Mercedes will in dieser Saison Weltmeister werden, das ist klar. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Ferrari machte es in Barcelona vor, dass die Silberpfeile doch nicht so komfortabel an der Spitze liegen.
Jetzt muss zumindest kurzfristig etwas passieren. Vor allem einen Mann muss man bis zur Sommerpause in Stellung bringen: Kimi Antonelli.
George Russell hat Probleme mit der eigenen Renn-Pace. © Rew / XPB ImagesRussell muss sich erst einmal beweisen
Denn auch wenn der Mercedes-Zweikampf in Barcelona den Rennausgang wohl nicht beeinflusst hat, kostete er den Piloten einige Sekunden. Toto Wolff machte bereits klar, dass es Probleme geben könnte, sobald ein dritter Fahrer oder ein zweites Team in den WM‑Kampf eingreift.
Da Kimi Antonelli vor allem im Rennen weit schneller ist, als sein Teamkollege, sollte er nun erst einmal bevorzugt werden, sobald es zu einer Situation kommt, wie in Barcelona. Denn je näher die Konkurrenz kommt, desto ärgerlicher ist jede Sekunde, die auf der Strecke verschwendet wird.
Russell hat hingegen eine Chance, um vor seinem Teamkollegen zu bleiben. Er muss sich beweisen und zeigen, dass er konstant schneller ist als Antonelli. Ansonsten muss er zumindest kurzfristig mit der Rolle als Nr. 2 klarkommen.
Fahren Russell und Antonelli in den kommenden Jahren weiter bei Mercedes? © Moy / XPB ImagesAntonelli-Stärke könnte Russell-Zukunft beeinflussen
Sollte er das schaffen, hat er übrigens einen großen Vorteil. Seine Zukunft könnte in diesem Fall bei den Silberpfeilen liegen. Wenn er zeigt, dass er eine gute Nr. 2 ist und er mit Antonelli zusammenarbeitet, dann wird Toto Wolff wohl alles daran setzen, um mit dem Briten zu verlängern.
Denn Wolff hatte diese Situation schon einmal. Auch Valtteri Bottas hat sich als perfekter Teamkollege von Lewis Hamilton präsentiert und sorgte damit für eine ganz entspannte Mercedes-Dominanz.
Der Mercedes-Teamchef wird es trotz Interesse wohl nicht darauf anlegen wollen, dass Antonelli zusammen mit Verstappen in einem Team fährt. Zu groß wäre die Gefahr der Eskalation mit zwei Alphatieren beim gleichen Rennstall.
Hamilton vs. Rosberg 2.0 wird Toto Wolff mit aller Macht verhindern wollen. Das klappt nur, wenn er den perfekten Nebendarsteller für Antonelli findet.
Kann Antonelli der nächste Verstappen werden? © Price / XPB ImagesKimi ist die Zukunft
Denn, eines ist auch klar: Kimi Antonelli ist wie ein Ziehsohn für Wolff. Der Österreicher begleitet das Wunderkind schon seit zahlreichen Jahren und wird alles daran setzen, dass er so lange wie möglich erfolgreich in der Formel 1 ist.
Vor allem will der Mercedes-Teamchef seinen Schützling vor dem großen Druck schützen. Wenn man ihm jetzt innerhalb des Teams das volle Vertrauen gibt, nimmt man ihm einen Teil des Drucks schon einmal weg.
Mercedes würde sich mit einer Antonelli-Bevorzugung vor allem von Ferrari und McLaren absetzen und hätte damit in dem ein oder anderen Rennen, das noch folgen wird, einen Vorteil. Denn, dass auch ein George Russell in vielen Situationen vorne mitfahren wird, ist klar. Taktische Optionen, um Antonelli gut zu platzieren, sind also absolut vorhanden.
Das Team muss sich nun in Stellung bringen, um vor allem für den Italiener eine optimale Punkteausbeute bis zur Sommerpause zu gewährleisten. Dann kann man die Situation eventuell neu bewerten.
Denn auch für Russell könnten die letzten Rennen vor dem Sommer eine Art Casting sein. Ist er deutlich schneller als sein Teamkollege, muss er sich keine Sorgen machen, ansonsten muss er den Teamplayer in sich wecken. Mercedes kämpft um die WM – Russell um seine Zukunft – und Antonelli darum, der nächste Hamilton oder Verstappen zu werden.




































