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Champ1 News (Video)

Apple greift nach der Formel 1, Trauer bei Aston Martin und neues Finale in Europa?

Apple könnte in den Poker um die deutschen Formel-1-Rechte einsteigen und damit RTL und Sky unter Druck setzen. Dazu trauert Aston Martin um Mick „Biscuit“ Fern, Toto Wolff warnt Antonelli und Russell vor einem neuen Teamkrieg – und das Saisonfinale könnte überraschend nach Europa wechseln. Die Themen der News-Sendung an diesem Donnerstag.

©IMAGO / Eibner / Beautiful Sports / Apple

Die deutschen Formel-1-Fans könnten vor einem tiefgreifenden Wandel stehen. Apple wird als möglicher Interessent für die Übertragungsrechte ab 2028 gehandelt und erhöht damit den Druck auf RTL und Sky. Gleichzeitig trauert Aston Martin um einen langjährigen Mitarbeiter, Toto Wolff warnt seine Fahrer vor einem neuen teaminternen Machtkampf und das Saisonfinale könnte wegen der angespannten Lage im Nahen Osten kurzfristig nach Europa verlegt werden.

In der 798. Ausgabe der CHAMP1 NEWS an diesem Donnerstag (30.07.2026) fassen wir die wichtigsten Entwicklungen des Tages zusammen.

Steigt Apple in den deutschen Formel-1-Rechtepoker ein?

Ende 2027 läuft der aktuelle Vertrag über die deutschen Formel-1-Übertragungsrechte aus. Bislang zeigt Sky sämtliche Trainings, Qualifyings, Sprints und Rennen, während RTL über eine Sublizenz einige ausgewählte Grands Prix im Free-TV überträgt.

Für die nächste Rechteperiode könnte nun allerdings ein neuer, finanzstarker Konkurrent in den Poker einsteigen. Formel-1-CEO Stefano Domenicali bestätigte, dass es für den deutschen Markt erstmals mehr als einen ernsthaften Interessenten gebe. Nach Informationen von „Motorsport-Magazin.com“ soll auch Apple dazugehören (wir berichteten).

Der Technologiekonzern hat seine Aktivitäten rund um die Formel 1 in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Apple produzierte den erfolgreichen Formel-1-Film mit Brad Pitt und überträgt die Rennserie in den USA inzwischen exklusiv über Apple TV.

Ein Einstieg in Deutschland könnte den Markt grundlegend verändern. RTL und Sky blicken auf eine jahrzehntelange Formel-1-Geschichte zurück. Apple könnte dagegen mit einer weltweit verfügbaren Streaming-Plattform, enormer Finanzkraft und einer neuen Vermarktungsstrategie antreten.

Für die Zuschauer wäre vor allem entscheidend, wie die Rechte künftig verteilt werden. Ein kompletter Wechsel zu Apple könnte das bisherige Angebot ersetzen. Eine Aufteilung auf mehrere Anbieter könnte dagegen dazu führen, dass Fans mehrere Abonnements benötigen, um weiterhin alle Rennen sehen zu können.

Offizielle Angebote liegen noch nicht vor. Im September sollen die Verhandlungen jedoch deutlich an Fahrt aufnehmen.

Parallel stärkt RTL seine Position im Motorsport. Ab 2027 verfügt die Sendergruppe langfristig über die MotoGP-Rechte. Sky soll weiterhin alle Sessions der MotoGP, Moto2 und Moto3 zeigen, während ausgewählte Rennen auch wieder frei empfangbar bei RTL laufen sollen.

©Aston Martin

Aston Martin trauert um Mick „Biscuit“ Fern

Eine traurige Nachricht erreichte das Formel-1-Fahrerlager aus dem Umfeld von Aston Martin. Der langjährige Teammitarbeiter Mick Fern, im Paddock vor allem unter seinem Spitznamen „Biscuit“ bekannt, ist am Mittwoch friedlich verstorben.

Fern gehörte insgesamt 35 Jahre lang zum Formel-1-Zirkus und arbeitete über mehrere Team-Epochen hinweg für den Rennstall aus Silverstone – von Jordan über die verschiedenen Nachfolgeteams bis hin zu Aston Martin. Zuletzt war er als Reifentechniker tätig.

Aston Martin würdigte ihn als loyalen, hilfsbereiten und hochgeschätzten Kollegen, der die rastlose Welt der Formel 1 für viele Menschen ein Stück mehr wie ein Zuhause erscheinen ließ.

Auch Lance Stroll nahm Abschied von seinem langjährigen Reifentechniker. Sieben Jahre lang hatte Fern die Reifen des Kanadiers vorbereitet. Stroll erinnerte sich insbesondere an seinen Humor und daran, wie häufig ihn „Biscuit“ im hinteren Bereich der Garage zum Lachen gebracht habe.

