenig Überholmöglichkeiten und zusätzlich ein als Hitzerennen eingestufter Grand Prix.
Auf eine Kühlweste wird er nach eigener Aussage trotzdem verzichten. Mercedes habe bislang nicht genug Mittel investiert, um das System zuverlässig zu machen. Russell fordert deshalb entweder zusätzlichen finanziellen Spielraum innerhalb des Budgetdeckels oder eine einheitliche Lösung für alle Fahrer.
©IMAGO / DeFodi ImagesMcLaren macht Druck beim Lambiase-Wechsel
Auch bei Red Bull könnte sich die nächste große Personalfrage früher zuspitzen als gedacht.
Gianpiero Lambiase, langjähriger Renningenieur von Max Verstappen, soll 2028 zu McLaren wechseln. Sein Vertrag bei Red Bull läuft offiziell noch bis Ende 2027.
McLaren-CEO Zak Brown deutete nun allerdings an, auf einen früheren Wechsel zu hoffen. Er zeigte sich optimistisch, Lambiase bereits irgendwann im kommenden Jahr bei McLaren zu sehen.
Für Red Bull wäre das eine heikle Situation. Lambiase gehört seit Jahren zum engsten Kreis um Verstappen und ist zugleich tief in technische und organisatorische Abläufe eingebunden. Genau deshalb stellt sich die Frage, wie lange Red Bull einen Mitarbeiter mit feststehendem Wechsel zu einem Konkurrenten noch vollständig in Zukunftsprojekte einbinden kann.
David Coulthard hatte bereits im Frühjahr darauf hingewiesen, dass eine frühere Trennung deshalb durchaus logisch sein könnte.
Für McLaren wäre ein vorzeitiger Wechsel ein klarer Gewinn, für Red Bull dagegen die nächste wichtige Personalbaustelle. Offiziell bleibt es bislang aber beim vorgesehenen Wechsel zur Saison 2028.
©IMAGO / BSR AgencyAudi hält trotz Volkswagen-Krise an Formel 1 fest
Bei Audi gibt es unterdessen ein klares Bekenntnis zur Formel 1.
CEO Gernot Döllner weist Spekulationen zurück, wonach die wirtschaftliche Lage im Volkswagen-Konzern das Projekt gefährden könnte.
Das Formel-1-Programm sei finanziell und organisatorisch bewusst eigenständig aufgestellt worden. Dafür habe Audi bereits vor dem Einstieg einen eigenen Business-Case entwickelt. Ziel sei, noch in diesem Jahrzehnt den Break-even zu erreichen.
Auch am sportlichen Ziel hält Audi fest: 2030 soll die Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen werden.
Rückschläge seien auf diesem Weg einkalkuliert. Döllner sieht das Projekt weiterhin als langfristigen Aufbau und nicht als kurzfristige Marketingmaßnahme.
Auch die Trennung von Jonathan Wheatley sei Teil solcher grundlegenden Entscheidungen gewesen. Mit Mattia Binotto habe Audi schnell eine neue Lösung gefunden, mit der man sehr zufrieden sei.
Die Botschaft aus Ingolstadt ist damit eindeutig: Trotz wirtschaftlichen Drucks im Konzern bleibt das Formel-1-Projekt unangetastet und weiter auf den WM-Angriff 2030 ausgerichtet.
Alle Hintergründe zu den neuen FIA-Maßnahmen nach der Malaysia-Farce, Russells Motorstrafe in Singapur, dem möglichen früheren Lambiase-Wechsel zu McLaren und Audis Formel-1-Bekenntnis gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.































