Der Große Preis von Monaco sorgt immer noch für reichlich Diskussionsstoff – selbst knapp drei Wochen nach Ende des Rennens. Grund dafür: Die FIA hat Pierre Gaslys Strafen zurückgezogen und dadurch landete er nachträglich auf dem dritten Platz. Der ehemalige Haas-Teamchef Günther Steiner sieht darin ein großes Problem für zukünftige Regelentscheidungen. Im „The Red Flags Podcast“ äußert sich Steiner klar zum Strafenchaos Monacos.
Kurzer Hintergrund
Gasly erhielt in Monaco aufgrund zu schnellen Fahrens in der Boxengasse zwei 5-Sekunden-Strafen, die ihn von Platz 3 auf Platz 7 zurückfallen ließen. Alpine beantrage das Recht auf Überprüfung und hatte Erfolg: Die Strafen wurden gestrichen und Gaslys Podium wurde wiederhergestellt.
Das löste zahlreiche Reaktionen innerhalb der Formel 1 aus. McLaren und Red Bull legten Berufung gegen die Entscheidung der FIA ein, ihre Fahrer Piastri und Hadjar verloren durch das wiederhergestellte Podium wertvolle Punkte. Auch Mercedes reichte zunächst das Recht auf Überprüfung für Russells Strafen ein, zog den Antrag aber dann doch wieder zurück.
Weitere Informationen bezüglich McLarens und Red Bulls Berufung liegen momentan noch nicht vor.
Ursprünglich fuhr Isack Hadjar auf den dritten Platz in Monaco | © Price / XPB ImagesSteiners Problem: die fehlende Gleichbehandlung
Günther Steiner findet klare Worte zur Entscheidung der FIA: „Das Podium hätte nicht wiederhergestellt werden dürfen. Wenn man ihm den dritten Platz zurückgibt, müsste man auch die anderen Fälle korrigieren, und das ist nicht mehr möglich. In diesem Punkt war das in Monte Carlo ein komplettes Chaos.“
Seiner Meinung nach war der erste Fehler bereits die unklare Kommunikation über die fehlerhaften Angaben der Messlinie und die falschen Informationen an die Teams.
Es begann damit, dass die Messlinie an der falschen Stelle lag oder den Teams falsche Informationen gegeben wurden. Aber am Ende ist es offensichtlich die falsche Entscheidung, ihm das Podium zurückzugeben, denn alle anderen haben ihre Strafen erhalten, und diese können nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Der Südtiroler ergänzt: „Solche Situationen kann man am Ende nicht mehr richtig lösen. Natürlich hätte ich Pierre das Podium gegönnt, aber er sollte dort stehen, weil er es auf die richtige Weise geschafft hat und nicht wegen eines Problems, das die Regeln gar nicht vorsehen oder weil jemand bei der Vermessung eines Streckenabschnitts einen Fehler gemacht hat.“
„Das Ganze war ein Debakel“ – Steiner zur finalen Entscheidung
Für den Ex-F1-Teamchef gibt es nur eine klare Einschätzung zu der Situation: „Das Ganze war meiner Meinung nach ein Debakel!“
Es ist davon auszugehen, dass diese Entscheidung auch zukünftig Auswirkungen auf kommende Regelkonflikte haben wird. Insbesondere die von McLaren in ihrem Statement zur Berufung aufgeworfene Frage zur Gleichbehandlung wird die Formel 1 noch länger beschäftigen.




































