Vor dem wirklichen Start des Großen Preises von Bahrain in Malaysia gab es eine große Frage: Trockenreifen oder Intermediates?
Ferrari gehörte zu den Teams, die mit den Intermediates auf das falsche Pferd setzten. Die Scuderia verschenkte dadurch vielleicht sogar einen möglichen Sieg.
Die hohe Luftfeuchtigkeit in Malaysia ließ die Strecke nur langsam abtrocknen. © Moy / XPB ImagesWurde die Luftfeuchtigkeit unterschätzt?
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über die Entscheidung diskutiert. Marc Surer hat einen Verdacht, warum einige Teams das Trockenreifen-Risiko eingegangen sind.
Was sie unterschätzt haben, ist die Luftfeuchtigkeit. Weil in Malaysia, wenn es regnet, die Luftfeuchtigkeit ungefähr bei 80 % liegt. Aber auch wenn es trocken ist, ist sie manchmal noch bei 60 %. Wenn du so viel Luftfeuchtigkeit hast, dann schwitzt du erstens mal, aber die Strecke bleibt auch feucht. Obwohl die Temperatur hoch war, ist es so, dass das Wasser nicht verdampft, weil die Luft auch feucht ist. Das hätte man berücksichtigen müssen.
Surer könne nicht verstehen, dass die Teams nur an ihren Bildschirmen gesessen hätten und nicht „mal rausgegangen sind und sich an die Strecke gestellt haben“.
Am Ende hatten die Teams, die gehofft hatten, die Strecke würde schnell abtrocknen, das Nachsehen. Besonders die Ferrari- und McLaren-Piloten verloren zahlreiche Plätze und mussten eine Aufholjagd starten.
Die Leistung von Lewis Hamilton ließ Fred Vasseur durchatmen. © Price / XPB ImagesSurer lobt Hamilton und rügt Vasseur
Allen voran Lewis Hamilton konnte diese dann starten. Der Brite blieb auf den Soft-Reifen, zeigte plötzlich eine unglaubliche Pace und krönte seine Leistung am Ende mit einem starken dritten Platz. Wäre sogar der Sieg drin gewesen? Surer glaubt nicht daran.
Max Verstappen war nicht zu schlagen an diesem Tag. Also der ist so souverän gefahren und so fehlerfrei, also das, ich glaube nicht, dass man den hätte schlagen können, aber er hätte mit ihm mithalten können, ja. Und somit hätte er zumindest den zweiten Platz sicher gehabt.
Natürlich hätte unter anderem das Safety Car dafür gesorgt, dass Hamilton am Ende doch in so einer guten Position gewesen wäre, so Surer. Doch er lobte den Briten für seine Fahrt auf den Slicks. Während andere Fahrer „ins Kiesbett rodeln, oder durch die Wiese pflügen“, wäre Hamilton „auf der Piste geblieben“.
Er wunderte sich nicht über die gute Pace des Briten auf den alten soften Reifen, da der Ferrari für ihn sehr gut mit den Reifen umgehen könne. Zu Vasseur, der die Slick-Panne schönreden wollte, hatte der Schweizer allerdings auch eine klare Meinung.
„Man müsste eigentlich schon zugeben, dass man Fehler gemacht hat. Also das zeigt ja auch ein bisschen Größe, wenn man das machen würde.“
Am Ende konnte der Franzose durchatmen und sich doch noch über den dritten und vierten Platz seiner Piloten freuen. Doch eines bleibt bei Ferrari bestehen – das Optimum holt das Team selten heraus.































