George Russell konnte nach dem Großen Preis von Österreich endlich wieder richtig strahlen. Der Mercedes-Pilot schnappte sich Pole und Sieg und meldet sich damit im WM-Kampf zurück.
Doch vor allem seine Pole-Runde während der Gelben Flagge aufgrund des Verstappen-Crashs sorgte für zahlreiche Diskussionen.
George Russell sicherte sich die Pole in Spielberg. © Batchelor / XPB ImagesRussell-Pole für Wittich regelkonform
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über die kontroverse Schlussphase des Qualifyings geredet. Ex-Rennleiter Niels Wittich, erklärte, warum die Pole von Russell am Ende bestand hatte.
„Was die reinen Flaggensignale anbelangt, war es absolut korrekt, was dort vorgefallen ist. Das Sportgesetz sieht natürlich vor, wann was passieren soll. Sprich: Eine doppelgelbe Flagge wird dann gezeigt, wenn die Strecke teilweise blockiert ist und wenn Fahrer wirklich zum Anhalten bereit sein müssen, was in dem Fall natürlich nicht der Fall war. Max war ganz weit außerhalb im Run-off, in den Reifenstapeln hat er drin gesteckt, insofern war die Strecke frei.“
Da die Formel 1 bei einer Gelben Flagge die Mikrosektoren in diesen Bereichen zähle, sei es denkbar und normal, dass George Russell trotzdem die Pole-Position legal geholt hätte, so Wittich. Zwar könnte man überlegen, ob das Regelwerk angepasst werden könnte, allerdings sei laut ihm alles richtig abgelaufen.
Daher habe es auch keine Investigation gegeben und die Sache wäre schnell vom Tisch gewesen. Ein Ferrari-Protest wäre zwar im Bereich des Möglichen gewesen, allerdings schien man auch dort die Entscheidung akzeptiert zu haben.
Marc Surer wunderte sich kurz über die Russell-Pole. © IMAGO / Jan HuebnerSurer irrte sich anfangs – und nimmt alle Beteiligten in Schutz
Auch Kommentatoren-Legende Marc Surer äußerte sich zur letzten Russell-Runde und gab zu, sich anfangs geirrt zu haben. Er hätte nach dem Verstappen-Crash gedacht, dass Leclerc auf der Pole stehen würde, und konnte nicht verstehen, dass Russell ganz vorne stand.
Doch im Nachhinein, nach den ganzen Erklärungen, habe er nachvollziehen können, warum die Stewards nicht eingegriffen hätten. Auch Russell selbst nahm der Schweizer in Schutz.
„In dem Moment würde jeder andere Fahrer wohl auch so reagieren. Weil man schließlich ja um die Pole oder um eine gute Position fährt. Und ich denke, wir würden gar nicht so viel darüber reden, wenn er jetzt auf Platz 4 gefahren wäre.“
Anders als George Russell brach Kimi Antonelli seine Runde ab. Surer geht davon aus, dass es am Ende ein Kommunikationsproblem war, weil Renningenieur Peter Bonnington ihm durchgegeben hatte, dass Doppel-Gelb herrscht. Das habe den jungen Italiener verunsichert.
Am Ende scheint wohl alles mit rechten Dingen zugegangen zu sein. Russell sicherte sich die Pole und am Ende auch den Sieg und geht mit ordentlich Rückenwind nach Silverstone. Die Fortsetzung des WM-Kampfs folgt.




































