Nach einem Sieg im ersten Rennen folgte die große Ernüchterung für George Russell. Denn seitdem fährt der Mercedes-Star seinem Teamkollegen und auch seiner eigentlichen Form völlig hinterher.
Viele Fans und Experten munkeln, dass Teamchef Toto Wolff ein größeres Herz für Kimi Antonelli habe. Hat der Brite kein gutes Verhältnis mehr zu seinem Boss?
Toto Wolff und George Russell pflegen wohl ein tolles Verhältnis. © IMAGO / ZUMA PressRussell schwärmt von Toto Wolff
In einem Interview mit f1.com klingt es allerdings überhaupt nicht so, als ob das Verhältnis der beiden schlecht sei. Denn George Russell stellte klar, wie gut sich beide immer noch verstehen.
„Wir kennen uns nun schon seit zwölf Jahren. Wir sind uns so nahgekommen, besonders in den letzten Jahren. Wenn wir zu Hause sind, verbringen wir die meisten Tage zusammen. Carmen und ich haben ein sehr enges Verhältnis zu Susie und Toto.“
Er und Wolff hätten „Höhen und Tiefen durchlebt“. Angefangen habe alles, als Russell bei Williams war und unbedingt zu Mercedes wechseln wollte. Dann wären Jahre gekommen, in denen sie nicht um die Meisterschaft gekämpft hätten.
Doch der Saisonstart, als die Silberpfeile „in Melbourne ankamen und mit Kimi den Doppelsieg holten“, war ein Moment, an dem das Team wieder an sich geglaubt hätte.
Zwar wären die letzten Rennen für Russell „wirklich hart“ gewesen, doch er habe „mit Toto darüber gesprochen und dabei daran gedacht, was wir in den letzten vier Jahren durchgemacht haben und wie sehr wir gekämpft haben, um Mercedes wieder an die Spitze zu bringen“.
George Russell durfte bereits 2020 sein Mercedes-Debüt geben. © IMAGO / HochZweiWurde Bottas Überholmanöver zum Verhängnis?
Sein damaliger Weg zu Mercedes war gar nicht so einfach, denn er musste den perfekten zweiten Fahrer Valtteri Bottas aus dem Cockpit drängen. Beim Sakhir Grand Prix 2020 fiel Lewis Hamilton aufgrund einer Covid-Erkrankung aus – die Chance für den jungen Briten.
Russell wurde auf Anhieb Zweiter im Qualifying und zeigte auch im Rennen seine ganze Klasse. Unter anderem brillierte er mit einem tollen Überholmanöver gegen den Finnen.
„Ich glaube, dieses Überholmanöver war entscheidend für meine Zukunft bei Mercedes. Auch wenn es nicht als direktes Duell zwischen Valtteri und mir inszeniert war, wusste doch jeder, dass ich darauf aus war, seinen Platz einzunehmen. Als ich die Gelegenheit sah, ihn außen zu überholen, habe ich sie genutzt.“
Russell hatte am Ende sogar eine Chance auf den Sieg, doch ein Reifenschaden ließ den Mercedes-Piloten am Ende mit einem enttäuschenden neunten Platz zurück.
„Wenn jemand nur meine letzten paar Rennen in der Formel 1 gesehen hätte und ihm dann gesagt würde, er solle sich das Rennen in Bahrain ansehen, würde er denken, ich hätte das größte Pech der Welt!“
Doch aufgrund der deutlich besseren Pace und Performance als Bottas war schnell klar, dass der Williams-Pilot zu Mercedes aufsteigen würde. Nun gehört er bereits seit 2021 zu den Stammpiloten von Toto Wolff.
In den nächsten Wochen und Monaten geht es für Russell allerdings um seine Zukunft. Auch wenn er Pech hatte, muss er nun Leistung bringen – sonst könnte das Team ihn schneller fallen lassen, als man denkt.




































