In einem exklusiven Interview mit F1.com reflektierte Valtteri Bottas über seinen Weg zu Cadillac und wieso er glaubt, dass seine beste Zeit noch vor ihm liege.
Schon lange dabei: Valtteri Bottas | © Rew / XPB ImagesDer finnische Rennfahrer hat schon einige Jahre in der Formel 1 zu verzeichnen. 2013 gab er sein F1-Debüt. 2025 setzte er ein Jahr aus. So kann sich Bottas schon mit zwölf Jahren Formel 1 als aktiver Fahrer brüsten. Die längste und erfolgreichste Zeit seiner Karriere verbrachte er bei Mercedes. Nun gehört er zu einem der beiden Fahrer, mit denen Cadillac ihr Debüt bei der Formel 1 feiern.
Dankbar für die Möglichkeit
Am Ende der Saison 2024 stand Bottas ohne Sitz und Vertrag für die kommende Saison da. Sauber stellte sich in 2025 mit zwei anderen Fahrer lieber neu auf. Der Finne entschied sich, zurück zu seinem alten Team Mercedes zu gehen. Auch wenn er dort keinen festen Sitz bekommen würde. Die Möglichkeit als Ersatzfahrer bei Mercedes hielt ihn im Paddock und eröffnete ihm damit die Option Augen und Ohren offen zu halten. Denn ein Karriereende stand für ihn nicht zur Debatte.
Im August letzten Jahres gab Newcomer Cadillac sein Fahrerduo bekannt. Somit war klar: Bottas würde an Sergio Perez Seite 2026 zurück im F1 Auto sitzen. Nachdem er ein Jahr nur an der Seitenlinie stand, blickt er ganz anders auf den Sport, gab er zu:
„Wenn man – nach zwölf Jahren im Rennsport – ein Jahr gewissermaßen an der Seitenlinie verbringt, gewinnt man definitiv eine andere Perspektive auf den Sport. Denn wenn man nicht voll darin steckt, kann man das große Ganze besser überblicken.“
Das Cadillac-Duo: Sergio Perez und Valtteri Bottas | © Moy / XPB Images„Es hat definitiv dazu geführt, dass ich es mehr zu schätzen weiß. Ich habe insgesamt mehr Respekt vor dem Sport, vor allen, die darin arbeiten, und vor den Fahrern. Deshalb weiß ich es dieses Jahr mehr zu schätzen als zuvor“, fügte der 36-Jährige hinzu.
Bottas erinnerte sich ganz genau an den Moment, an dem er diese Dankbarkeit besonders verspürte. Es war der Moment während des ersten Rennens in Australien, als die Nationalhymne gespielt wurde. „Ich glaube nicht, dass mir der ganze Prozess jemals so viel Spaß gemacht hat, denn wenn einem diese Art genommen wird und man sie zurückbekommt, ist das etwas ganz Einzigartiges“, erklärte er.
Ein Moment der Dankbarkeit für Bottas | © Price / XPB ImagesBottas über die Zeit bei Cadillac
Trotz seiner mehrjährigen Erfahrung, ist die Zeit bei Cadillac etwas ganz besonderes für den Finnen. Mit insgesamt 257 Grand Prix Starts, zehn Siegen und 67 Podestplätzen, sollte sich eigentlich nichts mehr völlig neu für ihn anfühlen. Aber mit Cadillac tut es das. Bottas erklärte, wieso man es nicht mit seiner Zeit bei Mercedes vergleichen könne.
Man kann das nicht vergleichen, denn es ist in diesem Sport äußerst selten, die Gelegenheit zu haben, Teil von etwas Neuem zu sein – etwa ein Team von Grund auf aufzubauen und dessen erste Fahrer zu sein. Das hatte ich noch nie zuvor.
Doch nicht nur er hat dieses Gefühl – allen im Team ginge es ähnlich. An jeder Strecke ist das Team in diesem Jahr zum ersten Mal. Das Auto fährt auf jeder Strecke dieses Jahr zum ersten Mal. Das alles sind Momente, die kaum ein Fahrer jemals erleben wird.
Jeder Moment ist etwas Besonderes | © Charniaux / XPB ImagesNoch kein Ende in Sicht
Für Valtteri Bottas steht das Ende seiner Formel 1 Karriere noch in weiter Ferne. Bis es soweit ist, hat er noch viel vor. Vor allem ein großes Ziel steht für dieses Jahr noch auf dem Plan: Punkte für Cadillac.
Doch dazu will man es erst in das Q2 im Qualifying schaffen. „Wir wollen Q2 erreichen“, meinte Bottas. „Das ist der nächste Schritt und dann wollen wir Punkte holen. Das ist ein ziemlich klares Ziel für uns.“
„Wir wollen die Saison nicht ohne Punkte beenden. Aber wie kommen wir dorthin? Wir müssen das Auto noch zuverlässiger machen. Wir müssen das Auto noch schneller machen, aber wir arbeiten daran“, fügte er hinzu.
Darüber hinaus fühlt der Finne sich auch persönlich gut. Er glaubt, er sei aktuell die bestmögliche Version von sich selbst: „Jedes Jahr, besonders in diesem Sport, lernt man so viel über sich selbst. Ich fühle mich großartig im Auto. Ich fühle mich großartig, wenn ich nicht im Auto bin, also würde ich das wahrscheinlich sagen.“
Genau das sei auch einer der Gründe, wieso er glaubt, die besten Jahre liegen noch vor ihm.
Jedes Jahr sammelt man so viel mehr Erfahrung in diesem Sport, dass man mehr zurückgeben kann. Aber ich denke, dass die besten Jahre noch kommen werden. Das ist mein Gefühl.