Auch Esteban Ocon, Pedro de la Rosa, Bernie Collins und zahlreiche weitere Wegbegleiter schlossen sich den Beileidsbekundungen an.

Fern gehörte zu den Menschen, die selten im Mittelpunkt stehen, ohne die ein Formel-1-Team aber nicht funktionieren könnte. Aston Martin und der gesamten Formel-1-Gemeinschaft wird er fehlen.

©XPB Images

Toto Wolff warnt Antonelli und Russell

Sportlich führt Mercedes sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurswertung an. Doch Teamchef Toto Wolff weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell aus zwei erfolgreichen Fahrern ein unkontrollierbarer teaminterner Konflikt entstehen kann.

Mit Blick auf Kimi Antonelli und George Russell stellte Wolff deshalb klar, dass er keinen neuen „Krieg der Sterne“ wie einst zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg dulden werde.

„Ich werde das nicht erlauben. Das passiert mir nicht noch einmal“, erklärte Wolff gegenüber „RacingNews365“. Sollte ein Fahrer die Grenzen überschreiten und dem Team schaden, werde er ihn aus dem Rennen nehmen.

Zwischen Antonelli und Russell ist die Situation bislang noch nicht eskaliert. Die sportliche Ausgangslage birgt jedoch Konfliktpotenzial. Antonelli führt die Weltmeisterschaft an, während Russell nach mehreren Ausfällen und schwierigen Rennverläufen inzwischen 59 Punkte zurückliegt.

Der Druck auf den Briten wächst. Antonelli hat sich trotz seines jungen Alters bereits als Titelkandidat etabliert und gilt als langfristige Zukunftshoffnung von Mercedes. Zuletzt geriet sein scheinbar unaufhaltsamer Lauf allerdings etwas ins Stocken. Nach fünf Siegen in Serie holte er aus den vergangenen fünf Rennen nur noch 55 Punkte.

Zusätzliche Unruhe droht Antonelli durch einen Rechtsstreit in Italien. Giovanni Minardi, Sohn des früheren Formel-1-Teamchefs Giancarlo Minardi, fordert offenbar Vergütungen aus einem früheren Vertretungsmandat. Eine außergerichtliche Einigung soll derzeit nicht in Sicht sein. Im Herbst soll sich ein Gericht in Bologna weiter mit dem Fall beschäftigen.

Für Wolff steht dennoch vor allem der sportliche Frieden im Vordergrund. Seine Fahrer dürfen gegeneinander kämpfen – sie dürfen dabei jedoch nicht das Team beschädigen.

©XPB Images

Formel-1-Finale möglicherweise in Europa

Auch der Rennkalender bleibt in Bewegung. Wegen des Nahost-Konflikts wurde der Bahrain-Grand-Prix bereits nach Malaysia verlegt, das Rennen in Saudi-Arabien wurde gestrichen. Nun geraten auch die geplanten Saisonläufe in Katar und Abu Dhabi zunehmend unter Druck.

Offiziell sollen die letzten beiden Rennen der Saison weiterhin am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi stattfinden. Hinter den Kulissen bereitet sich die Formel 1 allerdings längst auf mögliche Alternativen vor.

Stefano Domenicali bestätigte, dass ein Ersatzrennen nicht in den USA stattfinden werde. Ein zweiter Lauf in Austin oder Las Vegas sei keine Option. Die Formel 1 wolle bestehende Veranstaltungen nicht entwerten und im Dezember zudem nicht in direkte Konkurrenz zur NFL treten.

Sollte ein Saisonende im Nahen Osten nicht möglich sein, dürfte die Formel 1 deshalb nach Europa ausweichen.

Als möglicher Kandidat gilt insbesondere Imola. Die italienische Strecke ist in diesem Jahr nicht mehr Teil des regulären Kalenders, könnte nun aber überraschend zurückkehren und sogar Austragungsort des Saisonfinales werden. Eine Delegation aus Imola führte zuletzt bereits Gespräche mit der Formel 1.

Auch Portimão und Istanbul werden als mögliche Ersatzstrecken gehandelt.

Die Wetterbedingungen wären Anfang Dezember in Europa deutlich unberechenbarer als in Katar oder Abu Dhabi. Domenicali hält Rennen zu diesem Zeitpunkt dennoch grundsätzlich für möglich. Die Formel 1 werde die Entwicklung so lange wie möglich beobachten und nicht vor Mitte September eine Entscheidung treffen.

Noch stehen Katar und Abu Dhabi offiziell im Kalender. Angesichts der bereits erfolgten Absagen und Verlegungen erscheint es jedoch zunehmend realistisch, dass die Weltmeisterschaft 2026 nicht in der Wüste, sondern auf einer europäischen Rennstrecke entschieden wird.

Die komplette Ausgabe der CHAMP1 NEWS mit allen Hintergründen, Aussagen und Einordnungen gibt es im Video.

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