Am Wochenende in Spielberg kam das Ferrari-Team nach dem traumhaften Barcelona-Wochenende auf dem Boden der Tatsachen an.
Die Pace passte nicht und am Ende musste man sich mit P5 und P8 begnügen – ein enttäuschendes Ergebnis für den ambitionierten Rennstall.
Die Ferraris konnten in Spielberg nicht mithalten. © Moy / XPB ImagesFerrari-Boliden für Surer „Reifenfresser“
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, waren die Ferrari-Probleme ein großes Thema. Kommentatorenlegende Marc Surer zeigt sich „enttäuscht“ vom Auftritt der Scuderia in Österreich und lieferte gleich einen Erklärungsansatz.
„Der Ferrari hat ein bisschen Reifen gefressen. Also das heißt auch, dass das Auto gerutscht ist. Deswegen bin ich auf die Idee gekommen, dass der Ferrari mehr auf die dünne Luft reagiert hat als andere Autos. Und wenn das Auto rutscht bei einer Asphalttemperatur von über 50 Grad, dann hast du sofort natürlich einen Reifenabbau.“
Auch den zusätzlichen Stopp von Lewis Hamilton konnte Surer nicht nachvollziehen. Dieser sei „nach hinten losgegangen“. Der Brite verlor durch den zusätzlichen Boxenstopp seine Track-Position und wäre ohne ihn wahrscheinlich zumindest vor Oscar Piastri auf P4 gelandet.
Doch es gibt einen Fahrer, der derzeit noch mehr Sorgen als Hamilton bereitet, und das ist Charles Leclerc. Von Beginn des Rennens fehlte dem Monegassen alles, um eine gute Platzierung zu erreichen.
Charles Leclerc steckt in einer Krise. © Bearne / XPB ImagesPasst das Auto nicht zu Leclerc?
Seit Wochen befindet sich der Ferrari-Star nun schon in einer sportlichen Krise. Für Surer ist klar, was das Problem ist. Für ihn würden Auto und Fahrer derzeit nicht zusammenpassen. Das habe man schon öfter in der Formel 1 erlebt.
Der Ferrari schien Lewis Hamilton und seinem Fahrstil nun mehr zu liegen. Leclercs Auto würde nicht das machen, was der Monegasse wolle.
„Wenn du da das Vertrauen nicht hast ins Auto, dann kannst du die nicht
einfach vollfahren. Das geht nicht. Dann zögerst du ein bisschen und dann ist die Zeit schon wieder weg. Und so ist es: Wenn das Auto optimal ist, dann ist es, als ob du selbst vier Räder an dir angeschraubt hättest. Das heißt, du fährst mit diesen vier Rädern durch die Kurve. Du bist eine Einheit mit dem Auto. Und das ist bei ihm jetzt nicht der Fall.“
Auch bei Max Verstappen habe man ähnliche Probleme am Anfang der Saison beobachten können. Ein Auto könne im Windkanal und im Simulator Top-Ergebnisse liefern, doch am Ende würde man erst auf der Strecke sehen, ob es passt. Die große Herausforderung bei Ferrari sei es nun, ein Auto auf die Strecke zu bringen, das beiden Fahrern liegt.
Kann die Scuderia in Silverstone zurückschlagen? Vor allem Lewis Hamilton liefert bei seinem Heimrennen konstant ab und Surer prognostizierte, dass es mit dem Streckenlayout von Silverstone ähnliche Ergebnisse wie in Barcelona geben könnte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Ferrari.




































