Zwei Rennen, zwei Katastrophen – ausgerechnet beim Heimspiel droht Honda der nächste Rückschlag, während Aston Martin im Hintergrund die Zukunft neu ordnet.
Zwei Rennen, null Punkte. Und eine Zielflagge ist auch nicht in Sicht. | © Patching / XPB Images„Wir brauchen Magie“ – Honda vor dem Heimspiel unter Druck
Zwei Rennwochenenden, kein einziges Auto im Ziel – die Bilanz von Aston Martin und Honda ist alarmierend. So droht beim kommenden Japan-GP in Suzuka ein „schmerzhaftes Scheitern“, sollte es dem Motorenpartner nicht gelingen, kurzfristig Lösungen zu finden. Die Situation ist dabei besonders brisant: Suzuka ist Hondas Heimrennen. Und ausgerechnet dort steht die reale Gefahr im Raum, erneut keine Renndistanz zu erreichen. Lance Stroll verlautet nach dem China-GP:
„Suzuka wird schwierig – es sei denn, wir finden in den nächsten zehn Tagen etwas Magie.“
Halb im Scherz fügte er hinzu: „Betet mit mir!“
Fernando Alonso wird noch deutlicher und liefert gleichzeitig den technischen Kern des Problems:
„Wir brauchen mehr Zeit auf dem Prüfstand. Wir müssen verstehen, woher die Vibrationen kommen.“
Vibrationen als Hauptursache – Fortschritte mit Einschränkungen
Die Probleme sind tiefgreifend. Vibrationen im Antriebsstrang führen nicht nur zu Defekten, insbesondere an der Batterie, sondern belasten auch die Fahrer massiv. In China brach Alonso sein Rennen sogar freiwillig ab. „Vibrations way too high“, funkte der Spanier, bevor er endgültig an die Box kam. Honda bestätigt zwar Fortschritte:„Wir haben Fortschritte bei der Batteriezuverlässigkeit erzielt“, erklärt Chefingenieur Shintaro Orihara. Doch gleichzeitig räumt er ein: „Wir müssen die Ursache der Vibrationen noch identifizieren.“ Ein zentraler Punkt: Viele Verbesserungen basieren aktuell eher auf Schadensbegrenzung als auf echten Lösungen – etwa durch niedrigere Drehzahlen. Das kostet Leistung und zeigt: Aston Martin ist aktuell weit von der Konkurrenz entfernt.
Kleine Hoffnung: Mehr Zeit – und Daten
Die Pause vor Suzuka kommt zur richtigen Zeit. Nach den engen Abständen zwischen Australien und China hat Honda nun erstmals mehr als nur wenige Tage für Analysen. Zudem folgt nach Japan eine längere Unterbrechung durch die Absagen von Bahrain und Saudi-Arabien – ein potenzieller Wendepunkt.
Auch personell versucht Aston Martin, zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen: Im ersten freien Training wird Jak Crawford anstelle von Fernando Alonso fahren. Wie unsere Redaktion im Beitrag „Fernando Alonso bekommt Pause im 1. Freien Training von Suzuka“ berichtete, soll der junge US-Amerikaner wichtige Daten liefern. Mike Krack betont:
„Diese Session wird ihm helfen, sich weiterzuentwickeln und gleichzeitig wertvolle Rückmeldungen für das Team zu sammeln.“
Personal-Beben: Wheatley-Wechsel bringt Klarheit
Während auf der Strecke Krisenmanagement herrscht, wurde hinter den Kulissen bereits eine zentrale Personalfrage entschieden. Wie unsere Redaktion bereits berichtete, hat Jonathan Wheatley Audi mit sofortiger Wirkung verlassen. Offiziell nennt Audi „persönliche Gründe“. Medien wie Bild berichten zusätzlich von familiären Motiven sowie internen Spannungen, insbesondere mit Mattia Binotto, der nun alleiniger Teamchef ist. Ein Wechsel zu Aston Martin gilt laut mehreren Quellen als so gut wie sicher. Besitzer Lawrence Stroll äußerte sich zwar nicht konkret, stärkte jedoch Adrian Newey demonstrativ den Rücken – ein klares Signal, dass die strukturelle Neuausrichtung bereits läuft.
Archivbild 2025: Aston Martin versucht die personellen Umstrukturierungen und die zeitliche Aufschiebung zu nutzen. | ©IMAGO / ZUMA Press WireWenn Hoffnung auf Technik trifft: Zwischen „Magie“, Machtverschiebung und der Angst vor dem nächsten Stillstand
Aston Martin steht vor einem Wochenende mit enormer Tragweite. Auf der einen Seite droht beim Honda-Heimspiel ein sportlicher Offenbarungseid. Auf der anderen Seite nimmt die strategische Zukunft mit dem bevorstehenden Wechsel von Jonathan Wheatley konkrete Formen an. Suzuka wird damit zum Prüfstein auf mehreren Ebenen: Kann Honda die „Magie“ liefern, von der Stroll spricht? Oder wird das Heimrennen zum nächsten Tiefpunkt? Klar ist: Selbst wenn kurzfristig keine Wunder gelingen, die längere Pause danach könnte zur entscheidenden Phase werden, in der Aston Martin die Grundlage für einen echten Neustart legt.









