Kurz vor dem 1. Freien Training beim Großen Preis von Barcelona gibt es für Alpine eine erfreuliche Nachricht.
In einem offiziellen Statement veröffentlichte der Rennstall, dass die FIA die Monaco-Strafen gegen Gasly aufgehoben habe und der Franzose damit seinen Podiumsplatz zurückbekommt.
Isack Hadjar verliert seinen dritten Platz in Monaco. © IMAGO / Marco CanonieroGasly darf jubeln – Hadjar der Leidtragende
Der Rennstall zeigte sich überglücklich über die Entscheidung der FIA.
„Wir begrüßen die Entscheidung der FIA, unseren Antrag auf das Right of Review nach der endgültigen Wertung des Grand Prix von Monaco am vergangenen Wochenende als zulässig anzuerkennen. Infolgedessen haben die Sportkommissare die beiden Fünf-Sekunden-Strafen gegen Fahrzeug Nr. 10 aufgehoben, wodurch das Team den dritten Platz zurückbekommt.“
Das Team dankte der FIA und der FOM „für ihre Transparenz und Zusammenarbeit während des gesamten Überprüfungsverfahrens sowie für das Erreichen dieser Entscheidung“.
Nun wolle sich das Team voll und ganz auf das Rennwochenende in Barcelona fokussieren. Während Pierre Gasly nun ein überragendes Podium feiern darf, rutscht Isack Hadjar auf Platz vier ab und dürfte sehr enttäuscht sein.
Pierre Gasly war nach dem Monaco-GP untröstlich. © IMAGO / Jan HuebnerAlpine ging nach Pitlane-Farce gegen Ergebnis vor
Am vergangenen Wochenende in Monaco hatten zahlreiche Fahrer Strafen wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse bekommen.
Das Kuriose: Die Überschreitungen waren nur minimal und die meisten Strafen wurden wegen einer Überschreitung von 0,1 km/h ausgesprochen.
Schnell wurden Zweifel laut. Vor allem Alpine und Gasly, der zwei Fünf-Sekunden-Strafen bekam, fühlten sich betrogen. Das Team legte ein Right of Review ein und konnte gegenüber der FOM neue Beweise vorlegen. Gestern gelang dem Rennstall der wichtige Etappensieg, nur die Entscheidung der FIA stand noch aus.
Auf einem offiziellen Video von Alpine sieht man einen fröhlichen Gasly, der nach der Entscheidung der FIA von Flavio Briatore geherzt wird. Nun können der Franzose und das Team mit breiter Brust ins Barcelona-Wochenende gehen.
Gasly meldete sich auf X zu Wort und konnte sein Glück über den dritten Platz in Monaco kaum fassen.
„Die letzten Tage waren ein Wechselbad der Gefühle, mit seltsamen Feierlichkeiten, aber vor allem sind wir unglaublich glücklich, dass wir unser Ergebnis erhalten haben. Ein riesiges Dankeschön an mein fantastisches Team und alle, die uns unterstützt haben!! Danke an die FIA und die F1 für die Transparenz in dieser Situation. Ein unvergessliches Erlebnis!“
Doch eine Frage bleibt: Wie wird diese Entscheidung bei den anderen Fahrern und Teams ankommen, die bestraft wurden? Ex-Rennleiter Niels Wittich machte in Race Control, der Champ1-Analyseshow, klar, dass eigentlich nur Teams, die Protest einlegen, von einer solchen Entscheidung profitieren.
McLaren will wegen Oscar Piastri in Berufung gehen. © IMAGO / DeFodi ImagesMcLaren will wohl in Berufung gehen
Zwar hat kein anderes Team Protest eingelegt, doch sollte nun wirklich ein Messfehler vorgelegen haben, könnten die Diskussionen heiß werden. Ein letztes Wort ist in diesem Fall sicher noch nicht gesprochen.
Denn plötzlich könnte der Fall doch noch einmal neu aufgerollt werden. Laut der BBC-Journalistin Jennie Gow möchte McLaren wohl in Berufung gehen. Auch Red Bull und andere Teams überlegen wohl, nachzuziehen.
Denn auch Oscar Piastri war einer der Fahrer, die von der Strafenflut in Monaco betroffen waren. Der Australier landete am Ende auf Rang vier und würde durch das Gasly-Podium auf Rang fünf abrutschen.
Gegenüber dem Formel-1-Journalisten Adam Cooper machte Piastri am Donnerstag klar, dass er gegen eine Änderung des Endergebnisses wäre.
„Ich habe eine Strafe bekommen, und hätte ich diese Strafe nicht absitzen müssen, wäre ich nicht noch einmal an die Box gefahren. Sie können das Ergebnis jetzt nicht mehr ändern, da im Rennen so viele Entscheidungen auf der Grundlage der verhängten Strafen getroffen wurden, aber so etwas sollte in der Formel 1 nicht vorkommen.“
Ex-Rennleiter Niels Wittich machte allerdings klar, dass das Right of Review nicht anfechtbar sei. Eine mögliche Berufung des Teams wird also wohl eher nichts bringen. Chaos ist vorprogrammiert. Der Fall Gasly hat Antworten gegeben – doch es bleiben noch viele Fragezeichen.




































