Insgesamt viermal verstieß Kimi Antonelli während des Rennens in Singapur gegen die Track Limits. Bei dem vierten Verstoß gilt eigentlich eine 5-Sekunden-Strafe, doch Antonelli blieb straffrei. Marc Surer schimpfte in Race Control, der Champ1-Expertenanalyse, über die Inkonstanz der FIA.
Trotz vier Track Limits blieb Antonelli unbestraft | © Moy / XPB ImagesDarum gab es keine Strafe für Antonelli
Während des Rennens klagte Antonelli über Bremsprobleme, welche angeblich dazu führten, dass er unter anderem ein viertes Mal die Strecke verließ. Die FIA nahm das Bremsproblem als Anlass, hier keine Strafe zu verhängen – das Bremsproblem sei ein nachvollziehbarer Grund. Außerdem hätte er durch das Verlassen der Strecke auch keinen Vorteil erlangt.
Interessanterweise war Antonelli diese Saison schon mal in einer solchen Situation. In Silverstone hatte er auch Probleme mit den Bremsen und kam mehrmals über die Streckenbegrenzung hinaus. Dort kassierte er allerdings die Zeitstrafe.
Marc Surer findet die Vorgänge und Entscheidungen der FIA sehr inkonsequent und versteht, warum unter anderem auch die Fahrer mehr Konstanz und permanente Stewards fordern. Er versteht nicht, warum die FIA hier keine Strafe ausgesprochen hat. Denn „schlussendlich [hätte sie] auch nichts ausgemacht, weil er hatte ja genügend Vorsprung. Also hätten sie [die Strafe] ruhig geben können, dann wäre die Diskussion jetzt unnötig“, findet Surer.
Dank Bremsproblemen bekam Antonelli keine Strafe | © Bearne / XPB ImagesSurer: Künftig haben alle Bremsprobleme bei Track Limits
Der Schweizer ist sich sicher: Mit dieser Entscheidung hat sich die FIA keinen Gefallen getan. So werden die Fahrer zukünftig bei Verstößen gegen die Track Limits einfach Bremsprobleme vortäuschen, um so aus einer Strafe zu entkommen.
Also das war eine Fehlentscheidung von der FIA, weil das wird genau das auslösen, dass die Fahrer in Zukunft eine Ausrede haben, wenn sie Track Limits überfahren. Und da sagen sie einfach ‘Ich habe ein technisches Problem’ oder die Lenkung klemmte oder weiß ich was.
Eine der größten Schwächen von Antonelli sind definitiv die Track Limits. Diese Saison sammelte der Mercedespilot schon einige davon. Von dieser Schwäche weiß auch Teamchef Toto Wolff. Er funkte bei der Zieleinfahrt an Antonelli: „Vielleicht müssen wir dir ein Kissen unter den Hintern legen, damit du höher sitzt und die Track Limits siehst!“
Auch wenn der humorvolle Hieb von Wolff nicht wirklich umgesetzt werden kann, muss Antonelli definitiv daran arbeiten, sein Auto zwischen den Linien zu halten.
Die FIA fällt erneut in die Kritik wegen ihrer unbeständigen Art Strafen auszusprechen. Marc Surer rät es den Teams und Fahrern es Antonelli gleich zu tun und von nun an alles auf Bremsprobleme zu schieben, wenn es um Track Limits geht. „Würde ich auf jeden Fall machen. Also, und ich bin sicher, die Teams werden mit den Fahrern drüber sprechen und sagen, wenn du das Track Limit überschreitest, dann sag einfach, die Bremse wäre nicht gegangen, melde einfach ein Bremsproblem. Wir wissen dann Bescheid und die Rennleitung hört ja mit“, meinte Surer abschließend.































