Der Hype um die Formel 1 wächst und wächst. Netflix, F1 Film, Podcasts, Social Media – all das sind Gründe für die steigende Begeisterung. Doch nicht nur online spiegelt sich diese Begeisterung wider.
Rekordzahlen vor Ort
Viele Strecken meldeten in diesem Jahr Rekordzuschauerzahlen. Alleine bis zur Sommerpause sollen die Zuschauerzahlen im Vergleich zum gesamten letzten Jahr bereits 6% gestiegen sein.
Neun Rennstrecken veröffentlichten in 2025 und 2026 ihre Zuschauerzahlen. Über 3 Millionen Zuschauer verzeichnete man insgesamt auf diesen Strecken. Wichtig zu beachten: Die Zahlen sind kumulierte Werte. Über das gesamte Rennwochenende (Donnerstag bis Freitag) werden die Gäste gezählt. Wer mehr als einen Tag an der Strecke ist, taucht dementsprechend mehrmals in der Statistik auf. Es handelt sich bei den Werten also nicht um individuelle die Personenanzahl!
Zuschauerzahlen in 2026 | © Formel 1 (eigene Grafik)Zuwachs von 2025 auf 2026
Beinahe jährlich übertreffen die Strecken ihren Vorjahresrekord. Über den meisten Zuwachs in diesem Jahr freute sich Silverstone. In diesem Jahr besuchten 64.000 Menschen mehr als noch in 2025 das Rennwochenende. Außerdem freute man sich in Suzuka über 49.000 mehr Besucher als im Vorjahr. Doch einzig und allein in Barcelona stagnierte der Zuwachs. Magere 987 Personen waren im diesen Jahr mehr anzutreffen als in 2025.
Zuschauerzuwachs im Vergleich von 2025 zu 2026 | © Formel 1 (eigene Grafik)Insgesamt freut besonders Stefano Domenicali den Zuwachs an Zuschauern vor Ort. In einer Pressekonferenz meinte der F1-Boss: „Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen an die Rennstrecke kommen und ihren Spaß haben. Wir sind ausverkauft, weil die Menschen gerne dabei sind und eine Erfahrung machen wollen, die es in dieser Form nur dort gibt.“ Vielmehr betonte er, dass vor allem der Unterhaltungswert im Vordergrund stehe.
Wir konkurrieren darum, die attraktivsten Veranstaltungen zu schaffen.
Steigende Preise in der F1
Doch wie attraktiv sind diese Veranstaltungen wirklich? Die Formel 1 ist nicht nur sportlich die Königsklasse – auch preislich ist bei den Ticketpreisen schon beinahe nach oben alles offen. Jedes Jahr werden die Preise massiv angezogen.
Beispielhaft soll hier nun Spa dienen. Angenommen man möchte ein Wochenendticket (Freitag bis Sonntag) auf der Haupttribüne kaufen. Inkludiert ist ein fester Sitzplatz für drei Tage auf einer überdachte Tribüne mit Blick auf die Boxengasse an der Start-/Zielgeraden. Je nach Platz hat man auch Blick auf das Podium. Wichtig ist anzumerken, dass man sich seinen Sitzplatz nicht aussuchen kann. Dieser wird vom System zugewiesen. Zusätzlich hat man natürlich Zugang zur Fanzone, mit der Möglichkeit an diversen kostenlosen Aktivitäten teilzunehmen, Merchandise zu kaufen und Verpflegung zu erwerben.
2025 zahlte man für ein solches Ticket 635 Euro. In 2026 stieg der Preis auf 675 Euro an. Möchte man 2027 auf der Haupttribüne sitzen, muss man schon 855 Euro auf den Tisch legen. Vorausgesetzt man bucht sein Ticket über die offizielle Seite des Veranstalters. Über Reseller zahlt man meistens noch mehr. An den Ticketinklusionen hat sich über die Jahre nichts geändert. Insgesamt ist der Ticketpreis von 2025 auf 2027 um fast 35 Prozent angestiegen.
Blick von der Haupttribüne in Spa | © Laura SchanzDennoch scheinen die steigenden Preise die Zuschauer nicht zu stören. Gerade andere Strecken bieten viel mehr für ihren Preis als beispielsweise Spa. Im Falle von Abu Dhabi zum Beispiel, beinhaltet ein Wochenendticket (Donnerstag bis Sonntag) jeden Abend Zugang zu Konzerten – das waren bisher Künstler wie Maroon 5, Katy Perry, Eminem, oder Metallica – oder einen Besuch in der Boxengasse (first come first serve Basis).
Millionenverluste trotz Rekordzahlen
Trotz der Zuschauerzahlen in Rekordhöhe musste die Formel 1 Verluste in Millionenhöhe verzeichnen. Ungefähr 100 Millionen US-Dollar fehlen aufgrund den Rennabsagen in Bahrain und Saudi Arabien in der Kasse. Noch immer ist unklar, ob die Rennen in Katar und Abu Dhabi überhaupt stattfinden können. Sollten auch diese nicht stattfinden können, wird der Verlust noch höher ausfallen.
Die Gesamteinnahmen im ersten F1-Halbjahr betrugen laut Liberty Media demnach „nur“ 1,381 Milliarden US-Dollar. Das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch hätten sich die Einschaltquoten im Vergleich verbessert. Rund 13 Prozent mehr Menschen ließen die Formel 1 auf ihren Bildschirmen flimmern.
Pläne für 2027
Der Rennkalender für das nächste Jahr steht noch immer nicht fest. Stefano Domenicali ist sich aber sicher, dass das Sprintformat der Grund sei, wieso gerade freitags und insgesamt die Zuschauerzahlen so durch die Decke gingen. Deshalb möchte er das Sprintformat weiter ausbauen und noch mehr Sprintwochenenden in den Rennkalender einbauen. Diese Garantie konnte Domenicali bereits geben:
Die Zahl wächst in Zukunft definitiv. Zu 1.000 Prozent wird das passieren, schon nächstes Jahr.
Flavio Briatore ist ebenfalls begeistert von der Idee und fordert sogar 24 Sprints. Also an jedem Rennwochenende.
Es bleibt festzuhalten, dass die Beliebtheit der F1, aber auch die Preise vermutlich weiter ansteigen werden. Fraglich bleibt, ob bei immer höher werdenden Kosten die Zuschauerzahlen gleichbleibend wachsen werden. Oder ob die Preise irgendwann zu exorbitant werden, dass der große Einbruch kommen wird.

































