Laut der BBC wird Ben Sulayem wohl so lange FIA-Präsident bleiben können, wie er will. Laut vertraulichen Quellen soll eine überwältigende Mehrheit von 90,71% dafür gestimmt haben, die Amtszeitbegrenzung zu kippen.
Eigentlich darf der FIA-Präsident bislang nur insgesamt zwölf Jahre an der Spitze des Verbands stehen. Nun könnte damit Schluss sein.
Die FIA sorgt mit ihrer Entscheidung für Aufruhr. © IMAGO / Jan HuebnerAuch andere Ämter betroffen
Die FIA begründete eine mögliche Abschaffung der Begrenzung damit, dass mit der Entscheidung „ein einheitlicher Ansatz für die Amtszeit in allen FIA-Gremien geschaffen werden soll, ähnlich wie er derzeit für die Welträte und den Senat gilt“.
Weitere FIA-Ämter, die nun nicht mehr unter die Regelung fallen, sind unter anderem der Vorsitzende des Anti-Doping-Ausschusses und der Vorsitzende des F1-Kostenobergrenzen-Ausschusses.
Ben Sulayems Vorgänger Jean Todt hatte die Amtszeitbegrenzung eingeführt, nachdem Max Mosley 16 Jahre lang das Amt inne hatte und sich am Ende dem Unmut zahlreicher F1-Teams ausgesetzt sah.
Der ehemalige FIA-Vize-Präsident Robert Reid hatte zuvor auf Linkedin davor gewarnt, die Beschränkung fallen zu lassen.
„Amtszeitbeschränkungen sind kein perfekter Schutz. Sie garantieren keine gute Regierungsführung. Sie verhindern keine Fehlentscheidungen. Aber sie schaffen einen Zeitpunkt, an dem eine Erneuerung stattfinden muss. Sie erinnern eine Institution zudem daran, dass ein Amt nur vorübergehend ist, dass Legitimität immer wieder neu begründet werden muss und dass keine Einzelperson strukturell unersetzbar werden sollte.“
Anscheinend haben diese Worte am Ende nichts bewirkt. Die Entscheidung stärkt die Macht von Mohamed Ben Sulayem nochmals.
Mohammed Ben Sulayem könnte bis zu seinem Lebensende FIA-Präsident bleiben. © IMAGO / PsnewZNutzt Ben Sulayem seine Macht aus?
Doch, was könnten die Konsequenzen aus der FIA-Entscheidung sein? Laut Medienberichten soll Ben Sulayem ein großes Interesse daran haben, Präsident auf Lebenszeit zu bleiben.
Auch könnte er nun mehr Druck ausüben, da er noch fester im Sattel sitzt. Eine Rückkehr zum V8-Motor könnte er so viel einfacher in die Wege leiten, als bisher. Zwar braucht es die Zustimmung der Teams, die Position des FIA-Präsidenten ist in Verhandlungen nun aber deutlich stärker als zuvor.
Für die Gegner des FIA-Präsidenten ist es auch eine krachende Niederlage. Schon bei den vergangenen Wahlen wurden Gegenkandidaten nicht zugelassen und sorgten für eine Wahl ohne Konkurrenz.
In Zukunft könnte Ben Sulayem die FIA weiter verändern. Wie seine Pläne genau aussehen, ist derzeit unklar. Ob die Entscheidung der Funktionäre wirklich richtig war, wird die Zukunft zeigen.




































