Für Lewis Hamilton lief das Rennwochenende nach einem starken Start nicht nach Plan. Der Brite verlor Boden auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc und musste nach einer mutigen Strategie-Entscheidung von Ferrari auch noch George Russell ziehen lassen.
Zwar konnte der Brite den Abstand zu Kimi Antonelli verkürzen, am Ende wären aber mehr Punkte am Rennwochenende dringewesen.
Ohne Ferraris Strategie-Fehler wäre Lewis Hamilton Zweiter geworden. © Moy / XPB ImagesWittich wurde Ferrari-Fehler schnell klar
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über die Ferrari-Strategie gesprochen. Ferrari dachte während des Safety-Cars, dass die 10 Sekunden, die ca. zwischen dem Briten und George Russell lagen, für einen weiteren Reifenwechsel reichen würden.
Doch am Ende kam Hamilton wenige Zehntel hinter seinem Landsmann auf die Strecke zurück. Da das Rennen hinter dem Safety Car endete, war der zweite Platz futsch.
Ex-Rennleiter Niels Wittich gab zwar an, dass er verstehen könnte, dass es sich in diesem Fall um eine „Extremsituation“ handle, trotzdem konnte er die Strategie nicht ganz nachvollziehen.
„Mir war klar, dass es hinter dem Safety Car endet, weil es die Regeln einfach nicht anders hergeben. Das hätte man eigentlich erwarten können von dem Team, dass von sportlicher Seite genügend Feedback gegeben wird, zu sagen: ‚Lass das mal sein.‘ Das hätte man besser lösen können.“
Fast hätte Hamilton sein Podium auch noch verloren. Denn aufgrund eines möglichen Fehlverhaltens unter Gelber Flagge hätte der Brite eine Strafe bekommen können. Damit hätte der Rekordweltmeister mit einer Nullnummer nach Hause fahren müssen.
Lewis Hamilton entging in Silverstone knapp einem Debakel. © Batchelor / XPB Images„Viele Streitgespräche“: Regeln zu kompliziert?
Wittich kennt sich mit dem Reglement natürlich bestens aus und verriet, dass er bezüglich dieses Themas bereits „viele Streitgespräche“ gehabt habe. Grund für die Untersuchung seien die Mikrosektoren gewesen, die in der Formel 1 seit einigen Jahren beachtet werden.
„In dem Moment, als der Lewis quasi nicht verlangsamt hat, angeblich, war es so, dass er in einem dieser Mikrosektoren gewesen ist, die gelb wurden. Er hat also die gelbe Flagge aufs Lenkrad bekommen, war aber schon an dem Unfall vorbei. Der Vorfall, der die Gelbe Flagge ausgelöst hat, lag hinter ihm.“
Laut ihm hätten die Stewards am Ende völlig richtig entschieden, da der Brite nicht verlangsamt habe, aber gleichzeitig auch nie die Gelegenheit gehabt habe, vernünftig zu reagieren. Für Wittich sei die Formel 1 in manchen Punkten mittlerweile „zu detailtreu“.
Hamilton kam also mit einem blauen Auge davon und bleibt zumindest auf Schlagdistanz auf dem Spitzenplatz in der Weltmeisterschaft. In den kommenden Wochen will der Sieger von Barcelona wohl nicht mehr strafentechnisch, sondern eher sportlich für Furore sorgen.




































