Max Verstappen ist trotz seiner Wiederauferstehung und des dritten Platzes in Montreal weiterhin nicht zufrieden mit dem neuen Reglement.
In den vergangenen Monaten machte er immer wieder klar, wie wenig Spaß ihm die Fahrt in den neuen Boliden macht. Immer wieder spielte er mit dem Gedanken, ob er die Formel 1 nicht nach dieser Saison verlässt.
Verstappen will in der Formel 1 bleiben – wohl unter einer Bedingung. © Moy / XPB ImagesVerstappen gibt (halbes) Versprechen ab
Doch am Montreal-Wochenende klang das erstmal ganz anders. Plötzlich machte der Niederländer klar, dass er auch im nächsten Jahr in der Formel 1 fahren würde, wenn nichts Unvorhergesehenes passiere. Können sich nun also alle beruhigen?
Nicht ganz, denn nach dem Qualifying hörte sich das in einem offiziellen Interview schon wieder ganz anders an.
„Wenn es so bleibt wie jetzt, wird das nächste Jahr ein langes Jahr, und das will ich nicht. Es ist mental einfach nicht machbar für mich, so weiterzumachen. Wirklich nicht.“
Dieser plötzliche Sinneswandel könnte daran liegen, dass eine geplante Regeländerung auf der Kippe steht. Denn eigentlich soll es laut einem offiziellen Statement von FIA und Formel 1 zu einer Regeländerung kommen. Im nächsten Jahr soll der Anteil zwischen Verbrenner- und Elektro-Antrieb bei 60:40 und nicht mehr bei 50:50 liegen.
Ist Ferrari gegen eine schnelle Regeländerung? © IMAGO / justpictures.chUmsetzung und einzelne Teams könnten zum Problem werden
Bislang gibt es allerdings nur eine grundsätzliche Einigung und noch keinen Beschluss. Und es gibt wohl noch zahlreiche Probleme und ungeklärte Fragen.
Erst einmal könnte eine solche Regeländerung dafür sorgen, dass sich das Fahrverhalten der Autos drastisch verändert. Es könnte passieren, dass Antriebe und Autos deutlicher umgebaut werden müssen, als man bislang gehofft hatte. Bis 2027 wäre das schwierig zu bewerkstelligen.
Vor allem Ferrari und Audi sollen laut übereinstimmenden Medienberichten kein Freund von einer schnellen Regeländerung sein, da beide Teams Angst haben, dadurch noch mehr ins Hintertreffen zu geraten. Beide Hersteller hoffen darauf, durch die ADUO-Regelung aufschließen zu können.
Mercedes und Red Bull hingegen stellen sich nicht gegen eine solche Anpassung und glauben an die Stärke des Motors und der eigenen Autos. Außerdem wird man bei den Bullen wohl alles daran setzen, um Verstappen halten zu können. Auch Honda ist in der Position, in der eine Regeländerung eher helfen könnte, um überhaupt Anschluss zu finden.
Verstappen ist in der Vergangenheit immer wieder in anderen Rennserien aufgetaucht. © IMAGO / speedshotKehrt Verstappen der Formel 1 für immer den Rücken?
Verstappen hofft indes, dass man die Regeländerung am Ende trotzdem durchziehen wird.
„Bleiben wir positiv. Wir arbeiten noch immer in die Richtung, dass es diese Änderungen gibt, und natürlich macht das einige Leute, die im Moment einen Vorteil haben, schwierig. Aber wenn die stark ist, und auch die Formel 1 von ihrer Seite, dann müssen sie es einfach tun.“
Sollte der Vierfach-Weltmeister die Formel 1 allerdings wirklich verlassen, dann soll es sich laut übereinstimmenden Medienberichten nicht um eine kurze Pause handeln. Dann würde er der Königsklasse des Motorsports wohl ganz den Rücken kehren.
Audi und Ferrari werden sich von den Aussagen Verstappens sicher nicht unter Druck setzen lassen. Es wird spannend sein, zu sehen, ob die angedachten Änderungen wirklich vollzogen werden – und wie der Niederländer auf eine mögliche Verschiebung reagieren würde.




































