Obwohl er zunächst zu Red Bull befördert wurde, war 2025 alles andere als ein gutes Jahr für Yuki Tsunoda. Im Podcast Beyond the Grid öffnete sich der Japaner über seine wohl schwerste Zeit.
Yuki Tsunoda hatte besonders mental zu kämpfen | © Price / XPB ImagesTsunoda beschreibt Burn Out-ähnliche Gefühle
Nach zwei Rennen beförderte man Tsunoda von den Racing Bulls zu Red Bull, man tauschte ihn und Liam Lawson aus. Es war eigentlich genau die Chance, doch sie endete nicht so, wie der Japaner hoffte. Max Verstappen beendete die Saison als Zweiter, verpasste seinen fünften WM-Titel um nur zwei Punkte. Yuki Tsunoda stattdessen wurde nur Siebzehnter. Am Ende war dies auch seine letzte Saison als Stammfahrer in der Formel 1 – in diesem Jahr wird er nur als Ersatzfahrer eingesetzt. „2025 war definitiv das schwierigste Jahr meiner Karriere, aber ich habe enorm viel gelernt“, erklärte der 26-Jährige im Podcast.
Vor allem in der zweiten Saisonhälfte habe ich angefangen, mich richtig schwerzutun. Wenn ich nach Hause kam, fühlte ich mich einfach extrem ausgelaugt. Normalerweise gelingt es mir, den Kopf freizubekommen und diese Energie zurückzuholen, wenn ich etwas tue, das mir wirklich Spaß macht. Aber dieses Gefühl von Energie kam einfach nicht mehr zurück – und die Rennen gingen einfach immer weiter, weiter und weiter.
Der Japaner beschrieb ein Gefühl ähnlich zum Burn Out. Er war ausgebrannt und ausgelaugt. Am Ende ging dieses Gefühl so weit, dass er sogar die Freude an seinem Job verlor.
Tsunodas letzter Einsatz als Formel 1-Stammfahrer in Abu Dhabi 2025 | © Moy / XPB ImagesKeine Freude mehr an Formel 1
„Irgendwann habe ich für mich selbst erkannt: Ich genieße mein Leben gerade nicht wirklich. Ich genieße die Situation nicht und habe wahrscheinlich auch nicht mehr den Spaß am Formel-1-Fahren, den ich in den ersten drei Jahren hatte“, sagte Tsunoda erstaunlich ehrlich. Das war der Zeitpunkt, an dem der Japaner entschied professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und damit geht er sehr offen um. Er macht kein Geheimnis draus, dass er sich psychologische Unterstützung geholt hatte. „Ich habe viel Unterstützung von einem Psychologen, meinem Trainer und vielen anderen bekommen“, erzählte er. „Aber der Rennkalender war in der zweiten Hälfte extrem dicht gedrängt, es war also eine sehr schwere Zeit.“
Trotzdem konnte er in seiner schwierigen Zeit sehr viel lernen und für die Zukunft mitnehmen. Er sieht also auch etwas Positives in der so für ihn negativen Situation.
Gleichzeitig hat mir dieses Jahr aber die Möglichkeit gegeben, mich viel intensiver mit mir selbst auseinanderzusetzen als je zuvor.
So geht er jetzt mit Druck um
Mittlerweile gehe Tsunoda ganz anders mit stressigen Situationen und Druck generell um. Auch wenn er seine heutige Situation natürlich nicht mit der aus dem letzten Jahr vergleichen kann. „Ich glaube kaum, dass ich jemals wieder so viel Druck, solche Schwierigkeiten und so harte Zeiten erleben werde wie 2025“, merkte er an, „Gegenüber dem, was war, wirkt bisher alles wie eine schöne Herausforderung. Irgendwie gelingt es mir jetzt, genau diese Druckmomente zu genießen, und ich fühle mich sehr wohl dabei.“
Mittlerweile geht es Tsunoda mental viel besser | © Getty Images / Red Bull Content PoolDrei Rennen durfte er dieses Jahr als Ersatzmann in den Racing Bull von Liam Lawson steigen. Lawson ersetzte den verletzten Hadjar bei Red Bull. In Zandvoort feierter Tsunoda sein Comeback und stieg in ein Auto, das er vorher noch nie gefahren ist. In Monza konnte er sogar einen Punkt holen. „Ich fühle mich völlig okay, ich spüre da gar nicht mehr so viel Druck“, meinte Tsunoda abschließend.































