Bisher galt eine Amtszeitbegrenzung von 12 Jahren beim FIA Präsidenten. Konkret bedeutete dies, man konnte dreimal für jeweils vier Jahre gewählt werden. Diese Begrenzung soll wohl jetzt mit über 90% Dafür-Stimmen gekippt worden sein. Als nächster Schritt plane die FIA die Altersbegrenzung des Präsidenten von 70 Jahren abzuschaffen. Der ehemalige Rennleiter Niels Wittich und Ex-Formel 1 Pilot Marc Surer kritisieren die FIA scharf für diese Entscheidung.
Der einzige Vorteil: Macht
Sollte auch die Altersbegrenzung gekippt werden, stünde einer ewigen FIA Präsidentschaft von Ben Sulayem nichts mehr im Wege. Nach außen würde die FIA damit massiv an Kredibilität verlieren. Die Glaubwürdigkeit der Organisation leidet sowieso schon seit einiger Zeit auf Grund deren fragwürdigen Entscheidungen.
Wittich versucht zunächst nüchtern die Entwicklungen seines ehemaligen Arbeitgebers einzuordnen: „Warum werden diese Änderungen eingefordert? Weil jemand auf seinem Stuhl festsitzen will. Das ist der einzige Hintergrund.“ Für ihn ist es ganz klar: Mohammed Ben Sulayem geht es nur um die Macht, die mit seiner Position einhergeht. Wittich positioniert sich deutlich gegen die Entscheidung der FIA:
Ich kann nicht nachvollziehen, warum das alles unterstützt wird. Ich persönlich kann es nicht verstehen und ich weiß auch nicht, warum man einen Prozess, der über Jahre lang so war, wie er war, warum der jetzt geändert werden muss und was die positive Auswirkung davon ist.
Der ehemalige Formel 1-Chef Bernie Ecclestone lobte in Österreich den aktuellen FIA Präsidenten in den Himmel. Er behauptete, Ben Sulayem habe noch keine Fehler in seinem Job gemacht und sei ein fantastischer Präsident, der nur im Sinne des Sports handle. Wittich meint, dahinter stecke ganz klar Kalkül: „Wenn Bernie so eine Aussage macht, dann bin ich mir relativ sicher, da gibt es noch einen Hintergedanken dabei. Und da ist er einfach zu ausgefuchst und zu schlau, dass er das schon nicht aus Versehen sagt, sondern da steckt ein ganz, ganz dezidierter Grund dahinter.“ Von der Leistung des Präsidenten würde Ecclestone jedoch nicht sprechen, fügte Wittich hinzu.
Hat die FIA Tipps für Kumpel Trump?
Marc Surer erinnert die ganze Situation an ähnliche Ausmaße aus der aktuellen amerikanischen Politik:
Also ich würde dem Trump empfehlen, mal da anzurufen und fragen, wie er das gemacht hat, weil der spekuliert ja auch, dass er da ewig bleiben kann, oder?
Sulayem und Trump im Gespräch vertieft beim Miami GP in 2024 | © IMAGO / NurPhotoAls ernsthafte Aussage fügte Surer folgendes hinzu: „Das Problem ist immer, du weißt ja nicht, was nachkommt.“ Schließlich gab es mit Jean-Marie Balestre, der nur aufgrund seiner eigenen Nationalität die französischen Fahrer bevorzugte, schon parteiische FIA Präsidenten. Surer meint, was die Neutralität angehe, sei Sulayem „eigentlich ganz okay“.




































