Er hat gerade mal nur ein halbes Jahr in der Formel 1 hinter sich. Doch trotzdem kann er schon Erfolge verzeichnen. Arvid Lindblad kämpft um Punkte, gegen Weltmeister und ist mitverantwortlich für die 66 Punkte seines Teams. Er hat das geschafft, wovon viele nur träumen können. Er ist Formel 1 Fahrer.
In einem exklusiven Interview mit F1.com erzählt der Brite, wie sich sein Traum für ihn anfühlt.
Der einzige Rookie dieses Jahr: Arvid Lindblad | © Getty Images / Red Bull Content PoolAus seinem Traum wurde Wirklichkeit
2021 sagte der damals 13 Jährige Lindblad die Zukunft voraus. Bei einem Kart Event in Italien traf er zufällig auf Lando Norris. „Ich will, dass du dich an mich erinnerst. Wir sehen uns in fünf Jahren“, sagte Lindblad zu Norris. Und er hat Recht behalten.
Fünf Jahre später fährt er in der Tat in der Formel 1. Im Team der Racing Bulls fährt er mit Liam Lawson Seite an Seite. Bereits beim ersten Rennen als Rookie beeindruckte Lindblad. Bei seinem Debüt schaffte er es in Q3, das Rennen beendete er schlussendlich auf dem achten Platz.
Sieben weitere Male schaffte er es seitdem in Q3. Sechsmal hintereinander beendete er ein Rennen in den Punkten. Folglich stehen 23 Punkte hinter seinem Namen in der Fahrerwertung.
Obwohl seine Zeit in der Formel 1 noch überschaubar ist, kann Lindblad sich nicht über seine Erlebnisse beschweren. „Ich habe das Gefühl, schon viele schöne Momente erlebt zu haben – und das in so kurzer Zeit. Das Team war großartig; man hat mich sehr herzlich aufgenommen und mir wirklich dabei geholfen, mich schnell einzuarbeiten“, lobte er sein Team.
Ich habe es schon oft offen ausgesprochen, aber dieses Jahr lebe ich tatsächlich meinen Traum. Es ist etwas, dessen Erfüllung ich mir immer gewünscht habe. Daher macht es großen Spaß und ist etwas ganz Besonderes.
Wenn das Idol plötzlich Kollege wird
Besonders surreal kommt dem jungen Briten noch immer das Rennen in Melbourne vor. Dafür gibt es gleich zwei Gründe.
„Melbourne war definitiv der ganz besondere Moment – einfach, weil es der erste [Grand Prix] war und generell wie das Wochenende lief. Da wurde ich vor dem Rennen schon ein wenig emotional“, erklärte Lindblad den ersten Grund.
Der zweite Grund war ein ganz anderer. Sein Kindheitsidol Lewis Hamilton ist jetzt sein Arbeitskollege.
Sich die Strecke mit Lewis in Melbourne zu teilen, Rad an Rad mit ihm zu fahren und sogar bei der Pressekonferenz vor dem Rennwochenende neben ihm zu sitzen, mit ihm zu reden und in seiner Nähe zu sein … Er war jemand, zu dem ich während des Aufwachsens aufgeschaut habe, und der Fahrer, dem ich am meisten die Daumen gedrückt habe. Für mein fünfjähriges Ich war das also etwas ganz Besonderes.
Ein ganz besonderer Moment für Lindblad | © GettyImages / F1.comLob vom Chef
Im Juli hatte CHAMP1 die Möglichkeit, exklusiv mit Racing Bulls CEO Peter Bayer zu sprechen. Auch er sprach in den höchsten Tönen von seinem Rookie. Er lobte seinen Fleiß und sein großes Talent. Für Bayer ist Lindblad nicht nur technisch gesehen, sondern auch menschlich eine große Bereicherung für das Team.
Lindblad: Ich mache das für mein fünfjähriges Ich
Überraschenderweise meinte Lindblad, dass er sich gar nicht wirklich unter Druck gesetzt fühle. Generell hätte er gar kein Problem mit Druck. Er würde zwar nervös werden, aber sich selbst Druck macht er sich nicht.
„Ich würde aber nicht sagen, dass ich das als Druck bezeichne. Ich glaube, ein Großteil dieser Nervosität und Ähnlichem kommt eigentlich von innen. Ich habe nie wirklich mentales Training oder Ähnliches absolviert – ich glaube, das liegt einfach an meiner Veranlagung“, erklärte der 19-Jährige, „Ich habe noch nie – in keiner Hinsicht – äußeren Druck verspürt, und das hat sich auch dieses Jahr nicht geändert.“
Der fünfjährige Arvid ist sicher stolz auf den 19-Jährigen Arvid | © instagram.com/arvid.lindbladAußerdem betonte er: „Wie gesagt, es war schon seit meinem fünften Lebensjahr mein Traum, in die Formel 1 zu kommen. Während ich mich Jahr für Jahr auf der Karriereleiter – angefangen beim Kartfahren – nach oben arbeitete, konzentrierte ich mich zwar auf den jeweiligen Moment und das Lernen, doch genau dieses Ziel stand für mich stets im Vordergrund.“
Abschließend sagte Lindblad:
Ich bin allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, unglaublich dankbar, aber ich würde nicht sagen, dass ich es irgendjemandem schulde … Ich tue es nicht für andere. Ich tue es für mein fünfjähriges Ich, und deshalb verspüre ich eigentlich keinen Druck.

































