Vor dem Großen Preis von Monaco ist die Favoritenrolle in dieser Saison so offen wie noch nie. Schwebt Kimi Antonelli zu seinem nächsten Sieg? Kann George Russell zurückschlagen? Oder steht am Ende ein ganz anderes Team vorne.
Als Favorit gilt nämlich plötzlich ein ganz anderer Rennstall, der den ersten Nicht-Mercedes-Sieg in dieser Saison eintüten könnte.
Ferrari gilt als Monaco-Favorit. © Dunbar / XPB ImagesFerrari plötzlich auf der Pole?
Denn Fans und Experten sind sich nahezu einig, dass Ferrari der große Pole- und damit auch Siegfavorit in Monaco ist. Das liegt nicht nur an der Extramotivation von Charles Leclerc bei seinem Heimrennen und auch nicht an der großen Erfahrung von Lewis Hamilton.
Die Eindrücke aus dieser Saison lassen vermuten, dass die Strecke perfekt auf Ferrari zugeschnitten ist. Viele langsame Passagen, viele Unebenheiten, viele Kerbs – in diesen Bereichen präsentierte sich das Auto fantastisch.
Der schwache Motor wird durch die zwangsweise Drosselung und die wenigen echten Geraden zu keinem großen Thema werden. Deshalb wird der Zeitverlust für die Scuderia in geraderen Passagen minimal ausfallen.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hält sich allerdings noch zurück, wie er in einer Medienrunde klarmachte.
„Monaco ist eine ganz andere Story, die Bedingungen werden sich deutlich unterscheiden und wir müssen uns darauf vorbereiten, damit wir dort wieder eine gute Performance zeigen können.“
Könnte es Taktik sein? Denn auch der Franzose wird wissen, wie stark das Ferrari-Auto in Monaco sein könnte. Und darauf wird das Team setzen.
McLaren könnte in Monaco ein Wörtchen mitreden. © Price / XPB ImagesMcLaren schiebt Favoritenrolle zu Ferrari
McLaren zeigte in den vergangenen Wochen, dass man sogar den Mercedes-Piloten immer wieder gefährlich werden konnte. Nun will man das Montreal-Desaster allerdings erst einmal schnell vergessen. Norris schob die Favoritenrolle nach dem Kanada-GP erst einmal schön zu Ferrari.
„Ehrlich gesagt glaube ich, dass Ferrari am kommenden Wochenende in Monaco die Pole-Position holen wird. Ihre Leistung bei niedrigen Geschwindigkeiten ist weitaus besser als die aller anderen.“
Auch Teamchef Andrea Stelle machte klar, dass Ferrari für ihn der Favorit sei, doch er glaubt, dass McLaren konkurrenzfähig sei. Vor allem die langsamen Kurven würden dem Team liegen, während Ferrari und Mercedes bei den normalen und schnellen Kurven besser seien. Da es alle Varianten gibt, könnte es ein spannendes Qualifying werden.
Im letzten Jahr konnte Lando Norris den Grand Prix mit einer überragenden Performance gewinnen. Diese Erfahrung kann dem Briten keiner mehr nehmen und sie ist immer ein Vorteil im Fürstentum.
Für Max Verstappen könnte es ein schwieriges Wochenende werden. © IMAGO / DeFodi ImagesRed Bull mal wieder im Niemandsland?
Wie so oft in dieser Saison könnte es für Red Bull ein unglaublich schweres Wochenende werden. Das österreichische Team hat große Probleme mit Unebenheiten und den Kerbs, was in Monaco zu einem großen Problem werden könnte.
In Kanada löste man das Problem, indem man die Fahrzeughöhe anhob. Verstappen konnte einen starken dritten Platz einheimsen, warnte nach dem Rennen allerdings, dass das nicht die endgültige Lösung sei.
„Wir drehen uns im Kreis. Wir verbessern die Schläge und Kerbs, aber dann verlieren wir Downforce am Auto.“
Auch wenn es den Verstappen-Effekt immer noch gibt, kann man sich kaum vorstellen, dass Red Bull um den Sieg mitfährt. Vor allem, weil man sein Paket traditionell nicht zu sehr auf Monaco umbaut – das ist einfach zu teuer für ein Rennen. Es könnte die nächste Klatsche geben.
Kimi Antonelli rast von Sieg zu Sieg. © IMAGO / HochZweiMercedes kann entspannt bleiben
Der Klassenprimus ist plötzlich unter Druck? Nein, die Silberpfeile können eigentlich entspannt bleiben. Mit Antonelli haben sie den derzeit selbstbewusstesten Fahrer der Formel 1. Außerdem zeigte sich das Team bisher unter allen Bedingungen in Topform. Vielleicht fühlt man sich wohl, nicht immer nur die Gejagten zu sein.
Dazu kommt, dass Mercedes weiß, dass wieder Strecken kommen werden, die ihnen noch besser liegen. Ein enttäuschendes Ergebnis ist in Monaco niemals ein Gradmesser, sondern muss in jedem Jahr einkalkuliert werden, zu speziell ist die Strecke.
Auch Antonelli schob die Favoritenrolle zu Ferrari. Allerdings zeigt der Italiener zurzeit, dass mit ihm immer und überall zu rechnen ist. Mercedes wird einen Plan für Monaco haben.
Das Rennen in Monaco könnte eventuell wieder etwas unaufgeregter werden. Doch die Diskussionen im Vorfeld sind spannender denn je. Spätestens nach dem Qualifying wird man sehen, welches Team die Nase vorn hat.




































