Eines der bestimmenden Themen beim diesjährigen Großen Preis von Monaco waren die vielen Strafen, die für „Speeding in the Pitlane“ verhängt wurden.
Noch kurioser wurde es, als die offiziellen Dokumente veröffentlicht wurden. Nahezu alle Fahrer waren nur 0,1 km/h zu schnell. Relativ früh kamen die ersten Zweifel auf, ob das überhaupt Zufall sein kann.
Durch Cadillac musste in Monaco mehr Platz her. © IMAGO / ZUMA PressCadillac-Bereich sorgt für verzerrte Messungen
Und nach einem Bericht von motorsport.com gibt es auch einen Grund für die Fülle der Strafen. Ein FIA-Sprecher brachte Licht ins Dunkle.
„Die Messung beginnt in dem Moment, in dem das erste Rad des Fahrzeugs die Fastlane überfährt. Bei einem vorzeitigen Einfädeln wäre dies das vordere linke Rad.“
In Monaco wird die Geschwindigkeit gemessen, indem man berechnet, wie schnell der Fahrer von Anfang bis Ende der Boxengasse gebraucht hat. Durch die neue Cadillac-Garage wird mehr Platz benötigt, einige Fahrer sind aber trotzdem die alte Linie gefahren.
Das ist zwar erlaubt, aber durch das vorzeitige Schneiden der Fastlane kann es dazu kommen, dass ein Auto, welches genau 60 km/h schnell ist, die Strecke bis zum Ende etwas zu schnell zurücklegt. So kamen die Strafen zustande.
Die FIA soll das sogar mit den Teams besprochen haben. Auch sollen Warnungen ausgesprochen worden sein, dass die Fahrer bitte auf ihre Positionierung achten sollen. Eine ärgerliche Situation für viele Teams.
Hamilton meckerte trotz Platz zwei über seine Strafe. IMAGO / NurPhotoHamilton unterstützt These – und fordert Änderungen
Auch Lewis Hamilton, der eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam, erklärte nach dem Rennen, dass es für ihn die Monaco-Besonderheit wäre, die für die Strafen sorgte.
„Ich bin nicht zu schnell gefahren. Ich glaube, das liegt einfach an der Beschaffenheit der Boxengasse. Ich fahre diese Boxengasse schon seit Jahren. Es ist nicht so, dass ich reingefahren bin und den Knopf nicht gedrückt habe oder so. Der Boxengassen-Drehzahlbegrenzer schaltet sofort ein. Ich glaube, es liegt einfach an der Linie, die man fährt – dieselbe Linie, die wir alle seit Jahren fahren: Man fährt rein, schneidet die weiße Linie ein bisschen, Kopf runter, und fährt wieder raus.“
Der Brite fordert, dass sich etwas ändern muss. Er glaube, „es liegt an der Entfernung und ist etwas, das wir uns wirklich genauer ansehen müssen“.
Aufgrund der Safety-Car-Phase, die Lance Stroll ausgelöst hatte, konnte Hamilton die Strafe ohne Platzverlust absitzen und hatte Glück, ansonsten wäre seine Reaktion wahrscheinlich noch deutlicher ausgefallen.
Pierre Gasly verpasste aufgrund seiner Strafen ein Podium. © IMAGO / Gregoire TruchetAlpine fechtet Strafe in Monaco an
Bei Alpine geht man übrigens noch einen Schritt weiter. Die doppelte Fünf-Sekunden-Strafe, die Pierre Gasly das Podium kostete, wurde angefochten. Der Franzose beteuerte nach dem Rennen, dass er nichts falsch gemacht habe, und fühlte sich beklaut.
Auch George Russell gehörte zu den Pechvögeln. Er hatte während des Safety Cars seine Strafe allerdings nicht abgesessen und bekam daraufhin eine Durchfahrtsstrafe. Für ihn waren die Punkte damit kein Thema mehr.
Die Geschichte um die Boxengasse in Monaco ist noch lange nicht ausdiskutiert. Der Veranstalter hat Glück, dass sich alle Fahrer nun direkt auf Barcelona konzentrieren müssen. Ansonsten hätte das Thema wohl noch heißer werden können.




































