Der Crash nach dem Safety-Car-Restart in Baku sorgte für heftige Diskussionen.
Franco Colapinto verschätzte und verbremste sich und beendete damit nicht nur sein Rennen, sondern auch das von Teamkollege Pierre Gasly und Lando Norris. Hat das ganze Thema am Ende sogar noch ein Nachspiel?
Lando Norris war nach seinem Ausscheiden angefressen. © IMAGO / BSR AgencyNorris fordert Rennsperre – Formel-1-Stars widersprechen
Nach dem Rennen gingen die Diskussionen in die verschiedensten Richtungen. Vor allem Lando Norris war nach seinem Ausfall stinksauer und forderte sogar einen Rennsperre für Colapinto der laut dem Briten nicht in die Formel 1 gehören wurde.
Nun ruderte Norris zurück und machte in einer selbst veröffentlichten Story klar, dass er falsch gelegen habe. Andere Formel-1-Stars wie George Russell oder Max Verstappen nahmen den Argentinier bereits in Schutz und hätten eine höhere Strafe für ungerecht empfunden.
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über den chaotischen Vorfall nach dem Restart gesprochen.
Marc Surer zeigt Verständnis für alle Beteiligten. © IMAGO / Beautiful SportsSurer erklärt Crash
Kommentatorenlegende Marc Surer war schnell klar, dass das größte Problem der Crash mit dem eigenen Teamkollegen gewesen sei.
„Das ist das Schlimmste an der ganzen Geschichte. Man kann sich ja mal verbremsen, das haben wir ja schon öfters gesehen. Startkollisionen gibt es immer wieder. Aber dass er natürlich seinen Teamkollegen abschießt und der dann noch unverschuldet den Lando Norris, das ist schlimm.“
Die 5-Platz-Grid-Strafe, die der Argentinier erhält, findet Surer völlig in Ordnung. Eine Rennsperre würde er zu hart finden, da der Crash „physikalisch erklärbar“ sei.
Colapinto habe bremsen wollen, sei auf der dreckigen Seite gewesen und habe keinen Grip gehabt. Dadurch habe er den Unfall nicht mehr verhindern können. So ein Unfall könne passieren. Die Reaktion von Norris nach dem Rennen könne er aber dennoch verstehen, da Colapinto sein Rennen zerstört habe.
Er verglich die Colapinto-Szene, mit dem Verbremser von Oscar Piastri, der einen ähnlichen Fehler machte, der allerdings nur das Rennen des Australiers zerstörte, weil kein anderes Auto im Weg gewesen sei.
Bestraft Briatore Colapinto? © Batchelor / XPB ImagesMuss Colapinto nach Strafe weitere Konsequenzen fürchten?
Nun stellt sich allerdings natürlich die Frage, wie innerhalb des Teams damit umgegangen wird. Flavio Briatore wirkte angefressen und kündigte zumindest an, über weitere Konsequenzen nachzudenken. Surer hätte schon eine Idee, wie man Colapinto bestrafen könnte.
„Also ich würde ihn den Schaden bezahlen lassen. Das wäre wahrscheinlich die einfachste Lösung.“
Auch gäbe es die Möglichkeit, den Argentinier mal ein Rennen herauszunehmen. Doch auch das sei laut dem Schweizer überzogen, auch, weil Colapinto gute Leistungen zeigen würde und immer für Punkte sorgen könnte.
Der Colapinto-Crash sorgte für Diskussionen, die wir so noch nicht allzu oft in dieser Saison gesehen haben. Durch zwei Rennen an den nächsten zwei Wochenenden könnte allerdings schnell wieder Gras über die ganze Sache wachsen. Es bleibt abzuwarten, wie vor allem der Übeltäter mental mit dem Druck, der nun auf ihm lastet, umgeht.































