Die Situation von George Russell bei Mercedes ist derzeit unangenehm. Als WM‑Favorit gestartet, wird er von seinem Teamkollegen Kimi Antonelli regelmäßig besiegt und wird von vielen Seiten kritisiert.
Auch ein Ex-Weltmeister schlägt in die gleiche Kerbe und kann vor allem der Russell-Leistung in Barcelona nichts abgewinnen.
Jacques Villeneuve geht George Russell hart an. © IMAGO / Marco CanonieroVilleneuve kritisiert Russell-Verhalten auf der Strecke
Denn Jacques Villeneuve hielt vor allem vom Russel-Verhalten während des Rennens nichts, wie er am Mikro von Sky Sport F1 verdeutlichte.
„Russell hat sich nicht gut verteidigt. Er ließ die Tür zu weit auf. Er wirkte nicht wie ein Fahrer, der um den Titel kämpft. Vielmehr sah es aus, als hätte er den Kampf gegen seinen Teamkollegen bereits verloren. Tatsächlich war das ein enttäuschender Auftritt von Russell.“
Bevor Kimi Antonelli seinen Wagen aufgrund von Batterieproblemen abstellen musste, überholte der Italiener seinen Teamkollegen und war auf dem besten Weg, Platz zwei einzufahren. Während des gesamten Rennens wirkte Antonelli wie der schnellere Mann und sorgte für Stallorder-Diskussionen.
Villeneuve gab zwar zu, dass der Brite „seinen Teamkollegen im Griff“ hatte, doch im Rennen habe ihm der Speed gefehlt. Laut dem Kanadier habe Russell wohl „den Druck gespürt, das war sehr enttäuschend“.
Nico Rosberg schlägt bei Russell in die gleiche Kerbe. © IMAGO / Marco Canoniero„10 von 10 noch nicht gesehen“: Rosberg legt nach
Auch Ex-Mercedes-Pilot Nico Rosberg stimmte seinem Kollegen zu und stellte noch einmal die Diskrepanz zwischen Qualifying und Rennen heraus.
„Es ist genau so, wie ich es vor dem Rennen gesagt habe: Russell ist im Qualifying eine 10 von 10, aber ich habe immer noch ein paar Zweifel an seinem Renntempo. Im Rennen habe ich diese 10 von 10 noch nicht gesehen, und genau das haben wir heute wieder gesehen. Lewis war schnell, Kimi schien noch ein bisschen schneller zu sein. Und Norris war sehr schnell.“
Der Deutsche nahm Russell zwar in Schutz und sagte, dass Russell einen Schritt nach vorne gemacht habe, doch er müsse in den kommenden Wochenenden weiter an sich und seinen Leistungen arbeiten.
Der Brite machte in einer Medienrunde selbst klar, dass es Verbesserungen geben müsse, auch, weil er mit einem neuen Auto unterwegs wäre. Bei seinem Teamkollegen habe es hingegen in dieser Saison „klick“ gemacht.
„Er hat es nicht krampfhaft versucht. Es läuft einfach perfekt für ihn, und ich weiß, dass es auch für mich wieder so laufen kann, so wie damals in Melbourne.“
In Spielberg hat Russell die nächste Chance, zurückzuschlagen und zu zeigen, dass er zu den besten Formel-1-Fahrern gehört. Ansonsten werden die Kritiker sicher nicht leiser werden.




































