Schon vor dem Rennstart war in Malaysia so einiges los. Aufgrund von starken Regenfällen, Gewittern etc. war schnell klar, dass das Rennen nicht pünktlich starten kann.
Der eigentliche Restart wurde durch ein Softwareproblem zu einer echten Farce und sorgte für die nächste Unterbrechung. Ein schlechtes Szenario für das Image der Formel 1.
Der Regen machte dem pünktlichen Start in Malaysia einen Strich durch die Rechnung. © IMAGO / PsnewZSurer versteht verspäteten Start
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über beide Vorfälle gesprochen. Kommentatorenlegende Marc Surer versteht zumindest, warum die FIA sich für einen verspäteten Rennstart entschieden hat. Der Schweizer nennt die fehlende Sicht bei diesen Bedingungen als Hauptgrund.
Man weiß, dass der Regen, immer so stark ist in Malaysia, dass man eigentlich nichts mehr sieht und auch auf der Autobahn die Autos anhalten, weil es zu gefährlich ist, weiterzufahren. Das ist normal in diesem Land und deswegen hat man die Strecke so gebaut, dass, wenn es regnet, das Wasser schnell abläuft.
Die Kritik, dass heutzutage kein Regenreifen mehr gebraucht wird, versteht der Schweizer, mahnt aber an, dass die Fahrer, nachdem das Safety Car einbiegen würde, relativ schnell auf Intermediates wechseln würden, da dieser Reifen in Malaysia bereits nach kurzer Zeit einen Vorteil habe.
Bei den höheren Geschwindigkeiten wäre die Chance eines schlimmen Unfalls deutlich höher. Surer hätte als Rennleiter ähnlich gehandelt, versteht aber vor allem die hinteren Teams, die eine Chance auf ein chaotisches Rennen witterten. Die Vergangenheit habe aber gezeigt, dass man das Risiko eines großen Unfalls nicht eingehen sollte.
Marc Surer hält wenig vom neuen Reglement. © IMAGO / Jan HuebnerErneute Kritik am Reglement
Ganz anders sieht es da beim ersten Startversuch aus. In der Einführungsrunde plagten einige Fahrer wie Lewis Hamilton über Software-Probleme und schlichen über die Strecke.
Surer machte klar, dass er zumindest verstehen würde, dass die FIA die langsamen Autos nicht bestrafte und auch beim zweiten Start auf die originalen Positionen setzte. Das lag wohl auch an dem schlechten Gewissen, das der Weltverband hatte, da das Softwareproblem durch eigenes Verschulden ausgelöst wurde.
Der Schweizer ärgerte sich allerdings über die intransparente Kommunikation und das generelle Problem, das die Formel 1 durch das neue Reglement hat.
Es ist ein Armutszeugnis. Die Formel 1 ist einfach zu kompliziert mit dem jetzigen Reglement, weil man da Software von der Rennleitung ins Auto schicken muss. Also sorry, das kann man nicht nachvollziehen. (…) Dass man da jetzt Updates auf der Strecke machen muss, weil da Fehler drin sind, das ist ein Trauerzeugnis.
Surer machte noch einmal deutlich, dass man keine Formel E, sondern die Formel 1 sehen wolle. Er würde die Lösung begrüßen, dass man Energie durchs Bremsen zurückgewinnen würde, doch der Anteil des Elektromotors sei einfach viel zu hoch.
Der ehemalige Formel-1-Pilot freue sich jetzt schon auf das Jahr 2030. Dort sollen die V8-Motoren zurückkehren, zumindest, wenn es nach FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem geht. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, doch der Druck wird nach Fehlern, wie am Wochenende, immer größer.































