Motoren-Guru Mario Illien hat in der Formel 1 so einiges durchgemacht. Legendär waren seine Motoren, die für die Doppel-Weltmeisterschaft von Mika Häkkinen sorgten.
Auch zum neuen Reglement hat er seine ganz persönliche Meinung – und die wird die Verantwortlichen der Königsklasse des Motorsports nicht erfreuen.
Die neue Formel-1-Motorengeneration steht in der Kritik. © Charniaux / XPB ImagesHybrid gut – Verhältnis schlecht
In einem Interview mit racingnews365 machte Illien nun klar, was er von der neuen Motorengeneration hält. Der Schweizer hat vor allem ein Problem ausgemacht.
„Ich finde, da steckt einfach zu viel elektrische Leistung drin. Ich halte das Hybridkonzept für gut, aber nicht in diesem Ausmaß. Mit so viel elektrischer Leistung zu fahren, sollte kein Nachteil sein. Außerdem ist es sehr komplex und sehr teuer, und die Fans werden dadurch nicht begeisterter.“
Es wäre nicht schön anzusehen, wenn die Autos „nach zwei Dritteln der Geraden aufgeben“ würden. Für ihn sei die „Fahrerrolle weniger wichtig, und mittlerweile werden die Software und deren Einsatz immer wichtiger als das Rennen selbst“.
In den vergangenen Monaten kritisierten bereits zahlreiche Fahrer und Experten das neue Reglement und kritisierten das Fahrverhalten der neuen Autos.
Mario Illien gehörte zu den größten Motoren-Gurus der Formel 1. © Davenport / xpb.ccIllien gibt Verstappen Recht
Auch Max Verstappen gehörte zu ihnen. Der Niederländer machte von Saisonbeginn an deutlich, dass er von den neuen Autos nichts hält. Immer wieder spielte er sogar mit dem Gedanken, die Formel 1 zu verlassen.
Illien unterstützt die Meinung des Vierfach-Weltmeisters und stimmt der Kritik vollends zu.
„Ja. Diese Sichtweise hatte ich schon, bevor alles begann. Mir war schon früh klar, dass es so kommen würde.“
Für die kommenden Jahre wurden nun Änderungen beschlossen. Im kommenden Jahr wird das Verhältnis zwischen Verbrenner und Batterie von 52/48 auf 58/42 wechseln. 2028 steigt der Verbrenneranteil dann auf ca. 60 Prozent.
Illien glaubt, dass die Veränderungen helfen werden. Am Ende würden sie allerdings nicht das Grundproblem lösen. Der Schweizer habe sowieso nie verstanden, warum man den Batterie-Anteil so stark erhöht habe, weil die Motoren des vergangenen Reglements eigentlich nicht in der Kritik gestanden hätten.
Die Debatte um das zukünftige Reglement der Formel 1 ist ohnehin bereits entbrannt. Eine Rückkehr des V8-Motors wird vor allem von FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem immer wieder ins Spiel gebracht. Die Diskussionen um das Motoren-Reglement der Zukunft sind noch lange nicht vorbei.































