Wegen eines technischen Defekts ließ Kimi Antonelli wertvolle Punkte in Silverstone liegen. Der 19-Jährige war in Topform, der Sieg war schon fast zum Greifen nah. Doch dann passierte es: Er fuhr zu hart über die Kerbs und etwas am Auto brach.
Gebrochene Radabdeckung zerstörte Antonelli-Sieg
Eigentlich stand das Wochenende im Zeichen Antonellis. Er gewann das Sprintrennen und qualifizierte sich am selben Tag für die Pole Position für das Hauptrennen. Auch wenn er die Führung am Start verlor, flog der Mercedespilot nach seinem ersten Boxenstopp nur so durch das Feld und holte knapp eine Sekunde pro Runde auf den führenden Leclerc auf.
Doch dann machte ihm sein eigenes Auto einen Strich durch die Rechnung: In Runde 41 polterte Antonelli zu hart über die Kerbs und ein Teil der Bremsbelüftung des linken Vorderrads brach. Zunächst war dem WM-Führenden unklar was kaputt sei und er funkte nur panisch: „Da ist etwas an meinem Auto kaputt!“
Im Sprint konnte sich Antonelli (Mitte) gegen Hamilton (links) und Norris (rechts) durchsetzen | © Moy / XPB ImagesAm Ende kämpfte der Mercedespilot um den einzigen Punkt, den man auf Platz 10 bekommt. Er war verbissen und entschlossen, dass er das Auto nach Hause bringe – mit dem einen Punkt im Gepäck. Doch vergeblich. Aufgrund der Schäden am Auto, missachtete der Youngster mehrmals die Track Limits und bekam am Ende eine 5 Sekunden Strafe aufgebrummt. Damit fiel er auf den fünfzehnten Platz zurück und damit auch aus der Punktewertung.
Die Weltmeister-Mentalität
Für den 19-Jährigen ist das jedoch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich weiß jetzt, dass die Radabdeckung gebrochen ist, aber wir wissen nicht, ob noch etwas anderes beschädigt wurde, denn der Leistungsverlust fühlte sich nach mehr an als nur einer kaputten Radabdeckung“, sagte Antonelli nach dem Rennen, „Natürlich wird das Team jetzt mehr Zeit haben, alles zu analysieren, aber es ist schade, denn wir hatten heute die Chance auf den Sieg. Wir hätten um den Sieg kämpfen können.“
Ich habe gezeigt, dass ich die Einstellung habe, jedes Mal mein Bestes zu geben, wenn ich auf die Strecke fahre. Ich versuche immer, alles zu geben, selbst heute, obwohl bereits so vieles gegen uns lief. Ich habe gesehen, dass noch die Möglichkeit bestand, einen Punkt zu holen, und ich habe alles versucht, um das zu schaffen.
Und genau eine solche Mentalität braucht ein zukünftiger Weltmeister. Er lässt sich nicht von den aktuellen Krisen verunsichern und glaubt weiterhin an sich und sein Talent.
Der Italiener unterstrich optimistisch: „Ich denke, wir haben viele Punkte verloren, aber das Momentum ist weiterhin da, weil wir an diesem Wochenende unsere Geschwindigkeit gezeigt haben. Wir haben gezeigt, welches Potenzial vorhanden ist, wenn ich mich wohl fühle und wenn wir als Team mit dem Auto in einer guten Verfassung sind. Dann haben wir gezeigt, wozu wir fähig sind.“
Toto Wolff mit seinem Schützling auf dem Siegertreppchen in Monaco | © Price / XPB ImagesAuch Teamchef Toto Wolff steht voll hinter dem Teenager. „Er ist im Moment sauschnell. Wenn er das weiter liefert, dann hat er gute Chancen, den Vorsprung weiter auszubauen“, meinte dieser nach dem Rennen in Silverstone.































