Mercedes ist in dieser Saison bislang das Maß aller Dinge. Auch Bradley Lord, der mittlerweile Vize-Boss neben Toto Wolff ist, trägt seinen Teil dazu bei.
Was allerdings kaum jemand vor der Saison erwartet hat, ist die Hierarchie innerhalb des Teams. Kimi Antonelli feierte in Miami den dritten Sieg in Folge und untermauerte damit zumindest temporär seinen Nummer-1-Status im Team.
George Russell erlebt eine schwere Saison. © IMAGO / Gregoire TruchetLord verteidigt Leistungen von George Russell
Lord machte in einem exklusiven Champ1-Interview klar, dass der Hype um Antonelli auch die Berichterstattung beeinflussen würde. Diese liefe gerade „eher für ihn und gegen George“.
„Und wie immer wird das Ganze viel heißer gekocht als gegessen. Wir wissen, was wir an George haben. Wir haben einen Fahrer mit Weltmeisterpotenzial, mit fast 10 Jahren Formel-1-Erfahrung, der nicht nur extrem schnell ist, sondern wahrscheinlich auch einer der fleißigsten Arbeiter des Feldes ist.“
Für Lord sei es sicher, dass George Russell sich zurückkämpfen werde. Er habe in Miami „ein schwieriges Wochenende gehabt, wo er das Auto nicht spüren konnte, wie er es spüren wollte“. Auch in China und Japan habe er starke Platzierungen geholt, obwohl er Probleme und Pech hatte.
„Also, er hat drei schwierige Wochenenden hinter sich. Aber er liegt auf Platz 2 in der Fahrerweltmeisterschaft, 20 Punkte hinter dem Führenden nach 4 Rennen. Also ist es eigentlich eine sehr positive und starke Ausgangslage.“
Schon am kommenden Wochenende in Kanada kann Russell wieder zeigen, wie gut er ist.
Bradley Lord (r.) ist von Antonellis Ergebnissen begeistert. © Batchelor / XPB ImagesLord warnt vor zu hohen Erwartungen an Antonelli
Von der Leistung Antonellis zeigte sich Lord verblüfft. Vor allem vom Tempo, in dem der Italiener diese Anzahl an Erfolgen feiert, ist der Brite begeistert.
„Geschichte wird nicht jeden Tag geschrieben“, machte der Vize-Teamchef klar und stellte hauptsächlich heraus, dass es für Antonelli nach einem schwierigen letzten Jahr, in dem sich viel Druck aufgebaut habe, „extrem positiv“ sei. Doch Lord dämpfte die Erwartungen.
„Kimi bleibt 19 Jahre alt, hat eine volle Saison hinter sich, und es wird immer wieder Höhen und Tiefen geben, weil es ganz normal in der Entwicklung eines jungen Fahrers ist, das dürfen wir nicht vergessen.“
Die wilde Startphase in Miami machte Antonelli das Leben schwer. © IMAGO / Icon SportswireHat Antonelli keine Schuld an Startproblemen?
Antonelli hatte auch in dieser Saison schon das ein oder andere Problem, vor allem am Start. Das brachte den Mercedes-Fahrer in schwierige Situationen, da McLaren und Ferrari mittlerweile deutlich besser wegkommen.
Toto Wolff kritisierte Antonelli in Miami wiederholt scharf und forderte bessere Startphasen. Lord gab dem Teamchef recht, nahm allerdings das gesamte Mercedes-Team in die Pflicht, da es um die „Kombination von Getriebe, Kupplung, Motor, Fahrer und Ingenieuren“ ginge. Den Youngster nahm er hingegen in Schutz.
„Es lag nicht an ihm, und das müssen wir einfach besser in den Griff bekommen, und das werden wir auch besser in den Griff bekommen. Also, das ist eine ständige Arbeit, war auch der Fall zwischen Japan und Miami, und das ist etwas, wo wir uns das Ziel gesetzt haben, deutlich besser zu werden. Beim Sprint in Kanada werden wir mehr wissen, und hoffentlich haben wir da wieder einen Schritt nach vorn gemacht.“
Mercedes will die Vormachtstellung in der Formel 1 behalten. Doch vor allem McLaren holte in den vergangenen Wochen auf. Für die kommenden Rennen kommt auf Lord und Co. viel Arbeit zu, damit der Rennstall die Nummer 1 bleibt. Dafür werden auch zwei starke Fahrer benötigt.




































