Während Sergio Pérez seinen Platz bei Cadillac bis mindestens 2029 sicher hat, gerät Valtteri Bottas zunehmend unter Druck. Das US-amerikanische Formel-1-Team macht längst kein Geheimnis mehr daraus, dass der Startplatz des Finnen für die Saison 2027 keineswegs garantiert ist.
Die Frage nach seiner Nachfolge entwickelt sich aktuell zu einem der spannendsten Themen auf dem Fahrermarkt – mit verwirrenden Rechenspielen und einigen Anwärtern.
Colton Herta absolvierte seine fünfte FP1-Session in Mexiko. © Charniaux / XPB ImagesHerta: Verwirrung um den 40. Punkt
Einer der meistgenannten Kandidaten für das Cockpit ist F2- und IndyCar-Fahrer Colton Herta. Der US-Amerikaner absolvierte beim Mexiko GP seine fünfte FP1-Session in dieser Saison, im Glauben, damit endlich die Hürde von 40 Superlizenzpunkten zu überspringen. Nach der Session folgte jedoch die Ernüchterung. Die FIA bestätigte, dass Herta nach wie vor ohne Starterlaubnis da steht.
Grund dafür ist ein Kuriosum auf der IndyCar-Website. Dort wurde Herta für die Saison 2025 fälschlicherweise auf dem sechsten Gesamtrang geführt, der sechs Superlizenz-Punkte eingebracht hätte. In Wahrheit beendete er die Meisterschaft zwar punktgleich mit Felix Rosenqvist, allerdings verbuchte der Schwede mehr Zweitplatzierungen, was ihn vor Herta auf die Rangliste setzte.
Offiziell beendete Herta die Saison somit auf Platz 7, was nur vier Superlizenz-Punkte bedeutet. Zusammen mit seinen FP1-Einsätzen (in Monza legte er nach einem Defekt nicht die erforderlichen 100 Kilometer zurück) und den Zählern aus den Vorjahren kommt Herta aktuell auf 39 Punkte.
Das Reglement-Problem lässt sich für Cadillac allerdings leicht lösen. Setzt das Team ihn bei einem der verbleibenden Rennwochenenden in Las Vegas, Brasilien, Katar oder Abu Dhabi erneut im 1. Freien Training ein und absolviert er die nötige Distanz strafpunktefrei, ist die Superlizenz gesichert.
Frederik Vesti überzeugte mit einem dritten Platz im ersten Training in Mexiko. © Charniaux / XPB ImagesFrederik Vesti im Cadillac-Fokus
Dass Cadillac Herta bei der Superlizenz unterstützt, ist jedoch keine Garantie für ein Stammcockpit. Die Bewerberliste ist lang und ein Name sticht dabei besonders hervor: Mercedes-Ersatzfahrer Frederik Vesti. Der dänische F2-Vizemeister von 2023, der für Cadillac bereits in der nordamerikanischen IMSA-Serie startet, bestätigte offene Gespräche über einen Sitz.
Rückendeckung erhält Vesti dabei von George Russell. Nach dem Trainingsfreitag in Mexiko fand der Brite in einer Medienrunde deutliche Worte für seinen Teamkollegen aus der Reserve.
Ich weiß, dass er wirklich hart darum kämpft, sich eine Chance auf den Sitz bei Cadillac zu sichern. Ich finde, er hat sich diese Chance verdient. Er hat sich sehr für die Zusammenarbeit mit unserem Team engagiert. Wir alle schätzen ihn sehr. Bei den meisten F1-Trainings, die er absolviert hat, musste er den Großteil der Arbeit übernehmen und kam nicht wirklich zu Leistungsrunden. Deshalb denke ich, dass es für uns als Team wichtig war. Ich habe dem Team gesagt, dass ich sicherstellen möchte, dass er die Gelegenheit bekommt, zu zeigen, was er kann. Das ist das Mindeste, was wir tun können. Also werden wir unser Bestes geben.
Dichtes Gedränge um den letzten freien Platz
Neben Herta und Vesti machen sich auch etablierte Kräfte wie Esteban Ocon und Yuki Tsunoda Hoffnungen, da bei den übrigen Teams alle Plätze besetzt sind. Cadillac hat somit die Qual der Wahl, ob es 2027 auf US-amerikanischen Nachwuchs, auf ein etabliertes F1-Gesicht oder auf ein junges Talent mit IMSA-Verbindung setzen will.































