Eigentlich könnte es bei Mercedes in dieser Saison fast nicht besser laufen. Das Team konnte bisher jedes Rennen für sich entscheiden und vor allem Kimi Antonelli fliegt von Erfolg zu Erfolg.
Allerdings sieht es bei George Russell nicht ganz so gut aus. Vor allem sein bitterer Ausfall in Montreal sorgte bei Toto Wolff und Co. für einen kleinen Wermutstropfen.
George Russell erlebte in Montreal einen üblen Rennsonntag. © Dunbar / XPB ImagesMercedes sucht wahre Ursache für Russell-Ausfall
Und es kommt noch schlimmer. Denn, obwohl mittlerweile klar ist, dass es sich um ein Batterie-Problem handelt, ist die genaue Ursache, die zum Ausfall geführt hat, noch völlig unklar.
Vize-Teamchef Bradley Lord, der Champ1 zuletzt ein exklusives Interview gab, erklärte in einer Medienrunde, warum Mercedes zurzeit im Dunkeln fischt.
„Wir haben das Auto zurückbekommen und konnten das Modul daraus ausbauen. Es musste einigen ungewöhnlichen Sicherheitsmaßnahmen unterzogen werden und muss nun tatsächlich zurück nach Großbritannien verschickt werden. Es wird einige Monate dauern, bis die Hardware zurückkommt.“
Man müsse „wirklich gründlich durchforsten, um genau zu verstehen, was schiefgelaufen ist“. Nur so könne man sicherstellen, dass so ein Problem in Zukunft bei den anderen Modulen nicht mehr auftreten würde. Das Team muss also in den nächsten Monaten hoffen, dass derartige Probleme nicht noch einmal auftreten.
Bradley Lord war mit der Leistung von George Russell zufrieden. © Bearne / XPB Images„Brillant gefahren“: Lord lobt Russell
Generell machte Lord klar, dass man mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Kanada-Wochenende blickt.
„Es ist immer ein seltsames Gefühl, wenn ein Auto das Rennen gewonnen hat und das andere ohne Verschulden des Fahrers ausgeschieden ist. Es fällt sehr schwer, sich wirklich zu freuen, wenn man mit ansieht, wie viele Punkte verloren gehen. Es lag absolut nicht an George; er ist das ganze Wochenende über brillant gefahren, und ich glaube, er wäre nach seiner Leistung – zwei Pole-Positions und der Sieg im Sprint – ebenfalls ein sehr würdiger Sieger des Grand Prix gewesen.“
Der Brite wird sich über dieses Lob freuen, doch er hätte wohl lieber Punkte geholt. Nun liegt er bereits 43 Punkte hinter seinem Teamkollegen Antonelli. Am kommenden Wochenende kann Russell wieder zeigen, was in ihm steckt.
Doch Monaco wird ein anderes Pflaster. Viele Experten gehen davon aus, dass die Dominanz der Mercedes-Boliden dort ins Wanken geraten würde. Vor allem Ferrari geht durch die Stärke in den langsamen Kurven als Favorit ins Rennen.
Eine Pole oder ein Sieg im Fürstentum wäre ein Achtungserfolg von Russell und könnte seinen Teamkollegen vielleicht zum ersten Mal ins Grübeln bringen. Doch nun muss der enttäuschte Mercedes-Star erst einmal aus dem persönlichen Tief herauskommen.




































