Aston Martin erlebt momentan eine Formel 1 Saison zum Vergessen. Das Auto läuft überhaupt nicht und das, obwohl es von Ingenieursgenie Adrian Newey entwickelt wurde. Nun meldet sich der Teamchef selbst zu Wort und erzählt in „Undercut“ über den Entwicklungsstand des AMR26 und die Zukunft des Teams.
Schlechter Start in der Entwicklung
Der Start in die aktuelle Formel 1 Saison verlief mehr als holprig für das in Silverstone ansässige Team. Das weiß auch Adrian Newey. Er erzählte, sie waren sowohl beim Chassis als auch beim Motor von Anfang an im Rückstand. „Im Nachhinein betrachtet haben wir uns wohl zu hohe Erwartungen gesetzt – und natürlich darf die Qualität der Konkurrenz des gesamten Grid unterschätzen“, gab Newey zu.
Bereits zu Beginn der Entwicklungen verlor Aston Martin wertvolle Wochen und Monate im Vergleich zur Konkurrenz: „Mit der eigentlichen Arbeit am Auto für 2026 haben wir erst Mitte März 2025 begonnen und konnten erst Mitte April ein Modell in den Windkanal bringen. Damit lagen wir mehrere Monate hinter unseren Konkurrenten zurück – und das ist ein gewaltiger Rückstand, den es aufzuholen gilt.“
Wir verfügen über ein sehr talentiertes Team, doch als Organisation arbeiteten wir noch nicht so gut zusammen, wie man es sich wünschen würde, und agierten noch nicht als geschlossene Einheit. Die Erwartungen waren enorm hoch, doch die Realität sah anders aus.
Der Brite gab zu, dass sie bei der Entwicklung unter enormen Zeitdruck litten und dass darunter das Gewicht leiden musste. Der AMR26 soll wohl 800kg wiegen und liegt damit deutlich über dem Gewichtslimit von 768kg. Für die aerodynamische Entwicklung schlug das Team einen mutigen Weg ein, der maßgeblich von Newey vorangetrieben wurde. Dieser Weg stellte sich nicht als Fehler per se heraus, aber es fehlte ihnen an Zeit verschiedene Entwicklungskonzepte zu überprüfen, was für zusätzliche Herausforderungen sorgte.
Wenn man nachts über den AMR Technology Campus geht, brennt noch Licht. Es gibt viele späte Abende, viel Motivation und eine echte Entschlossenheit zu beweisen, dass wir das schaffen können.
Der schlechte Start in die Saison war jedoch kein Grund für das Team die Köpfe in den Sand zu stecken. Schon das erste Rennen in Melbourne war wie ein Schlag ins Gesicht für das Team. Laut Newey bewirkte das das genaue Gegenteil. „Die gesamte Gruppe zog an einem Strang, um zwei klare Prioritäten zu verfolgen: erstens, uns mit einem umfassenden Update vor der Sommerpause aus der schwierigen Lage zu befreien und zweitens, ein solides Fundament für die Zukunft zu schaffen.“
Adrian Newey arbeitet an einem großen Upgrade-Paket für den AMR26 | © Aston Martin F1 TeamDas große Upgrade kommt laut Newey in Ungarn
Der AMR26 soll mit dem großen Upgrade-Paket quasi der AMR26 2.0 werden. Das Team setzt dabei auf ein großes, anstatt auf mehrere kleine Upgrades. Newey gab an, was genau das Upgrade enthalten wird:
„Die Hauptstrukturelemente bleiben dieselben – das Chassis und das Getriebe ändern sich nicht grundlegend –, aber wir haben das Gewicht bei beiden verringert, was eine erneute Homologation und Crashtests des vorderen Fahrgestells erforderte.“
„Die Vorderradaufhängung ist unverändert. Die Hinterradaufhängung wurde leicht überarbeitet. Wir haben eine neue Nase und wesentlich überarbeitete aerodynamische Oberflächen entwickelt. Obwohl die Kernstruktur ähnlich ist, handelt es sich um ein großes Aerodynamikpaket gepaart mit einer erheblichen Gewichtsreduzierung. Das Ziel besteht darin, der Gewichtsgrenze sehr nahe zu kommen“, führt der Teamchef fort.
Genaue Zahlen kann Newey jedoch nicht nennen, wenn es darum geht den vorhergesagten Fortschritt zu bestimmen. Dazu sei die Simulationsausstattung des Teams nicht ausgereift genug.
Newey sprach außerdem darüber, wie wichtig das Upgrade für Fernando Alonso sein wird. Denn je nach dem wie gut das Auto nach dem Upgrade performt, stünde einer weiteren Saison mit Aston Martin für den Spanier nichts im Wege.
Abschließend findet der 67-Jährige lobende Worte an sein Team:
Da wir in den letzten 12 Monaten praktisch gezwungen waren, als Team schnell zu wachsen, sind wir in einer viel besseren Position, um von den Regulierungsänderungen zu profitieren, als wir es noch vor einem Jahr gewesen wären. Wir sind jetzt eine viel ausgereiftere Organisation, und das stimmt mich sehr optimistisch für die Zukunft.
Insgesamt ist Newey Aston Martins Zukunft positiv gegenüber gestimmt und hat keine Zweifel daran, dass das Upgrade ein Schritt in die richtige Richtung sein wird.




































