Nick Heidfeld erlebte eine lange Motorsport-Karriere, darunter elf Jahre als Formel-1-Fahrer. Er lieferte konstant solide Ergebnisse, stand 13-mal auf dem Podest, doch für den ganz großen Sieg reichte es in der Königsklasse letztendlich nie. Doch was ist aus Nick Heidfeld geworden, nachdem die Formel-1-Ära im Jahr 2011 endete?
Heidfeld beendete seine F1-Karriere bei Renault. | ©IMAGO / Jan HuebnerDer ewige Zweite der Königsklasse
Heidfelds Weg in die Formel 1 führte klassisch über den deutschen Kartsport bis zum Meistertitel in der Formel 3000 im Jahr 1999. Im darauffolgenden Jahr debütierte er für das Team Prost in der Königsklasse. Es folgten elf intensive Jahre, in denen sich der Mönchengladbacher einen Ruf als extrem verlässlichen Fahrer erarbeitete.
Egal ob bei Sauber an der Seite des Rookies Kimi Räikkönen, bei Williams oder später im BMW-Werksteam neben Robert Kubica: Heidfeld behauptete sich gegen die großen Namen der Szene. Trotz seiner Konstanz hatte der Deutsche auch oft Pech, wenn es um den Sieg ging. Seine einzige realistische Chance auf einen Grand-Prix-Sieg verwehrte im 2008 in Kanada eine Teamorder zugunsten seines Teamkollegen Kubica. Nach kurzen Zwischenstationen bei Mercedes als Testfahrer und Pirelli als Reifentester endete seine Formel-1-Karriere schließlich 2011 nach dem Großen Preis von Ungarn bei Renault.
Die längste Zeit seiner F1-Karriere verbachte Heidfeld bei Sauber. | ©IMAGO / Thomas MelzerWechsel auf die Langstrecke und die Formel E
Nach mehreren Monaten außerhalb der Öffentlichkeit zog es Heidfeld zurück ins Cockpit. Zwischen 2012 und 2014 fuhr er bei den prestigeträchtigen 24 Stunden von Le Mans sowie in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), wo er vordere Platzierungen einfuhr.
Als Pionier zeigte sich Heidfeld im Jahr 2014, als er in die neu gegründete Formel E einstieg. Erst für Venturi, später für Mahindra Racing, bestritt er vier volle Saisons als Größe im Feld. Eine Parallele zu seiner Formel-1-Zeit blieb jedoch auch in der Formel E bestehen: Er konnte zwar mehrfach auf das Podest fahren, aber der Sieg blieb auch hier aus.
Heidfeld bei Mandhira Racing in New York 2018. | ©IMAGO / KrälingStart-up-Gründer und Vordenker im Motorsport
Im Jahr 2018 hängte Heidfeld den Helm endgültig an die Wand, der Automobilwelt blieb er jedoch erhalten. Bis 2023 begleitete er als Autoentwickler und Markenbotschafter das Team Automobil Pinifarina. Heute hat er ein eignes unternehmerisches Großprojekt: Gemeinsam mit Partnern gründete er die „FG Series“, eine globale, elektrische Nachwuchsrennserie. Das Konzept sieht vor, dass ein und dasselbe Fahrzeug in zwei verschiedenen Meisterschaften eingesetzt werden können. Heidfeld erklärtes Ziel ist es, den Rennsport grundlegend zu demokratisieren, indem finanzielle und geografische Hürden beseitigt werden. Aktuell befindet sich die Serie im ersten aktiven Rennjahr und Heidfeld ist intensiv auf der Suche nach weiteren Investoren, um sein Projekt weiter voranzutreiben.
So sehen die Autos der FG Series aus. | © FG Series / XPrivat lebt der dreifache Vater mit seiner Familie in der Schweiz.




































