Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine gibt es in zahlreichen Sportarten härteste Einschränkungen für Russen und Belarussen. Ein vollständiges Verbot gab es auch seitens der FIA nicht.
Fahrer, Teilnehmer oder Offizielle, die weiter ein Teil der Wettbewerbe sein wollten, konnten sich stattdessen dafür entscheiden, unter der „FIA-Flagge“, also neutral, an den Start zu gehen.
Nikita Mazepin dürfte wieder unter russischer Flagge starten. © Bearne / XPB ImagesRussen und Belarussen müssen nicht mehr neutral sein
Am Donnerstag, dem 13. August, überraschte ein offizielles FIA-Dokument die Motorsportwelt. Denn nun werden die Beschränkungen aufgehoben. Das wurde in einer Sitzung des World Motor Sport Council am 3. August entschieden.
„Russische und belarussische Fahrer, Nationalmannschaften, einzelne Teilnehmer und Offizielle dürfen ohne jegliche Einschränkungen an internationalen/Zonenwettbewerben teilnehmen. Die Verpflichtung, eine Verpflichtung zur Neutralität zu unterzeichnen, gilt nicht mehr.“
Nun dürfen auch wieder während der Nationalhymne russische und belarussische Symbole, Farben und Flaggen gezeigt werden. Das Verbot, internationale und regionale Rennen auf russischem und belarussischem Territorium auszutragen, bleibt von der Entscheidung allerdings unberührt.
Die FIA machte in dem Schreiben allerdings auch klar, dass man die Situation genau beobachte. Man behalte sich das Recht vor, „in Zukunft weitere Maßnahmen zu ergreifen oder weitere Maßnahmen umzusetzen, einschließlich aller notwendigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um ihren Verpflichtungen gemäß geltenden Sanktionsregimen und/oder Verträgen, an denen die FIA beteiligt ist, nachzukommen“.
Stefano Domeniali sind die Hände gebunden. © Moy / XPB ImagesFormel 1 muss Entscheidung der FIA mittragen
Die Formel 1 hat durch die Entscheidung keine Möglichkeit, einen anderen Kurs zu fahren. Sollte sich ein Mitgliedsverband oder -club gegen die Entscheidung stellen, würde man einen Regelbruch begehen. Sanktionen würden drohen.
Innerhalb der Sportwelt bleibt der Umgang mit dem Angriffskrieg unterschiedlich. Während das IOC im vergangenen Monat ankündigte, dass man die Sanktionen lockern wolle, bleiben andere Verbände wie der Motorrad-Weltverband FIM.
Trotz des anhaltenden Krieges, der wohl so schnell nicht enden wird, werden Sanktionen gelockert. Ein Ritt auf der Rasierklinge und eine Entscheidung, die diskussionswürdig ist und sicher für Zündstoff sorgen kann.

































