Enttäuschte Gesichter gibt es bei Audi gerade viele. Der Rennstall steht mit mickrigen zwei Punkten auf Platz neun der Konstrukteurswertung und lässt damit nur Aston Martin und Cadillac hinter sich.
Vor allem die technischen Probleme machen dem Team zu schaffen. Doch auch die Rennpace ist nicht konstant genug, um zufrieden zu sein.
© IMAGO / NurPhotoIst „nur“ der Audi-Motor das Problem?
Vor dem Großen Preis von Spielberg machte Gabriel Bortoleto in einer Medienrunde klar, dass er vor allem an das Chassis des Teams glaube.
„Ich denke, es ist klar, dass wir ein sehr starkes Chassis haben. Es ist noch kein meisterschaftswürdiges Chassis; wir haben noch nicht das Auto, mit dem wir Rennen gewinnen könnten, wenn wir einen großartigen Motor hätten, aber wir haben ein Chassis, das heute sehr konkurrenzfähig ist.“
Der Motor von Audi wurde beim F1-System ADUO auf Platz vier aller Hersteller gesetzt, nur der Honda-Motor liegt darunter. Mit den Upgrades, die nun möglich sind, könnte der Rennstall zumindest dort den Abstand verkürzen.
Bortoleto meinte, mit einem Top-Speed wie Mercedes oder Red Bull könne man sogar um die Top 3 fahren. Fährt der Rennstall also schon bald um Podien mit, wenn der Motor stärker wird?
© Bearne / XPB ImagesMcNish widerspricht Bortoleto
Audi-Rennleiter Allan McNish teilt das Selbstvertrauen seines eigenen Fahrers nicht und bremst die Erwartungen an Audi in den kommenden Monaten.
Man wäre zwar in „Medium- und High-Speed-Kurven“ richtig gut und man hätte bei den langsamen Kurven und anderen Dingen noch etwas Luft nach oben, doch er glaube nicht an einen Platz in den Top 3 oder Top 4.
„Es ist ein Auto und eine Antriebseinheit, und das ist das Wichtigste. Sie voneinander zu trennen, ist theoretisch eine Möglichkeit, aber in der Praxis braucht man die Antriebseinheit ebenso wie das Chassis selbst, damit das Auto um die Kurve fährt. Es handelt sich also um ein Gesamtpaket, und genau davon sprechen wir – von einem Gesamtpaket –, und der Fahrer ist ein Teil dieses Pakets. In der Realität ist das der Stand der Dinge.“
Dieses Gesamtpaket, von dem McNish spricht, ist natürlich noch nicht an dem Punkt, wo man es haben will. Auch in den kommenden Wochen und Monaten kann man wohl nicht davon ausgehen, dass Audi plötzlich um Podien mitfährt. Viel zu weit sind die vier Top-Teams entfernt.
Der Rennstall ist ein Langzeitprojekt, und erst einmal muss an einigen Schwächen gearbeitet werden, bevor man hoch hinaus will. Vor allem Nico Hülkenberg würde sich wünschen, wenigstens mal in die Punkte zu fahren.




































