Gabriel Bortoleto erlebte nach zwei starken Rennwochenenden einen kleinen Dämpfer in Ungarn. Der Brasilianer war schlechter als sein Teamkollege und konnte keine weiteren Punkte einheimsen.
Trotz seiner unauffälligen Performance wurde Bortoleto zu einem Diskussionsthema – das hatte mit einem kniffligen Zwischenfall zu tun.
Bei den Überrundungen kam es in Ungarn zu Problemen. © Charniaux / XPB ImagesBortoleto hält Antonelli auf – und erklärt sich
Denn im Kampf um das Podium zwischen Kimi Antonelli und Lewis Hamilton spielte der Brasilianer plötzlich eine Rolle. Denn Bortoleto hielt den Mercedes-Star mehrere Runden auf, obwohl er eigentlich hätte Platz machen müssen, und sorgte dafür, dass Hamilton rankam.
Nach dem Rennen erklärte der Audi-Star gegenüber Sky, warum die Überrundung so viel Zeit beanspruchte.
„Das System hat nicht funktioniert. Die Blaue Flagge hat nicht mehr funktioniert. Ich bin selbst hinter Bearman und Sainz hängen geblieben. Da hat etwas nicht funktioniert. Ich musste immer warten, bis mein Ingenieur mir etwas sagt.“
Eine weitere Ausrede von Bortoleto: Er habe in der Mitte der Kurve nicht in den Spiel gucken können. Eine Strafe und eine Untersuchung gab es nach dem Zwischenfall nicht. Anscheinend standen die Stewards auf der Seite des Brasilianers.
Ralf Schumacher und Toto Wolff waren sauer auf Gabriel Bortoleto. © IMAGO / HochZweiWolff und Schumacher kochen
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte am Sky-Mikro kein Verständnis für die Überrundungs-Probleme und holte zu einem Rundumschlag aus.
„Ich ärgere mich über das Marshalling-System mit den Blauen Flaggen, das nicht funktioniert hat. Ich ärgere mich über die Hinterbänkler, die nicht aus dem Weg gehen und einem ein Podium kosten können. Das kann es nicht sein.“
Noch deutlicher wurde Ralf Schumacher. Der Sky-Experte machte klar, dass jeder Fahrer wisse, worum es geht.
„Man hat seinen Ingenieur, man fragt und schaut auch in den Spiegel. Wenn er mir sagt, er kann nicht in den Spiegel gucken, wenn er fährt, dann ist er überfordert und muss es lassen. Aber das ist echt unsportlich!“
Bortoleto selbst will Wolff und Schumacher wohl erst einmal nicht mehr über den Weg laufen. In der Sommerpause haben beide Kritiker Zeit, um sich zu beruhigen. Vor allem der Mercedes-Teamchef wird das wohl schnell schaffen, da sein Schützling letztlich keinen Platz verlor. Auch das Marshalling-System wird vor dem Zandvoort-Wochenende wohl nochmals genau überprüft.































