Romain Grosjean ist einer derjenigen Fahrer, die nicht unbedingt für ihre exzellenten Leistungen in die Geschichte der Formel 1 eingehen. Dennoch ist er jedem Formel-1-Fan ein Begriff – vor allem aufgrund seines schweren Unfalls in Bahrain 2020, nachdem der Franzose seine Formel-1-Karriere beendete. Doch was macht er heute, fast sechs Jahre später?
Was macht Romain Grosjean heute? | ©IMAGO / EibnerFrühe Jahre und ein steiniges F1-Debüt
Grosjean’s Karriere begann im Jahr 2000 im Kartsport. Über Stationen wie die Formel-3-Euroserie und die GP2 (heute Formel 2 ) sicherte er sich 2009 sein erstes Cockpit in der Formel 1. Als Ersatz für Nelson Piquet Jr., der mitten in der Saison von Renault entlassen worden war, startete Grosjean bei den letzten sieben Saisonrennen an der Seite von Fernando Alonso. Dort kam er allerdings nicht über den 13. Platz als beste Platzierung hinaus und blieb ohne WM-Punkte.
Mit 23 Jahren begann die F1-Karriere von Romain Grosjean. | ©IMAGO / Sven SimonDaraufhin verlor Grosjean seinen Platz in der Königsklasse wieder. In den Saisons 2010 und 2011 ging Grosjean hauptsächlich wieder für DAMS in der GP2 an den Start und gab zudem sein Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans.
Podestplätze, Haas-Wechsel und viel Kritik
2012 feierte er schließlich sein Comeback in der Formel 1: An der Seite von Weltmeister Kimi Räikkönen brachte Grosjean seinen Lotus regelmäßig in die Punkte und fuhr mehrfach aufs Podest. Trotz der soliden Ergebnisse wurde die Kritik an ihm jedoch lauter: In den ersten zwölf Rennen der Saison 2012 war er in sieben Zwischenfälle verwickelt. Auch in den Jahren danach blieb der Franzose wegen diverser Kollisionen immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen.
Grosjean auf dem Podium in Spa 2015 | ©IMAGO / BelgaBis zum Ende der Saison 2015 ging er für Lotus an den Start, ehe er sich entschied, das Team zu verlassen und sich dem neuen US-amerikanischen Rennstall Haas anzuschließen. Zusammen mit dem Newcomer-Team reichte es zwar nie für ein Podium oder einen Sieg, doch Grosjean fuhr regelmäßig wertvolle Zähler ein und teilt sich mit Platz 4 bis heute das beste Teamergebnis der Haas-Geschichte mit Oliver Bearman.
Grosjean beim Car-Launch in Barcelona 2016. | IMAGO / Crash Media GroupBahrain 2020: 28 Sekunden im Feuer
Im Jahr 2020 sollte seine Formel-1-Karriere schließlich ein abruptes Ende finden. Beim großen Preis von Bahrain kollidierte Grosjean mit dem AlphaTauri von Daniil Kwjat und schlug mit rund 191 km/h in die Leitplanke ein. Sein Bolide riss in zwei Teile und ging augenblicklich in Flammen auf.
Ganze 28 Sekunden verbrachte Grosjean im brennenden Wrack, bevor er sich wie durch ein Wunder selbst aus dem Feuer befreien konnte – und nur Verbrennung an beiden Händen davontrug. Spätere Untersuchungen machten deutlich, dass der Cockpitschutz „Halo“ ihm das Leben gerettet hatte. Medien und Fans gaben ihm kurz darauf den Spitzname „The Phoenix“, da er wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche stieg. Ein Name, den Grosjean bis heute mit stolz trägt.
Grosjeans Unfall gilt als einer der tragischsten in der modernen Formel 1. | IMAGO / BestimageDer Schock und die Folgen des Unfalls bewegeten ihn schließlich dazu, die Prioritäten auf seine Familie zu verlagern und das Kapitel Formel 1 endgülitg zu schließen.
Neustart in den USA
Ganz ohne Motorsport ging es allerdings nicht: Bereits 2021 debütierte Grosjean in der IndyCar Series, in der er bis Ende 2024 aktiv war. Nachdem er 2025 zunächst ohne Cockpit dastand, fand er für 2026 bei Dale Coyne Racing einen Weg zurück in die Serie – wo man hofft, dass er auch für 2027 für das Team an den Start gehen wird.
Grosjean auf dem Podium in Ontario 2026. | ©IMAGO / ZoonarAbseits der Rennstrecke arbeitet er unter anderem als TV-Experte für den französischen Sender Canal+. Gemeinsam mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern lebt er in den USA und teilt in den sozialen Medien gelegentlich Einblicke seines Privatlebens.
Romain Grosjeans Formel-1-1Laufbahn mag zwar nicht die erfolgreichste gewesen sein – durch einen der dramatischsten Momente der jüngeren Renngeschichte hat er sich aber zweiffelos ein bleibendes Denkmal gesetzt.































