Toto Wolff sah man seit Saisonstart eigentlich nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Doch seit Kanada ist die Stimmung bei Mercedes nicht mehr ganz so gut.
Die teaminternen Duelle, ärgerliche Ausfälle und die wiedererstarkten Ferraris machen den Silberpfeilen das Leben schwer.
Nico Rosberg war selbst Fahrer bei Mercedes. © IMAGO / Marco CanonieroRosberg fordert mehr Härte von Wolff
Einer seiner Ex-Fahrer, Nico Rosberg, kennt sich mit den teaminternen Duellen bestens aus.
In der Saison 2016 eskalierte der Krieg der Sterne in Barcelona und sorgte dafür, dass Rosberg und Hamilton einen Vertrag unterschreiben mussten, in dem stand, dass sie ihre teaminternen Unfälle selbst bezahlen müssen. Und egal, wer den Fehler machte, es würde 50/50 aufgeteilt.
Mittlerweile ist Rosberg Experte bei Sky Sports. Die Frage, ob Antonelli einen solchen Vertrag unterschrieben habe, verneinte Wolff. Der Deutsche konterte auf humorvolle Weise.
„Du bist weich geworden! Du bist weich geworden!“
Doch der Mercedes-Teamchef scheint die Idee gar nicht mal so schlecht zu finden. Er gab an, dass es einen solchen Vertrag geben könnte, wenn eine solche Kollision noch einmal stattfinden könnte.
Denn Rosberg verdeutlichte, dass der Vertrag damals Früchte getragen habe, da er einmal 360.000 Dollar zahlen musste und danach abgeschreckt war.
Muss George Russell Kimi Antonelli bald ziehen lassen? © IMAGO / Jan HuebnerMercedes-Duell wird zum Problem
Toto Wolff muss sich in den kommenden Wochen in jedem Fall etwas einfallen lassen. Denn Lewis Hamilton hätte in Barcelona wahrscheinlich trotzdem gewonnen, doch das Duell zwischen Russell und Antonelli kostete beide Fahrer wichtige Sekunden.
Vor allem die Form von Hamilton und Ferrari bringt den Österreicher zum Grübeln.
„Erstens mischt sich nun eine dritte Partei in den Kampf um die Meisterschaft ein – der Konstrukteur und der Fahrer. Und in dieser Hinsicht werden wir intern mit den beiden Fahrern besprechen, wie wir die Situation beenden wollen, in der wir Gefahr laufen, uns gegenseitig aufzuhalten.“
Er wolle die Situation nicht als Problem bezeichnen, doch er machte klar, dass man „etwas nachjustieren“ müsste. Vor allem für Kimi Antonelli könnte das eine gute Nachricht sein.
Nico Rosberg war am Sonntag bei Sky zu Gast. © IMAGO / NordphotoRosberg plädiert für Teamorder
Der Italiener war die vergangenen Wochen vor allem in Rennen der deutlich schnellere Mann. Nun könnte sein Status als Nr. 1 bei Mercedes zementiert werden. Für George Russell könnten die kommenden Rennen schwierig werden, falls Ferrari weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt.
Am Mikrofon von Sky machte Rosberg deutlich, dass er eine Teamorder bei Mercedes begrüßen würde.
„Mercedes hat heute zu viel Rücksicht auf George genommen. Sobald das Team riskiert, den Sieg zu verlieren, fährt man zusammen auf den Teamsieg. Das hätte Mercedes heute früher machen können und sollen. Nachher ist man immer schlauer.“
Zwar könne Russell „im Qualifying so gut wie jeder sein, so gut wie ein Verstappen“. Doch Antonelli „scheint sehr stark im Rennen zu sein“. Eines ist klar: Toto Wolff wird sich die Situation in Zukunft ganz genau anschauen. Ansonsten ist plötzlich die Weltmeisterschaft in Gefahr.




































