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„Pech mit Max“: Ferrari-Desaster in Miami hat mehrere Gründe

Ferrari erlebt beim Großen Preis von Miami ein absolutes Desaster. Die Gründe sind vielschichtig – Vasseur steht unter Druck.

© Moy / XPB Images

Ferrari hat Miami mit einem großen Upgrade-Paket betreten und steht am Ende nahezu mit leeren Händen da.

P6 für Lewis Hamilton und P8 für Charles Leclerc sind nicht das, was sich der ruhmreiche Rennstall erwünscht hatte. Die Fragezeichen bei der Scuderia werden nach einem eigentlich mutmachenden Saisonstart mal wieder größer.

Lewis Hamilton erlebte ein Rennen zum Vergessen. © IMAGO / Action Plus

Hamilton muss Rennziel schon nach Runde 1 begraben

Für Hamilton fing das ganz persönliche Desaster schon früh an. Beim Start kam der Brite zwar gut weg, doch dann ging alles schief, was schiefgehen konnte, wie er auch selbst am Mikrofon von Sky Sport verdeutlichte.

„Es war überhaupt kein gutes Wochenende. Ich hatte Pech mit Max, ich musste wegen seines Drehmoments nach rechts ausweichen. Ich war eigentlich vorher in einer guten Position. Da habe ich Positionen verloren, und dann, glaube ich, war es Franco, der mich berührt hat, und ja, ich habe von da an viel Leistung verloren.“

Durch den Schaden, den Hamilton durch die Berührung davontrug, soll der Brite mehrere Zehntel verloren haben. Ab diesem Punkt wusste er, dass er mit den Top-Teams nicht mehr mithalten konnte.

Aufgrund der Strafe seines Teamkollegen schaffte es der Brite am Ende auf den sechsten Platz – einen Platz besser als im Sprint. Trotzdem ein Wochenende zum Vergessen für Hamilton, der in diesem Jahr eigentlich wieder angreifen wollte.

Ein fehler kostete Charles Leclerc zahlreiche Punkte. © IMAGO / ABACAPRESS

Leclerc will zu viel – auch weil die Leistung nicht reicht?

Bei Charles Leclerc fing das Wochenende eigentlich ziemlich vielversprechend an. Platz drei im Sprint und auch Platz drei in der Startaufstellung für das Rennen waren eigentlich ein gutes Omen. Denn noch nie hatte in Miami ein Fahrer aus der ersten Startreihe am Ende gewonnen. Die Hoffnung der Ferrari-Fans war groß.

Und auch der Start war erneut großartig, auch, weil Antonelli und Verstappen sich verbremsten. Doch relativ schnell bemerkten alle Verantwortlichen, dass die Pace für ganz vorne wahrscheinlich fehlen wird.

Denn Lando Norris und Kimi Antonelli machten dem Ferrari-Piloten das Leben schwer und gingen in der Folge auch relativ leicht am Monegassen vorbei. Zwar konnte sich Leclerc lange auf Platz drei halten, doch an die zwei Fahrer an der Spitze kam er nicht unbedingt heran.

Dann wurde er auch noch kurz vor dem Ende des Rennens von Oscar Piastri einkassiert und leistete sich in der Folge einen katastrophalen Fehler.

 „Ich habe das Auto in Kurve drei verloren und bin dann in die Wand gerauscht. Ich bin absolut frustriert. Das war absolut mein Fehler.“

Auf der Strecke musste er George Russell und Max Verstappen noch an sich vorbeiziehen lassen. Da er durch sein unfahrbares Auto einige Schikanen abkürzen musste, bekam er zusätzlich eine 20-Sekunden-Strafe aufgebrummt, und landete auf P8 hinter Hamilton und Colapinto. Eine Vollkatastrophe, die man Leclerc nach dem Rennen auch ansah.

Fred Vasseur steht unter Druck. © Bearne / XPB Images

Vasseur sieht generelles Problem bei Ferrari

Natürlich musste auch Teamchef Fred Vasseur nach dem Rennen zum Vergessen Rede und Antwort stehen. Der Franzose wollte die Schuld für das Rennergebnis aber nicht nur auf die Widrigkeiten während des Rennens schieben.

„Es ist eine Gesamtfrage, nicht nur eine Motordings. Wir müssen an allen Aspekten arbeiten. Wir haben es geschafft, in den ersten 15 bis 17 Runden mit einer gewissen Leichtigkeit in Führung zu gehen, was bedeutet, dass wir noch länger durchhalten können.“

Vor allem auf der Geraden habe das Ferrari-Auto „keinen Vorteil“. Vor allem der Überholmodus der anderen Teams mache dem italienischen Rennstall zu schaffen, ohne die nötige Pace.

Trotz eines riesigen Upgrade-Pakets mit elf Komponenten konnte Ferrari kaum mit McLaren und Mercedes mithalten. Miami war ein deutlicher Rückschlag mit Alarmwirkung.

Ferrari hatte in Miami viel Pech. Doch bei so viel Pech in den letzten Jahren muss auch die Frage gestellt werden, ob nicht auch eine ordentliche Portion Unvermögen im gesamten Team zur Wahrheit dazugehört. Vasseur stand in der Vergangenheit gehörig unter Druck, nach diesem Wochenende werden die kritischen Stimmen sicher nicht leiser.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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