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„Ein paar mal knapp“: Mercedes-Duelle vor dem Ende?

Die Mercedes-Duelle in Montreal sorgten für ordentlich Spannung. Teamchef Toto Wolff bremst die Erwartungen, dass das so weitergehen wird.

© IMAGO / HochZwei

Beim Großen Preis von Montreal begeisterten die Duelle der Mercedes-Fahrer die Massen. Auch in Race Control, der Champ1-Analyseshow, wurde vom heißen Kampf zwischen George Russell und Kimi Antonelli geschwärmt.

Doch die ein oder andere Situation hätte auch ins Auge gehen können. Am Ende stand Antonelli mal wieder ganz oben auf dem Podium und feierte mal wieder ein besseres Rennwochenende als sein Teamkollege George Russell. Könnte es bald knallen?

Toto Wolff gefällt das Duell nicht ganz so gut, wie den Fans. © IMAGO / Every Second Media

Wolff will sich Mercedes-Duell genau anschauen

Teamchef Toto Wolff machte nach dem Rennen klar, dass er das Lob für die Duelle verstehen könne, doch er bremste die Erwartungen an weitere heiße Duelle.

„Am Ende ist es jetzt immer leicht zu sagen: ‚Na ja, das war toll für das Team und toll für den Sport, und haben wir nicht alle den Kampf genossen?‘ Und das stimmt bis zu einem gewissen Grad auch, aber es gibt noch eine andere Seite, die wir betrachten müssen, nämlich dass es ein paar Mal knapp war.“

Er spielte damit vor allem auf die Situation an, als Antonellis Reifen blockierte. Der junge Italiener wäre fast in Russell hineingerauscht. Das hätte „zu einem doppelten Ausfall führen können, und zwar nicht wegen übermäßig aggressiven Fahrens, sondern einfach durch einen Fehler“.

Der Teamchef weiß, wie schnell eine solche Team-Situation eskalieren kann. 2016 kam es zum legendären „Krieg der Sterne“ zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Eine solche Situation will Toto Wolff in jedem Fall verhindern.

Das Mercedes-Duell sorgte für ordentlich Unterhaltung. © IMAGO / Jan Huebner

Wird es eine Teamorder bei Mercedes geben?

Doch, wie könnte der Teamchef eine solche Situation in Zukunft händeln? Wolff stellte klar, dass man in Zukunft gemeinsam mit den Fahrern genau „analysieren“ würde, wo Fehler gemacht worden waren.

„Und wenn das der Fall ist, wie können wir diese sehr, sehr schwierigen Situationen vermeiden? Oder sagen wir mal Situationen, in denen wir es für etwas zu knapp halten. So sehr wir heute auch sehr sportlich wirken und es zulassen, könnte es eine Situation geben, in der wir vielleicht, vielleicht einen Gang zurückschalten würden.“

Klingt, als könne sich der Österreicher irgendwann eine Teamorder vorstellen. Vor allem wenn Kimi Antonelli weiter fleißig Punkte sammelt, könnte der Zeitpunkt kommen, an dem er bevorzugt wird, um die WM einzutüten.

Wolff machte nämlich klar, dass sich Mercedes aufgrund der Pace-Vorteile ein solches Duell erlauben könne. Doch, „das sei nicht immer der Fall.“ Das teaminterne Duell kostete die Silberpfeile einige Sekunden, auch aufgrund der Fehler von Antonelli und Russell unter Druck.

Toto Wolff und Kimi Antonelli pflegen ein tolles Verhältnis. © IMAGO / DeFodi Images

Wolff nimmt Antonelli nach Funk-Rüge in Schutz

Einmal musste Wolff sogar schon am Montreal-Wochenende eingreifen. Im Sprint meckerte Antonelli so lange über ein Manöver von George Russell, bis es dem Österreicher reichte und er am Teamfunk klarmachte, dass sich der junge Italiener auf das Rennen konzentrieren solle.

Doch der Österreicher machte klar, dass er Antonelli seinen kleinen Ausraster nicht übelnehmen würde.

„Wenn man sich einige der Funkgespräche anhört, gibt es meiner Meinung nach noch Verbesserungspotenzial, aber die Offenheit ist gut – doch man sollte sich auf das Fahren konzentrieren, das ist wichtig. Ich finde, beide haben sich wie Rennfahrer verhalten, die um eine Meisterschaft kämpfen, daher kann ich daran nichts auszusetzen finden.“

Die großen Favoriten auf den WM-Titel befinden sich in einer komfortablen Position. Doch sobald die anderen Topteams aufschließen können, könnte es etwas kniffliger werden – und Toto Wolff muss dann vielleicht härter eingreifen, als ihm lieb ist.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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